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Emil Nolde, See mit zwei blauen Booten vor Berglandschaft, um 1925/30

Emil Nolde, See mit zwei blauen Booten vor Berglandschaft, um 1925/30

Aquarell und Tuschpinsel auf Japanbütten. 34,5 x 45 cm. Unter Glas gerahmt. Unten rechts schwarz signiert 'Nolde.'. - In sehr schöner Erhaltung.

Mit einer Foto-Expertise von Manfred Reuther, Klockries, vom 14. März 2018; die Arbeit ist in seinem Archiv verzeichnet unter "Nolde A-76/2018".

Provenienz

Elsa Koppel (Bochum), vom Künstler erworben, vor 1932; Privatsammlung Washington D.C., USA; Privatsammlung Massachusetts, USA; Privatsammlung Baden-Württemberg

Losnummer: 230


Die Aquarelle Emil Noldes, in denen er alpine Landschaften in dunkel glühenden Farbtönen einfing, sind weit weniger bekannt als seine Blumenstillleben und die Ansichten von Meer und Marschlandschaft. Der Maler war fasziniert von den Bergen, wo sich die urwüchsige Natur so gänzlich anders manifestierte als in seiner von Meer und Wind geprägten norddeutschen Heimat. Als junger Mann während seiner Zeit in St. Gallen bestieg er das Matterhorn und weitere anspruchsvolle Gipfel. In den 1920er und 1930er Jahren unternahm er mehrere Reisen in die Schweiz, wohin auch die Hochzeitsreise mit seiner zweiten Frau Jolanthe 1946 führte.

Im vorliegenden Aquarell vereinigen sich Bergwelt und Wasser zu einem berückenden Naturschauspiel. Tiefes Blau, Grün und Violett verschmelzen in der abendlichen Szenerie eines Bergsees. Vor majestätischer Bergkulisse holen Fischer im letzten Abendlicht die Netze ein. Die Silhouetten von Landzunge und Bergrücken sind ebenso wie die Fischerboote als breite schwarze Binnenzeichnungen gesetzt, die grünblaue Wasserfläche nimmt die gesamte untere Hälfte des Bildraumes ein und spiegelt die violetten Nuancen des Himmels.

„Die bevorzugte Tageszeit zum Aquarellieren in den Bergen war für ihn offenkundig der späte Nachmittag bis hin zur 'blauen Stunde', der Zeit des Dämmerlichts. […] Es gibt unter Noldes Bergaquarellen einige solcher Arbeiten voller Poesie und Verträumtheit. Mögen das beschauliche Leben in der Alpenwelt, eine entspannte Urlaubsstimmung oder die Einzigartigkeit dieser Naturlandschaft hierfür verantwortlich gewesen sein, in Noldes Aquarellmalerei gibt es wenige Motivgruppen in solch konstanter künstlerischer Höhe.“ (Andreas Fluck, in: Emil Nolde. Reiselust, Ausst. Kat. Berlin 2010, S. 21).


Veranstaltungshinweise:

Am 30.11.2018 Auktion 1121: Moderne Kunst


Schätzpreis: 100.000 - 120.000  EURO

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