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Albert Oehlen, Industrielle Elfen, 2001

Albert Oehlen, Industrielle Elfen, 2001

Öl auf Holz. 120 x 60 cm. Gerahmt. Rückseitig auf dem Holz signiert und datiert 'A.Oehlen 01' sowie auf dem Keilrahmen betitelt 'Industrielle Elfen'. - Mit geringfügigen Altersspuren.

Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde vom Atelier Albert Oehlen bestätigt via E-Mail vom 19.09.2018, mit dem Hinweis, dass das Gemälde nicht ins Werkverzeichnis aufgenommen wird.

Provenienz

Direkt vom Künstler; Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

Losnummer: 538


Albert Oehlen, einer der wichtigsten Maler seiner Generation, bricht in den 1980er Jahren als „Neuer Wilder“ mit allen Konventionen der Malerei und provoziert etwa mit der Ausstellung „Wahrheit ist Arbeit“ im Museum Folkwang 1984 zusammen mit Martin Kippenberger und Werner Büttner sein Publikum. Immer wieder stellt er sein Werk mit „postungegenständlichen“ Gemälden, wie er sie nennt, in Frage. Bilder sind für Oehlen Arbeit, harte Arbeit, jedes Bild ein Wagnis. Er schichtet, übermalt, verwischt, überarbeitet und setzt auch Spiegel als Raum für kreative Energien des Betrachters ein. Immer wieder verwandte, abstrakte Formen bildet der Künstler zu seinen Chiffren, zu seinen Gegenständen und fügt sie ein in die Sprache seiner Malerei. Später sind es Stilfiguren der Pop Art im Stil der 1960er und 1970er Jahre und extreme bis aufreizende Waren- und Werbeplakate unserer Zeit, die eine provozierende Lesbarkeit und tatsächliche Gegenständlichkeit in seinen großflächigen Bildern mimen und sich gleichzeitig auf dem Niveau der eigentlichen Malerei vermischen. Formal sehr unterschiedliche Werke, die einen intensiven Arbeitsprozess und eine unverrückbare Position im Zeitgenössischen markieren.

So entsteht auch seit den 1990er Jahren ein ausgesprochen vielfältiges, komplexes malerisches Werk, in dem neben abstrakten Expressionisten wie die Amerikaner Jackson Pollock, Willem De Kooning und Maler des klassischen Informell eine Referenz für sein Werk abgeben. Immer wieder wagt Albert Oehlen zudem einen Blick in die digitale Welt und malt schwarz/weiße oder stark farbig gepixelte Computerbilder und stellt sie als offenes Feld, provokativ als die Zukunft der Malerei vor. Grafik und Informell tragen keinen Widerspruch in sich. Im Gegenteil, beides trifft sich in der Abstraktion.



Zwischen zwei Phasen streng grauer Bilder Anfang dieses Jahrhunderts malt Oehlen eine Serie von Gemälden, die sich mit dem Werk des amerikanischen Schriftstellers, Theoretikers und Malers John Graham (1886-1961) auseinandersetzt, der einen nicht unerheblichen Einfluss auf die New Yorker Szene um den amerikanischen Abstract Expressionism hat. Es entstehen ungewöhnliche Bilder, mit denen Oehlen ihn animierende Elemente aus dessen Werk in seiner Bildsprache paraphrasiert zitiert und nach anfänglicher, ungewohnter Fremdkörperhaftigkeit mit seiner Handschrift verschmelzen lässt. Also das Gegenständliche als inhaltliche Herausforderung nicht mehr existiert, sondern nur mehr als Element für eine malerische wie hier konkret räumliche Formalisierung. Oehlen verfolgt dabei weiter das Prinzip der Collage, in dem er etwas Absurdes, Banales, Andersdaherkommendes möglichst selbstverständlich im Bild unterbringt. Eine Provokation gegenüber dem scheinbar chaotischen Informel: eine klare Form ist wie hier in diesem vergleichsweise „privaten“ Format gegenübergestellt. „Ich habe eine Vision, das ich etwas reinbringen kann, wo man etwas erkennt und es trotzdem nicht erzählerisch wird.“ (Albert Oehlen, in: Albert Oehlen, hrsg. von Hans Werner Holzwarth, Köln 2017, S.115).



Eine nonverbale Beziehungslosigkeit zwischen zwei gestalterischen Momenten also, die übereinander gelegt ist und die einmal begonnene informelle Atmosphäre mit ästhetischen Arglosigkeit stört. Aber auch Gegensätze zwischen gegenständlicher Lesbarkeit und ungebundener extrem malerischer Entfaltung schichtet der Maler und bildet Ebene für Ebene. Der Farbklang zwischen gedeckten schmutzigen Tönen und leuchtendem Orange, Neongrün und verhaltenem Gelb behauptet sich gegenüber dem pinkfarbenen, aufpoppenden Objekt von rechts. „In der Malerei hat man ja einen völlig absurden Vorgang“, so Oehlen. „Man hat, was dreidimensional ist, auf zwei Dimensionen gestutzt, und das ist Abstraktion. [...] Die Arbeit, die man macht, die Umformung von Realität in das Bild, ist schon eine wahnsinnige Transformation, dass es nicht mehr so ins Gewicht fällt, ob da noch ein Apfel zu erkennen ist oder nicht ...“ (Albert Oehlen, in: Albert Oehlen, hrsg. von Hans Werner Holzwarth, Köln 2017, S.140).


Veranstaltungshinweise:

Am 01.12.2018 Auktion 1122: Zeitgenössische Kunst


Schätzpreis: 150.000 - 200.000  EURO

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