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Julius Exter, Adam und Eva

Julius Exter, Adam und Eva

Auf einer Anhöhe über weiter Landschaft stehend. L. u. signiert. Öl auf Lwd. 190 x 250 cm. Rest. Min. besch. Rahmen besch.

Losnummer: 264


1893 präsentierte der 30-jährige Julius Exter das vorliegende Gemälde "Adam und Eva" auf der Großen Berliner Kunstausstellung. Die Kritiker reagierten - wie bis heute bei zeitgenössischer Kunst nicht unüblich - euphorisch bis ablehnend: "Denselben Gegenstand [Adam und Eva] hat auch Exter, aber in anderer Weise gemalt. Hier stehen die ersten Menschen im hellgrünen Licht unter Bäumen in schön bewegten Stellungen, während unten in der Ferne eine grüne Landschaft verdämmert. Das in breiter, dekorativer Weise gemalte Bild giebt in seltsamer mystischer Beleuchtung zwei schöne nackte Menschen im Freien [...] Exter ist von den Münchnern der, der dem Mystizismus und dem Symbolismus am meisten zuneigt." (Besprechung der Großen Berliner Kunstausstellung 1893 in: Die Kunst für Alle, Jg. 8, Heft 19, 1. Juli 1893, S. 291). Und ebenda heißt es zur Präsentation der Münchner Sezessionisten in Berlin allgemein: "Der letzte Saal mit den Bildern der Münchener Sezessionisten und ihrer deutschen und ausländischen korrespondierenden Mitglieder in den Nebenräumen - das ist Schlaraffia. Hier erst sieht man die frische lebensfähige moderne Kunst, charakteristische Verkörperungen der treibenden Kräfte im Leben der Gegenwart." (S. 289). Adolf Rosenberg, maßgeblicher Kunstkritiker seiner Zeit, äußerte sich jedoch irritiert über den Berliner Auftritt der Sezessionisten aus München, besonders auch über Exters Gemälde "Adam und Eva", dem er "die thörichtsten und sinnlosesten Lichtvisionen" unterstellt (Kunstchronik. Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe. N.F. 4 (1893), Heft 28, 15. Juni 1893, Sp. 4539). Nach seinem Studium an der Münchner Akademie, u. a. bei Nikolaus Gysis und Alexander von Wagner, war Julius Exter freischaffend tätig. 1891 unternahm er eine Studienreise nach Italien. Im darauffolgenden Jahr gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Münchner Sezession, 1894 der aus dieser hervorgegangenen Gruppe der Freien Vereinigung Münchner Künstler. Seit 1892 präsentierte Julius Exter seine Werke auf den großen Kunstausstellungen u. a. in München und Berlin. Sein Triptychon "Karfreitag" aus dem Jahre 1895 wurde später von der Neuen Pinakothek in München erworben. 1896 schloss er sich der Luitpold-Gruppe an, zudem stand er in Kontakt mit dem Künstlerkreis Scholle. Die Arbeiten des Avantgardisten Exter waren bei den Sammlern begehrt, im Laufe der Jahre entwickelte sich ein unverkennbarer Personalstil. Seine im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts entstandenen Gemälde sind zu den Meisterwerken der frühen modernen Malerei zu rechnen. In seinem 1902 in Übersee-Feldwies am Chiemsee erworbenen Bauernhaus etablierte Exter eine bedeutende Malschule, heute ist das "Exter-Haus" als Museum und Galerie öffentlich zugänglich. Eine umfangreiche Sammlung von Werken des Meisters wird in einer Dauerpräsentation im Alten Schloss auf Herrenchiemsee gezeigt. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts befasste sich Julius Exter intensiv mit christlichen Bildthemen und schuf in diesem Zusammenhang mehrere großformatige, auch mehrteilige Arbeiten. Das vorliegende Gemälde aus dem Jahre 1893 nimmt in diesem Zusammenhang eine Sonderstellung ein, vermischt der Künstler doch hier die Darstellung des ersten Menschenpaares mit Bildmotiven mythologischer Szenen (Adam ähnlich Pan im Schilf stehend) wie auch Attributen mariologischer Bedeutung (Eva hält Adam einen Stängel weißer Lilien entgegen, in der christlichen Ikonographie Symbol für die Reinheit und Keuschheit Mariens). Literatur: Katalog Grosse Berliner Kunstausstellung 1893. Berlin, Landesausstellungsgebäude, 14. Mai - 17. September 1893. Berlin 1893, Kat.-Nr. 352. - Kunstsalon Keller und Reiner, Berlin, Auktion "Sammlung Kapitänleutnant Kuthe, Berlin", 2. Dezember 1911, Kat.-Nr. 14: das Gemälde blieb unverkauft. - Schmid, Elmar D., Julius Exter. Aufbruch in die Moderne. Ausst.-Kat. Bayerische Landesbank, München, 2. Juli - 13. September 1998. München/Berlin 1998, S. 233, Nr. 7 "Adam und Eva auf einer Anhöhe mit weitem Blick in die Landschaft" (mit Farbtafel S. 79). - Kennedy, Julie / Schmid, Elmar D., Franz von Stuck und Julius Exter - Freunde und Rivalen im Zeichen der Secession. Ausst.-Kat. Tettenweis, Franz-von-Stuck-Geburtshaus 2008/2009. Tettenweis 2008, Abb. 55: Reproduktion einer Photographie, die Julius Exter im Atelier vor dem Gemälde "Adam und Eva" zeigt. Diese Photographie trägt eine Widmung des Künstlers und ist 1893 datiert.

Provenienz: Seit 1901 Sammlung Kuthe, Berlin. - Süddeutsche Privatsammlung.


Veranstaltungshinweise:

Am 03.12.2019 bis 04.12.2019 Auktion 386: Alte Kunst und Schmuck


Schätzpreis: 25.000 - 30.000  EURO

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