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Erfolgreiche Restitution von Lesser Urys Gemälde „Burgruine im Rheingau“

Lesser Ury, Burgruine im Rheingau, um 1924

Nach über vier Jahren Provenienzrecherche und Restitutionsverhandlungen konnte NEUMEISTER gemeinsam mit dem Einlieferer des Gemäldes einen Vergleich mit den Erben nach Lucie Meyerheim unter Mitwirkung des Holocaust Claims Processing Office erwirken und somit zu der in den Washingtoner Principles vereinbarten „gerechten und fairen Lösung“ beitragen.

Das Gemälde „Burgruine im Rheingau“, einer der Höhepunkte der kommenden NEUMEISTER Auktion am 15. April, stammt aus dem künstlerischen Nachlass von Lesser Ury. Im Inventar des Nachlasses, das am 21. November 1931 von Dr. Karl Schwarz erstellt wurde, wird das Gemälde unter dem Titel „Schlossruine am Rhein“, 97 × 67 cm, geführt. Lucie Meyerheim erbte dieses Bild, sowie 12 weitere, direkt aus dem Nachlass ihres Cousins, dem Künstler Lesser Ury.

Leo Meyerheim wurde am 6. Dezember 1888 in Massow geboren. Nach Beendigung seiner Schulausbildung, arbeitete er in verschiedenen Textil-Unternehmen, bis er 1915 zum Militärdienst eingezogen wurde. Während des Ersten Weltkrieges diente er an der Front, wurde zweimal verwundet und erhielt mehrere militärische Auszeichnungen.

Nach seinem Militärdienst, wurde Leo Meyerheim 1919 Partner im väterlichen Betrieb. Am 10. Oktober 1920 heiratete er Lucie Schwarz in Schwiebus, Deutschland. Sie lebten gemeinsam in Frankfurt an der Oder. Nachdem Leos Vater 1924 verstarb, übernahm er die beiden Textil-Fabriken, einen Textil-Großhandel sowie eine Wäschefabrik. Leo und Lucie Meyerheim hatten drei Töchter. Der Boykott ab 1. April 1933 hatte zur Folge, daß Leo Meyerheims Unternehmen erheblich beeinträchtigt wurde und er sowohl Lieferanten als auch Kunden verlor. Am 10. November 1938 wurde Leo Meyerheim verhaftet und ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Am 13. Dezember wurde er freigelassen. Bedingung für seine Entlassung war die Auflösung seiner Unternehmen zum 31. Dezember 1938. Sechs Monate später, am 14. Juni 1939, flohen Leo und Lucie Meyerheim mit Ihrer jüngsten Tochter nach Shanghai, wo sie im jüdischen Ghetto lebten.

Nach Kriegsende emigrierte die Familie in die USA, nach New York. Laut einer Aussage Leo Meyerheims im Zusammenhang mit einer Wiedergutmachungsforderung nach dem Krieg, musste die Familie 1939 einen Großteil ihres Besitzes, darunter Kunstwerke, in aller Eile liquidieren. Aus der bekannten Besitzgeschichte des Gemäldes gibt es keinen Hinweis darauf, dass dieses Kunstwerk Deutschland mit den Meyerheims verlassen hat. Es kann daher als erwiesen gelten, dass das Gemälde „Burgruine im Rheingau“ von Lesser Ury zu den Werken gehörte, die die Familie auf der Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung verkaufen oder zurücklassen mussten.

„Nur aufgrund des guten Willens aller Beteiligten, Einbeziehung eines knapp halben Dutzends nationaler und internationaler Provenienzforscher, eines persönlichen Treffens von mir mit den Nachfahren von Lucie Meyerheim in der HCPO, New York, benevolentem Mitwirken des Einlieferers und nahezu unermüdlichen Einsatzes auf allen Seiten konnte diese einvernehmliche Lösung erreicht werden“ (Katrin Stoll, Geschäftsführerin NEUMEISTER)

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 400: Graphik und Gemälde 15. bis 20. Jh. sowie Moderne, Post War & Contemporary Art

Quelle: © Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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