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Pablo Picasso: „Eine neue Kunst ist geboren“

nach Pablo Picasso, Femme au Collier, um 1955

Nach der Rekordauktion im Frühjahr für die Abteilung der Modernen und Zeitgenössischen Kunst, folgt nun ein spannender Herbst mit zahlreichen hochkarätigen Kunstwerken. In der Klassischen Moderne kommt eine absolute Rarität zum Aufruf: Ein Gemmail nach einem Gemälde von Pablo Picasso aus dem Besitz von Marina Ruiz-Picasso. Die Nachkriegsmoderne wird von Werken der ZERO-Künstler Günther Uecker und Otto Piene dominiert. Die Versteigerung der SØR Rusche Collection wird mit dem vierten Teil fortgesetzt, u.a. mit Werken von Alicja Kwade und Martin Kobe.

Mitte der 1950er Jahre wurde Pablo Picasso auf die Gemmail-Technik aufmerksam und titulierte: „Eine neue Kunst ist geboren – Les Gemmaux“. Daraufhin entstanden über 50 Gemmaux in Zusammenarbeit mit Pablo Picasso nach dessen Werken. Als Vorlage für die angebotene Arbeit diente Picassos Gemälde „Femme au Collier“ aus dem Jahr 1943 (Zervos, Nr. 149, Band 13). Das Gemmail befand sich bis zu Picassos Tod in dessen Besitz. Die Erbin Marina Ruiz-Picasso verkaufte das Werk an eine Luxemburger Privatsammlung, durch die es nun erstmals öffentlich angeboten wird (Schätzpreis: 500.000 – 700.000 Euro).

Unser „Blick auf das Murnauer Moos" von Gabriele Münter (Schätzpreis: 160.000 – 220.000 Euro) entsteht in einer Zeit höchster künstlerischer Auseinandersetzung mit ihren Malerfreunden Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin. Mit sparsamen Ausdrucksmöglichkeiten hält Münter die empfundene morgendliche Stimmung im Bild fest. Durch die Intensität ihres Blickes und ihre Fähigkeit zur Vereinfachung des real Gesehenen erreicht Münter bei diesem Gemälde das, wonach auch ihre Zeitgenossen zur Steigerung des Ausdruckes streben. Vergleichbar arbeitete auch ihr Kollege Wilhelm Morgner, der wohl angeregt von den Künstlern des "Blauen Reiters" Landschaften entwickelt, deren Formen er in Farbflächen auflöst. Durch seine „Astrale Komposition VI" (Schätzpreis: 140.000 – 180.000 Euro) gelingt ihm die Loslösung von der Dingwelt in transzendente Sphären. Wie üblich ist Van Hams „Haus-Künstler“ Karl Hofer mit mehreren herausragenden Arbeiten vertreten, u.a. mit einer wunderbaren „Figürlichen Komposition“, die vier sitzende Frauen in einer Landschaft zeigt. Das Gemälde aus einer nordrheinwestfälischen Privatsammlung entstand um 1930 (Schätzpreis: 100.000 – 150.000 Euro).

In der Auktion „Post-War“ besticht erneut eine Arbeit des deutschen Malers und Grafikers Ernst Wilhelm Nay. Mit seinem „Dynamik Bild“ (Schätzpreis: 250.000 – 350.000 Euro) hat sich der Künstler von allen streng vertikalen Ausrichtungen freigemacht und Energie, Kraft und Entwicklung in dieser Komposition miteinander vereint. Hier und da setzt er farbliche Kontrapunkte. Analog zur Musik erzeugt er so einen melodischen Rhythmus, der über die Grenzen des Bildes weiterklingt. Schon seit den 1950er/60er Jahren setzt sich der ZERO-Künstler Günther Uecker mit dem Motiv der Spirale auseinander, die er zu immer neuen Nagel-Formationen variiert. Selten sind jedoch schwarze Spiralen wie die marktfrische „Dunkle Spirale“ von 1983 (Schätzpreis: 200.000 – 300.000 Euro), die in der Auktion „Post War“ angeboten wird. In Otto Pienes „Rauch-“ und „Feuerbildern“ ist der performative Akt des Malens mit Feuer Teil des Werks, besonders auch die gleichzeitige Gefahr der Zerstörung, die darin liegt. Die nun angebotene Arbeit von 1967 besticht durch ihre besonders leuchtende und expressive Wirkung (Schätzpreis: 80.000 – 120.000 Euro). Tony Craggs außergewöhnliche Arbeit "Not yet titled, 2005" stellt eine Besonderheit dar, da Holzarbeiten des Bildhauers nur selten auf dem deutschen Kunstmarkt angeboten werden. Aus allen Perspektiven bieten sich spannende Ansichten und aufregende Profile. Die rund 1,50 Meter hohe Arbeit kommt mit einem Schätzpreis von 120.000 – 180.000 Euro zum Aufruf. Wie schon in der Vergangenheit ist Andy Warhol auch diesen Herbst mit starken Arbeiten bei Van Ham vertreten. Der seltene Trial Proof „Beethoven“ zeigt sich in einer einzigartigen, farbfrischen Farbkombination und besticht durch ihren hohen Wiedererkennungswert. Die Arbeit erschien außerhalb der vierteiligen Mappe, womit sie zu den 72 individuell gestalteten TP-Exemplaren mit Unikatcharakter gehört (Schätzpreis: 50.000 – 80.000 Euro).

In der Auktion „Contemporary“ kombiniert der Stuttgarter Maler André Butzer im hier vorgestellten Gemälde „Bobby Bohnen und seine Hunde“ (Schätzpreis: 50.000 – 70.000 Euro) in schreiend bunten Farben, die er virtuos und pastos auf die Leinwand setzt, die Pop- und Hochkultur: Animationsfiguren, inspiriert von seinem Idol Wald Disney, sind darin ebenso zu Hause wie Themen der Kunstgeschichte, in der sich der Künstler bestens auskennt.

SØR Rusche Collection – Part IV

Nach den Auktionen der SØR Rusche Collection im Mai und Oktober dieses Jahres, folgt im Rahmen der Herbstauktion am 27. November 2019 nun der vierte Teil der außergewöhnlichen Firmensammlung. Mit über 4.000 Werken handelt es sich um die größte Auktion zeitgenössischer Kunst in Deutschland, von denen nun rund 120 Arbeiten zum Aufruf kommen. Zu den Highlights gehört eine imposante Architekturkomposition von Martin Kobe. Kobe gelingt es in seinem Werk, sowohl den Eindruck akkurat konstruierter Perspektive zu erwecken, andererseits laufen Linien ins Leere, die glatt ausgemalte Fläche bricht auf und pastose Kleckse und der strahlende Horizont bahnen sich den Weg (Schätzpreis: 3.500 – 4.500 Euro). Einen bleibenden Eindruck hinterlässt auch Alicja Kwades „Kohle“ von 2006 (Schätzpreis: 12.000 – 18.000 Euro). Die Künstlerin ordnet 76 vergoldete Kohlebriketts auf einem Sockel an und verbindet auf raffinierte Manier die zwei Bedeutungen des Titels „Kohle“, welcher einmal umgangssprachlich für Geld und einmal für die geologische Steinformation genutzt wird. Des Weiteren kommen Arbeiten von Cornelia Schleime, David Schnell, Norbert Tadeusz, Werner Tübke und Matthias Weischer zum Aufruf.

In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Sammlung hat Prof. Dr. Teresa Bischoff der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg basierend auf einer Auswahl kunsthistorischer Texte fünf Kriterien zur Bestimmung der Qualität von „guter Kunst“ bestimmt. Der Katalog gliedert sich dementsprechend in fünf Kapitel: Diskurswürdigkeit, Handwerk, Schönheit, Kunstwollen und Innovation.

Veranstaltungen zum Bericht:
439. Auktion: Modern
440. Auktion: Post War
441. Auktion: Contemporary - SØR Rusche Collection Part IV

Quelle: © Van Ham Kunstauktionen

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