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Georg Muche, Zehn Leuchtperpendikel, 1916

Georg Muche, Zehn Leuchtperpendikel, 1916

Folge von 10 Aquarellen, teils mit Gouache, auf unterschiedlichen, teils farbigen Papieren. - Rückseitig teils mit Skizzen in Bleistift bzw. mit Tuschfeder oder Aquarell; 2 Blätter jeweils rückseitig mit einer frühen Radierung von Georg Muche (1914, nicht bei Schiller). Von 10,2 x 16,7 cm bis zu 15,4 x 24,6 cm (davon 4 Querformate). Einzeln unter Glas gerahmt. Jeweils unten rechts in schwarzer Tusche signiert und datiert 'GMuche 16' bzw. 'GMuche 1916'. Rückseitig je mit Blattnummern in Bleistift beschriftet. - Insgesamt in schöner, farbfrischer Erhaltung; das Papier teils mit schwachen Altersspuren. - Die Bleistiftbeschriftungen auf den Rahmungsrückseiten von fremder Hand.

Droste M 33 (sämtlich abgebildet)

Wir danken Magdalena Droste, Berlin, für freundliche wissenschaftliche Beratung.

Provenienz

Direkt vom Künstler erworben; Privatsammlung Rheinland, seitdem in Familienbesitz

Ausstellungen

Mülheim a.d. Ruhr/Krefeld/Konstanz 1963 (Städtisches Museum/Kaiser-Wilhelm-Museum/Kunstverein), Georg Muche. Gemälde, Graphik, Zeichnungen aus den Jahren 1915-1963, Kat. Nr. 44 mit Farbabb. einer Arbeit; München 1965 (Städtische Galerie im Lenbachhaus), Georg Muche. Gemälde, Zeichnungen, Graphik, Kat. Nr. 12-21; Dessau 2002 (Meisterhaus Muche), Georg Muche im Meisterhaus Dessau, Bilder aus Privatbesitz 1913-1968, o. Kat.

Literatur

Magdalena Droste, Georg Muche als Maler, in: Georg Muche. Das künstlerische Werk 1912-1927. Kritisches Verzeichnis der Gemälde, Zeichnungen, Fotos und architektonischen Arbeiten, hrsg. vom Bauhaus-Archiv, Berlin 1980, S. 19 f.; zur Radierung zweier Aquarell-Rückseiten vgl. Droste M 47, S. 96 mit Abb.

Losnummer: 280


Für Georg Muche ist die von Herwarth Walden 1910 gegründete Galerie "Der Sturm" wie ein Kunst-Mekka: hier begegnet der junge Künstler in Berlin der zeitgenössischen, internationalen Avantgarde. 1914 übersiedelt Muche nach Studien in Leipzig und München nach Berlin, besucht Museen, Galerien und erstmals auch den „Sturm“. Dort sieht er die Arbeiten von Jacoba van Heemskerck, die sein malerisches Frühwerk zunächst stilistisch beeinflussen. Walden wird ihn vor allem aber mit den Arbeiten von Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke, Lyonel Feininger oder Paul Klee bekannt machen. Nach anfänglicher Synthese zwischen akademischer Figuration und ersten abstrakten Versuchen entfaltet Muche nach den Begegnungen im „Sturm“ leuchtende Farbakkorde, konstruktivistische Kompositionen, die sich mit den älteren Zeitgenossen auseinandersetzen, seine eigene Bildsprache beeinflussen und ihn nach Weimar begleiten. Als einer der ersten Künstler beruft ihn Walter Gropius dort an das Ende 1919 eröffnende "Staatliche Bauhaus"; als einer der ersten Lehrer wird Georg Muche ab Frühjahr 1920 abwechselnd mit Johannes Itten den Vorkurs leiten und als Formmeister in der Holzbildhauerei und Weberei tätig sein. Auch organisatorisch ist sein Beitrag bedeutend, er leitet die Kommission der ersten Bauhausausstellung 1923 und entwirft die erste Bauhaus-Architektur in Weimar, das legendäre "Haus am Horn", das von Adolf Meyer im selben Jahr errichtet wird.

Die Radikalität, mit der Muche auch seine Malerei ändert, ist bemerkenswert und kann mit diesen 1916 datierten, möglicherweise für den Sammler nachträglich zur Reihe gefügten Farbzeichnungen, wunderbar nachvollzogen werden. Es sind Studien, die sich mit abstrakten Formen im Raum beschäftigen, die zusammenhängende Strukturen eingehen und in Kompositionen mit unterschiedlichen Gebilden enden. Die Farbe spielt für Muche in der Auseinandersetzung mit den damals neuen Theorien der Malerei eine überragende Rolle: wie in einem das Format grundierenden Farbhimmel schweben die abstrakten Elemente, kommen leuchtend näher in den Vordergrund oder verschwinden in den imaginären Raum dahinter. Muches Intention, Farben und Formen in einen ausgewogenen Klang und zum Ausgleich zu führen ("Perpendikel"), ist offensichtlich und zeigt in der Erkenntnis der nahezu gleichzeitig entstandenen, aber in der Technik unterschiedlich ausgeführten Blätter, die reife Auseinandersetzung mit einem die Zeit damals beherrschenden Thema: der Abstraktion.

Mit der Farbe verbindet Muche das Licht ("Leuchtperpendikel"), dessen Eigenschaften und Effekte er erstmals in den Kompositionen der Jahre 1916-1918 untersucht. Es sind Gemälde und Aquarelle, die Magdalena Droste als frühen Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung beschreibt: "Sowohl der eigenwillige Gebrauch von Farbe und Licht wie diese im Bild geschaffenen Räume sind wesentliche Charakteristika der frühen Bilder Muches." (M. Droste, op. cit. 1980, S. 20).


Veranstaltungshinweise:

Am 31.05.2019 Auktion 1134: Moderne Kunst


Schätzpreis: 40.000 - 60.000  EURO

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