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Joseph Beuys und Henning Christiansen, 2 Fluxus-Objekte (Musik als grün. Telephon S)

Joseph Beuys und Henning Christiansen, 2 Fluxus-Objekte (Musik als grün. Telephon S)

Zwei Objekte, Tonband und Text mit Abbildungen.

Musik als Grün: Grün gefasste Geige, gestempelt "FLUXUS ZONE WEST" (stark verblasst).

Telephon S: Zwei Blechdosen, eine mit brauner Farbe (Braunkreuz), mit Faden miteinander verbunden. Geige: ca. 21 x 60 x 9 cm; Blechdosen: je 11,8 x 10 cm. Auf dem Etikett signiert und nummeriert. Exemplar 17/24. Text als Photokopie-Faksimile in 6 Klarsichthüllen in Kunststoffordner 32 x 25,5 x 1 cm. BASF-Tonband 14,5 x 14 x 2 cm. Edition Schellmann, München. - Mit leichten Altersspuren.

Schellmann 135 u. 136

Von der Auflage mit Tonband und Text wurden nur ca. 12 Exemplare realisiert.

Losnummer: 517


Seit den 1950er Jahren beschäftigt sich Joseph Beuys, neben dem Zeichnen und der traditionellen Bildhauerei , mit rituellen Aktionen im Umfeld, der sich seit etwa Anfang der 1960er Jahre entwickelnden, von dem Amerikaner Georg Maciunas gegründeten Fluxusbewegung. Sie gilt anfangs eher als geheimes „Kunstspektakel“, erfreut sich aber bei den Teilnehmern in geziemender Abendrobe zunehmender Beliebtheit. Für Beuys ist dies auch eine Möglichkeit, seinem sensitiven Drang, Botschaften zu senden, kreativen Ausdruck zu verleihen. „Meine Fluxusaktivität begann 1962, als ich mit Nam June Paik über alle möglichen Aktivitäten sprach, die man so machen könnte und vielleicht auch machen müsste. Irgendwann trafen wir uns mit Maciunas, der in Wiesbaden bei der amerikanischen Armee war, um organisatorische Fragen, Programmgestaltungen und die Möglichkeit von Tourneen zu besprechen.“ (Joseph Beuys, in: Heiner Bastian (Hg.), Skulpturen und Objekte, Berlin 1988, S.93). Dies markiert den Beginn einer Reihe von mehr als 40 Konzerten und spirituellen Einzelaktionen, die Beuys bis 1985 alleine oder mit verschiedenen Künstlern durchführt.

Eine erste Zusammenarbeit zwischen Beuys und dem dänischen Komponisten und Musiker Henning Christiansen erfolgt im Dezember 1966 in der Düsseldorfer Galerie Schmela mit der Aktion „Manresa“ (Hommage à Schmela). Der Titel „Manresa“ bezieht sich auf den gleichnamigen Ort in Katalonien, in dem Ignatius von Loyola, Mitbegründer und Gestalter der Gesellschaft Jesu, längere Zeit in strenger Buße lebt.

Ein weiterer Auftritt von Beuys mit Christiansen, der die grüne Geige spielt, findet anlässlich des Konzerts „Hauptstrom FLUXUS“ am 20. März 1967 in der Galerie Franz Dahlem in Darmstadt im Rahmen der Ausstellung „Fettraum“ statt. Die beiden Fluxus-Objekte, „Telephon S ---- E“ und „Geige“, sind Relikte des gemeinsamen Auftritts, der von 13 bis 23 Uhr andauert.

„Die Dosen allein leisten das nicht, sie deuten im Grunde nur einen ganz simplen elementaren Vorgang an, den Begriff von Sender und Empfänger, also von zwei Stationen, ob das nun einzelne Menschen oder Gruppen sind, die miteinander verbunden sind. Eine Verbindungsschnur und ein positiver und ein negativer Pol, und die beiden informieren nun untereinander. Damit ist noch keine Aussage gemacht, was eine zeitgemäße Informationstheorie wäre. Das kann die Dose nicht leisten, aber die Dosen können das anregen, einen Anstoß geben, wenn ein intuitiver Mensch auf diese Dinge stößt. Es braucht aber nicht zu sein, es kann ein anderer kommen, der sieht eben zwei Dosen, die sind ja schließlich auch nicht schlechter als eine Plastik von Brancusi ....“, so Beuys in einem Gespräch mit Jörg Schellmann. (Joseph Beuys im Gespräch mit Jörg Schellmann und Bernd Klüser, Juni 1977, in: Jörg Schellmann (Hg.), Joseph Beuys, Die Multiples, München 1992, S.20, 24).

Über die Geige selbst hat Joseph Beuys kein Wort verloren. Sie ist ein ‚normales' Instrument mit der Besonderheit, mit grüner Farbe gefasst zu sein. „Meine eigenen Instrumente sind alle grün angemalt, ‚Musik als Grün', ich muss etwas tun, um die Angelegenheit mit neuen Augen zu betrachten“, so Christiansen in seinem Beitrag „Produktionseskalation und Selbstkontrolle“ (in: Begleitheft zu den Relikten des Instrumentalkonzerts). Und sie trägt den Stempel „Fluxuszone West“, mit dem Beuys die grüne Geige seinem Werk zuordnet. Sicher haben Dose und Geige etwas Gemeinsames: Ihre beiden Hohlräume dienen als Resonanzboden für Klänge.


Veranstaltungshinweise:

Am 01.12.2018 Auktion 1122: Zeitgenössische Kunst


Schätzpreis: 60.000 - 70.000  EURO

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