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Sandro Chia, Venerate. Degenerate, 1986

Sandro Chia, Venerate. Degenerate, 1986

Pastell und Aquarell auf Papier (2-teilig).

Unten rechts signiert und datiert: Chia 68.

133,5 x 152,5 cm und 134 x 76 cm.


Provenienz:
- Galerie Bruno Bischofberger, Zürich (verso mit dem Etikett).
- Vom heutigen Besitzer 1987 bei obiger Galerie erworben, seitdem Privatsammlung Mallorca/Schweiz.

Ausstellung: Berlin 1992, Sandro Chia. Nationalgalerie Berlin, 11. September - 8. November 1992, S. 119 (mit Farbabb.).

Losnummer: 3474


„Konzept und Minimal war alles so rein, da mussten wir etwas Verbotenes, Unreines, Vitales tun.“ (Sandro Chia)

Sandro Chia gehört zusammen mit Francesco Clemente (*1952) und Enzo Cucchi (*1949) zu den Hauptvertretern der italienischen Transavanguardia, die sich als autonome Stilrichtung Mitte der 1970er Jahre aus der Arte Provera entwickelt und international enge Parallelen zu den deutschen Neuen Wilden aufweist. Ein ausgeprägter Eklektizismus kennzeichnet ihre Werke.

Die Rückbesinnung und Zurhilfenahme alter Stilrichtungen zeigt sich bei der vorliegenden Arbeit des Florentiners Sandro Chia sehr gut. Das Diptychon erinnert mit seiner grossen Mittel- und der schmalen Seitentafel an Altäre. Zudem greift der Künstler auf das klassische Tafelbild zurück, was nach der Experimentierfreude der Arte Povera und des ZERO fast schon eine Neuerung ist.

Chias tiefe Verwurzelung in seiner toskanischen Heimat findet sich in seinen Werken immer wieder. In „Venerate, Degenerate“ sitzt eine grosse, korpulentere Frau an einen Steinhaufen gelehnt und blickt den Betrachter an. „Die Gestalten in den Bildern von Chia ertragen oder erleiden nicht passiv den genialischen Malakt, sie behaupten sich ganz im Gegenteil in eigenständiger und derber Fröhlichkeit. Mit oft verdoppeltem oder verdreifachtem Augenpaar, das vital zu rollen und sich munter zu bewegen scheint, verraten sie ungebrochene Lebenslust. Es sind burleske Figuren, wie in einem Satyrspiel, die sich um die hohe Kunst nicht kümmern und gegen verfeinerte Ansprüche zu leben und lieben verstehen. Sie fühlen sich offensichtlich in ihrer Welt zu Hause und folgen ganz ungeniert ihren Bedürfnissen.“ (Ausst.Kat. Sandro Chia. Nationalgalerie Berlin, 11. September – 8. November 1992, S. 8f.) So beschreibt Dieter Honisch die Stärke, Energie und Lebensfreude Chias Figuren, die auch der hier Dargestellten zu eigen ist.

Typisch für seine Werke ist, dass der Betrachter zwar annehmen kann, dass die Szenerie in der Landschaft spielt, diese aber nicht zu identifizieren vermag. Auch die expressive Farbigkeit und dynamische Strichführung sind charakteristisch für Chias reifes Werk. Die Komposition der Frau kommt uns bekannt vor, aber durch den Verzicht der Transavanguardisten auf Symbole und Attribute können wir, genauso wie bei der Landschaft, keine exakte Definition vornehmen.

Sandro Chia wird 1946 in Florenz geboren. Nach seinem Studium an der Accademia di Belle Arti in Florenz 1969 reist er durch Europa und Indien. 1970 zieht er nach Rom, wo der 1971 in der Galleria La Salita seine erste Einzelausstellung hat. 1980 findet er ein Atelier in New York und pendelt ab nun zwischen New York und Ronciglione bei Rom. Neben zahlreichen Einzelausstellung und unzähligen Gruppenausstellungen in Europa und in den USA, nimmt Sandro Chia 1982 an der documenta 7 und 1984 und 1988 an der 41. und 43. Biennale in Venedig teil.


Veranstaltungshinweise:

Am 08.12.2018 Auktion A187: PostWar & Contemporary


Schätzpreis: 20.000 - 30.000  SFR

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