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Johann Rottenhammer, Perseus und Andromeda, 1613

Johann Rottenhammer, Perseus und Andromeda, 1613

Perseus und Andromeda.
Öl auf Holz. 40,5 x 29,3 cm. Unten rechts signiert und datiert "Io. Rottenham[...] / 1613".

Losnummer: 6008


In einem anmutigen Bogen schmiegt sich der sinnliche Körper Andromedas an den Felsen, die angeketteten Arme verrenkt und den Blick verzweifelt gen Himmel erhoben. Erst auf den zweiten Blick wird man des Seeungeheuers gewahr, das links aus dem aufgewühlten Gewässer emporsteigt und dessen feurige Augen bereits den herannahenden Retter in der Gestalt von Perseus erfasst haben. Das kleinformatige Kabinettbild stammt von der Hand Hans Rottenhammers und ist durch die eigenhändige Datierung (1613) in das Spätwerk des Künstlers einzuordnen. Entstanden ist es, nachdem der Künstler sich 1606 im Anschluss an einen fünfzehnjährigen Aufenthalt in Italien in Augsburg niedergelassen hatte.
Rottenhammer war als 26-jähriger wie so viele Künstler seiner Generation Richtung Süden aufgebrochen, wo er sich mit Ausnahme eines kurzen Aufenthalts in Rom in den Jahren 1594/95, in Venedig niederließ. Zwischen 1591 und 1606 studierte er in der Lagunenstadt die Werke Tizians, Veroneses und Tintorettos und etablierte sich vor Ort mit einer florierenden Werkstatt, die erfolgreich den Markt für kleinformatige Kabinettbilder bediente, welche auf die Bewunderung von Malerkollegen und Kunstkennern stießen und von zahlkräftigen Kunden wie Kardinal Francesco Borromeo und Kaiser Rudolf II. begehrt waren.
Der Einfluss der venezianischen Erfahrung ist in Rottenhammers Werk und besonders in seiner farbmäßig feinfühligen Figurenauffassung nicht zu übersehen, doch entwickelt sich sein Stil gerade nach der Rückkehr in den Norden zu einem Manierismus internationaler Prägung weiter. Die Gegenüberstellung unseres Gemäldes mit einer Zeichnung aus seiner Frühphase (Dessau, Anhaltinische Gemäldegalerie) illustriert dies besonders prägnant: Ist auf der Dessauer Zeichnung der Körper der Andromeda in heftiger Bewegung erstarrt ist, wird die Dramatik im späteren Gemälde zugunsten einer eleganten, die Körperschwingung akzentuierenden Kontrapoststellung aufgegeben, bei der die innere Erregtheit durch Details wie das zart gearbeitete Gesicht und die unnatürliche Verrenkung des rechten Armes vermittelt wird. Die sinnliche Pose der Gefangenen ist inspiriert von einer 1583 entstandenen druckgraphischen Vorlage aus der Werkstatt von Hendrick Goltzius (Hollstein, after Goltzius, 507), wobei Rottenhammer das Zitat mit feinmalerischer Zartheit und einer konzentrierten Komposition exquisit anzureichern weiß.


Veranstaltungshinweise:

Am 29.11.2018 112. Auktion: Gemälde Alter und Neuerer Meister - Rahmen - Portrait-Miniaturen


Schätzpreis: 24.000,-  EURO

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