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Max Liebermann, Der Nutzgarten in Wannsee nach Nordosten, 1920 (?)

Max Liebermann, Der Nutzgarten in Wannsee nach Nordosten, 1920 (?)

Rechts unten signiert. Verso auf dem Keilrahmen nummeriert 24459. Öl auf Lwd. 36 x 48 cm. Rahmen.

Losnummer: 86


Das Gemälde zeigt den Blick auf eine Ecke des Gärtnerhäuschens im Nutzgarten des Künstlers. Grundlage des Datierungsvorschlages von Matthias Eberle auf "1920" ist der lockere Bewuchs an dieser Stelle, der später durch mächtig entwickelte Blumenstauden ersetzt wird (Eberle S. 1014, vgl. 1926/12 u. 13). Max Liebermann erwarb 1909 in der Villenkolonie Alsen eines der letzten freien Wassergrundstücke am Wannsee, an der Seestraße 42, heute Colomiestr. 3 gelegen. Die Villa wurde von dem Messel-Schüler Paul Otto Baumgarten nach den Vorstellungen Liebermanns erbaut. Hinsichtlich der Gestaltung des Gartens beriet sich der Künstler mit Alfred Lichtwark, dem damaligen Leiter der Hamburger Kunsthalle, die Ausführung übernahm Albert Brodersen. Die Anlage gliedert sich in den Vordergarten mit Blumen- und Gemüsebeeten und den seeseitigen Teil. Auf Höhe des Gärtnerhauses nahm ein Staudengarten die gesamte Breite des Grundstückes ein. Bereits um 1900 schuf Liebermann Gemälde von Parks und Gartenanlagen sowie villenartigen Gebäuden, in üppige Vegetation eingebettet. Am Wannsee, wo Liebermann die Sommermonate in seiner Villa verbrachte, konnte er das Thema erneut aufgreifen. Dort entstanden über 200 Gemälde mit verschiedenen Ansichten des prachtvoll erblühten Gartens in einem freien, vom Impressionismus getragenen Duktus. Die Gartendarstellungen der späten Schaffenszeit formulierte der Künstler in mannigfaltigen Nuancen und Lichteffekten, sie bilden einen eigenständigen Werkkomplex, der zu den reifsten Schöpfungen Max Liebermanns gehört. Durch das Art Loss Register geprüft.

Werkverzeichnis: Eberle 1920/22.

Provenienz: Weinmüller, München, Auktion 118., 19. U. 20.3.1969, Nr. 1925, Abb. Taf. 101.

Literatur: Richardson, Holly Prentiss. Landscape in the work of Max Liebermann. Band II, Phil. Diss. Brown University, Ann Arbor, 1991, S. 262, Nr. 751


Veranstaltungshinweise:

Am 22.10.2019 bis 24.10.2019 Sonderauktion: Sammlung Rudolf Neumeister


Schätzpreis: 200.000 - 300.000  EURO

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