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Leben und Treiben im Istanbuler Hafen

Hermann David Salomon Corrodi, Hafenszene in Istanbul

Bei den Auktionen mit Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen 15. – 19. Jh., Schmuck und Kunstgewerbe hat Lempertz insgesamt knapp 7 Mio. Euro umgesetzt. An der Spitze der Auktion stand mit 322.000 Euro ein Gemälde von Peter Paul Rubens. Ihm folgten mit 198.000 vier Tafeln vom Maestro di Campo Giove (Nicolo Olivieri della Pietranziera?), mit € 149.000 ein Gemälde von Bernardo Strozzi, ein Triptychon von Jan van Dornicke, gen. Meister von 1518 für € 124.000 und eine Kupfertafel von Jan van Kessel d. Ä. mit € 105.000.

Beim 19. Jahrhundert hat eine sehr begehrte „Hafenszene in Istanbul“ des italienischen Malers Hermann (David Salomon) Corrodi mit € 124.000 einen enormen Sprung nach oben gemacht.

Bei den Skulpturen war eine um 1520/1525 in Nürnberg geschaffene 68 cm große „Maria Magdalena liest die Fürbitten“ mit € 73.000 der Höhepunkt.

Ein russischer Bieter bewilligte € 322.000 für eine auf Holz gemalte „Heilige Theresa von Avila“ von Peter Paul Rubens. Sie ist Teil einer Gruppe von Aufträgen, die der Orden der Barfüßigen Karmeliter Anfang des 17. Jh. an Rubens vergab. Das im Museum Rubenshuis in Antwerpen von 2014 – 2016 ausgestellte Bild war mit € 250/350.000 bewertet (Lot 1048). Von dem im 14. Jh. in den Abruzzen tätigen Maestro di Campo Giove (Nicolo Olivieri della Pietranziera?) kamen vier Tafeln mit Szenen aus der Legende des Heiligen Eustachius, die für € 198.000 den Besitzer wechselten (Lot 1001, € 140/160.000).

Von Bernardo Strozzi, selbst Kapuzinermönch, lag eine „Vision des Heiligen Franziskus“ vor – dieses Thema der Stigamtisierung des Heiligen hat er häufiger dargestellt. Für € 149.000 hat ein mitteleuropäischer Bieter die Vision übernommen (Lot 1029, € 130/180.000). Ein süddeutscher Sammler setzte € 124.000 ein, um Jan van Dornickes, gen. Meister von 1518, Triptychon mit der „Anbetung der Könige, der Anbetung der Hirten und der Rast auf der Flucht nach Ägypten“ nach Hause zu führen (Lot 1007, € 100/120.000).

Jan van Kessel d. Ä. präsentierte mit der kleinen Kupfertafel „Allegorie der Nacht“ den damals ungewöhnlichen Kampf von Fledermäusen mit ihren Jungen gegen Wiesel und Katzen und gewährte ihnen darüber hinaus die Rolle der heldenhaft kämpfenden Protagonisten. Ein russischer Sammler setzte € 105.000 ein (Lot 1070, € 70/80.000). Für € 81.000 geht Frans Francken d. J. „Verschiedene Möglichkeiten Berühmtheit zu erlangen“ nach Belgien (Lot 1032, € 60/80.000). Eine aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä. stammende „Madonna mit Christuskind und dem Johannesknaben“ wandert nach dem Einsatz des Bieters von € 87.000 in eine süddeutsche Sammlung (Lot 1009, € 60/80.000). Bei € 60.000 wurde der „Dorfplatz mit einem Brunnen und zahlreicher Figurenstaffage“ Theobald Michaus von einem belgischen Sammler übernommen (Lot 1107, € 40/50.000).

19. Jahrhundert

Als die malerische „Hafenszene in Istanbul“ des italienischen Malers Hermann (David Salomon) Corrodi aufgerufen wurde, begann ein langes, heftiges Bietgefecht. Allein 13 internationale Telefone kämpften um den Zuschlag. Das auf € 12/14.000 geschätzte, 80 x 64,5 cm große Bild des Orientalisten übersprang leichtfüßig die 10.000er Hürden und ging schließlich für € 124.000 an siegreichen Londoner Handel (Lot 1208).

Sehr umworben war auch Robert Kummers „Landschaft mit Blick auf das Schloss von Duino bei Triest“. Der kühle Blick auf eine sonnige, exakt ausgemalte Landschaft ließ die Bieter erst bei € 45.000 ruhen (Lot 1193, € 10/15.000). Constantin Ivanonovitch Gorbatoff war mit zwei Gemälden vertreten: Neben einer sonnendurchfluteten Schneelandschaft (€ 22.000) wurde besonders auf einen sommerlichen Ausblick von einer Terrasse auf Capri geboten, die bis auf € 35.000 kam (Lot 1227, € 30.000).

Die Zeichnungen wurden mit € 55.000 unangefochten von Giovanni Battista Piazzettas in Kohle und Kreide ausgeführtes Blatt „Zwei Lesende“ angeführt, die ein deutscher Sammler einsetzte (Lot 1144, € 40/50.000). Zwei weitere, sehr fein ausgearbeitete Blätter waren ebenfalls erfolgreich: So kletterte Nicolas Maréchals Aquarell „Camelus Dromedarius – Das Dromedar“ auf € 33.000 (Lot, € 1158, € 20/25.000) und Adolph von Menzels „Brustbild eines Mannes mit Bart“ von 1889 wurde von € 9/12.000 bis auf € 32.000 emporgesteigert (Lot 1166).

Die Skulpturen wurden diesmal zusammen mit einer Privatsammlung Kleinplastik in einem eigenen Katalog präsentiert. An der Spitze stand mit € 73.000 eine um 1520/1525 in Nürnberg geschaffene 68 cm große „Maria Magdalena liest die Fürbitten“ (Lot 1326. € 40/50.000). Bei € 62.000 wurde eine um 1420 wohl in Salzburg in Holz gearbeitete Madonna mit Kind übernommen (Lot 1302, € 50/60.000).

Eine mit Rahmen nur 9,3 x 6,0 cm messende, überaus fein in Papier geschnittene Darstellung des Johannesknaben in baumbestandener Landschaft, der auf das Lamm Gottes weist, war erheblich umworben und wurde von € 2.5/3.500 bis auf € 43.000 hochgetrieben (Lot 1380).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1141: Alte Kunst

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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