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Wilhelm Morgner, Die Holzarbeiter, 1911

Wilhelm Morgner, Die Holzarbeiter, 1911

Tempera auf Karton. 56,5 x 60,2 cm. Unter Glas gerahmt. Unten rechts schwarz mit dem Signet monogrammiert und datiert 'WM. 11". - Rückseitig oben schwarz mit der Tappertnummer "77" (abgeschnitten) sowie "MORG 123" beschriftet. - Mit einzelnen kleinen Farbausbrüchen. Der linke und der obere Rand wurden kriegschadenbedingt 1945 beschnitten.

Tappert 77; Weihs/Tappert 77 a

Wir danken Walter Weihs, Soest, und Andrea Witte, Münster, für ergänzende Informationen.

Provenienz

Kunsthandlung Thiell, Soest (1979); Privatbesitz Nordrhein-Westfalen

Literatur

Will Frieg, Wilhelm Morgner, Junge Kunst, Bd. 12, Leipzig 1920, mit Abb. (unbeschnitten); Harald Seiler, Wilhelm Morgner, Recklinghausen 1958, S. 28 ff., vgl. Abb. S. 25 (Holzarbeiter, Kohlezeichnung), S. 28 (Holzarbeiter 1911, Öl/Leinwand); Christine Knupp-Uhlenhaut (Hg.), Wilhelm Morgner, Briefe und Zeichnungen, Soest 1984, S. 28 ff., vgl. Abb. S. 30 (Studie zu den Holzfällern II, Kreidezeichnung); Friederike Weimar, Ein Weiterschwingen meines Ichs, etwa wie der Schall, in: Karsten Müller (Hg.), Ausst. Kat. Hamburg 2015, Ins Unermesslichste Vielleicht. Wilhelm Morgner. Malerei 1910-1913, S. 85 ff. vgl. Abb. 1 (Studie zu den Holzfällern II, Kreidezeichnung), vgl. Abb. 4, o.S. (Der Holzarbeiter, Öl/Leinwand)

Losnummer: 206


Der bedauerlicherweise im II. Weltkrieg partiell zerstörte Karton steht in einer kleinen Reihe von Gemälden des Expressionisten Wilhelm Morgner aus dem Jahr 1911, in der Arbeiter in ihrer spezifischen Tätigkeit gezeigt mit der sie umgebenden Landschaft verschmelzen zu einem wirbelnden Lineament aus Farbtupfern und -flächen. Divisionistisch gesetzte Pinselstriche verweisen klar auf das Werk Van Goghs, ohne das Eigene zu vernachlässigen. Es entstehen beispielsweise „Die Steinbrecher“ (Weihs/Tappert 114), die „Heuernte“ (Weihs/Tappert 88), „Mann mit blauer Karre in ornamentaler Landschaft“ (Weihs/Tappert 95) oder „Der Holzarbeiter“ (Weihs/Tappert 112) - das unserer Komposition abhanden gekommene Pendant ist hier als Einzelmotiv verarbeitet (vgl. Ausst. Kat. Ins unermesslichste Vielleicht, op.cit., Kat. Nr. 4). „Der Künstler glaubte, dass sich in der gegenständlichen Welt spirituelle Kräfte manifestieren. Diese Kräfte visuell zu erfassen, war sein Ziel - ob gegenständlich oder ungegenständlich, war für ihn bei dieser ohnehin jenseits der Sichtbarkeit liegenden Thematik zweitrangig,“ führt Friederike Weimar die gegenüber seinem Berliner Mäzen und Sammler Georg Tappert geäußerten Gedanken Wilhelm Morgners aus. (Weimar in: op. cit., S. 85). Am 10. November 1911 schildert ihm Morgner den Entstehungsprozess seiner Werke: "Als ich z.B. den Holzhacker malte, brannte mir der Kopf, dann war meine ganze Haut glühend heiß, sodaß ich sie nicht an einen kalten Gegenstand halten konnte, ohne heftigen Schmerz zu empfinden. Dann hatte ich ein Gefühl, als ob mir das Innerste nach Außen und das Äußerste nach Innen gedreht würde und wieder umgekehrt. Dabei hatte ich noch ein ganz sonderbares Gefühl, ich weiß nicht, wie ich das bezeichnene soll. Glücksgefühl ist zu schal und eckig, um das auszudrücken. So ist es mir bei den letzten Bildern immer ergangen. Ich sage das wohlweislich niemand, denn sonst sagen die Leute mir immer, ich wäre verrückt. Ich weiß das wohl." (zit. nach Knupp-Uhlenhaut, op.cit., S. 30).

Unsere obgleich fragmentierte Arbeit steht in einem wichtigen Zusammenhang des schmalen Werks und entstammt der wohl interessantesten Phase des früh verstorbenen Expressionisten Morgner, dessen Arbeiten sich heute in wichtigen musealen Sammlungen befinden.


Veranstaltungshinweise:

Am 30.11.2018 Auktion 1121: Moderne Kunst


Schätzpreis: 30.000 - 40.000  EURO

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