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Jef Verheyen, Liturgie colorée, 1970er Jahre

Jef Verheyen, Liturgie colorée, 1970er Jahre

2-teilige Arbeit: je Acryl auf Leinwand. Je 94,5 x 94,5 cm. Jeweils mit farbig gefasster Atelierleiste gerahmt. Rückseitig auf der Leinwand jeweils signiert und beschriftet 'Jef Verheyen Provence 43 version II links' bzw. 'rechts'. Die linke Arbeit betitelt 'liturgie colorée agression spatiale' und beschriftet 'Peintre Flamant'. - Mit leichten Altersspuren.

Wir danken Mark de Wit, Jef Verheyen Archive, Heffen, für hilfreiche Auskünfte.

Losnummer: 509


Die Begegnung mit Piero Manzoni und Lucio Fontana in Mailand Ende der 1950er Jahre eröffnet Jef Verheyen den Blick für Neues, nachdem er 1956 mit schwarzen, monochromen Bildern erstmals an die Öffentlichkeit gegangen war. Die Konsequenz sind weiße Bilder, mit denen sich Verheyen nunmehr beschäftigt, aber darüber hinaus einen starken Impuls für Materialität und monochrome Malerei entwickelt. So experimentiert Verheyen wie Otto Piene mit Ruß als Pigment und fertigt zusammen mit Fontana Bilder mit perforierten Leinwänden und Synthetikfarben. Der Kontakt zu Yves Klein, Günther Uecker, Otto Piene und Heinz Mack vertieft seine theoretische und künstlerische Zugehörigkeit zur internationalen ZERO-Bewegung. Mit seinen neu gewonnenen Freunden äußert sich Verheyen in gemeinsamen Aktionen in sehr differenzierender Weise mit Malerei und Objekten. Er ist darauf bedacht, sich nicht von festgelegten formalen Normen einengen zu lassen und vor allem Neues, Innovatives zu schaffen. Mit seiner besonders feinen monochromen Licht- und Farb-Malerei bringt Verheyen eine erfrischende Verzahnung künstlerischer Ideen und Prozesse in die Bewegung mit.

Erste monochrome Experimente, von ihm als „Essenz“ bezeichnet, erweisen ihn als Vertreter einer gewissen ‚Hardcore'-Moderne im Ringen um einen ästhetischen Kompromiss. Hierfür untersucht er die Wirkung der Pigmente unterschiedlicher Couleurs, unterlegt etwa einer weißen Farbe zusätzlich fluoreszierende Farbflächen, um changierende Lichteffekte zu erzeugen. Die Farbe wirkt dennoch pur und wird in der Literatur als entmaterialisiert beschrieben. Sie ist aber immer noch - und wohl nur noch - lasierend aufgetragenes Pigment, gebunden in unterschiedlichen Bindemitteln, respektive Pigmentzusätze mit Licht reflektierenden beziehungsweise absorbierenden Farbzusätzen. Für den gleichmäßigen Farbauftrag verwendet Verheyen im ersten Schritt breite Borstenpinsel. Und zur Nacharbeit, um die Spuren des Pinsels zu verschleiern und den Verlauf der einander berührenden Farbsequenzen zu verschleifen, benutzt der Künstler Nylonstrümpfe oder Schwämme. Nach rein monochrom gefärbten Leinwänden teilt Verheyen seine Bildflächen in Diagonalen und setzt wie Ad Reinhardt gleiche Pigmente im gegensätzlichen Strich oder benutzt geometrische Grundformen wie Kreise, Quadrate oder Dreiecke, um Glanz und Lichtbrechung im zarten Strich des Pinsels anschaulich zu machen. Es sind zumeist feine Nuancen an Veränderung zu spüren, wie hier im gemischten Blau und im Pink von einer Bildkante zur anderen der Beiden, zu einer im Diptychon vereinten Reflexion über das Wesen der Farbe. „Der Sinn meiner Malerei ist die objektive Visualisierung virtueller Bereiche“, so Verheyen 1968.

(Jef Verheyen, Le peintre flamant, Ausst.Kat. Langen Foundation, Neuss 2010, S.70).


Veranstaltungshinweise:

Am 01.12.2018 Auktion 1122: Zeitgenössische Kunst


Schätzpreis: 50.000 - 60.000  EURO

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