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Marktfrische Meisterwerke und Spitzensammlungen – die Jubiläumsauktionen 2021 bei Grisebach

Emil Nolde, Meer (I), 1947

Gleich zwei Millionenwerke, die sich jahrzehntelang in Privatbesitz befanden und beide zum ersten Mal auf den Kunstmarkt kommen, sind die Stars der diesjährigen Jubiläumsauktionen in Berlin: „Meer (I)“ von Emil Nolde aus dem Jahr 1947 – ein Weihnachtsgeschenk des Künstlers an seine späte Liebe Jolanthe, die es lebenslang in ihrem Besitz behielt, bevor das Gemälde für viele Jahre als Leihgabe an das Berliner Brücke- Museum ging (EUR 1.000.000/1.500.000). Eine spektakuläre Wiederentdeckung ist Max Beckmanns „Badende mit grüner Kabine und Schiffern mit roten Hosen“. Entstanden ist dieses persönlich motivierte Schicksalsbild anlässlich eines Ferienaufenthalts in Zandvoort in bewegten Zeiten im Jahr 1934. Seit über 80 Jahren befindet es sich in Familienbesitz und wurde 1964 zum letzten Mal öffentlich ausgestellt (EUR 1.000.000/1.500.000).

Hervorzuheben ist in der Auktion „Ausgewählte Werke“ vom 2. Dezember auch Max Liebermanns impressionistisches Meisterwerk „Die Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern“, ein Gemälde von Museumsqualität, das zur eindrücklichen Feier des Augenblicks, des Lichts und der Farben wird (EUR 500.000/700.000). Eine absolute Seltenheit ist Otto Dix’ „Selbstbildnis“ von 1913, ein existentielles Bekenntnis des Malers, welches sich seit fast 60 Jahren in Familienbesitz befindet (EUR 200.000/300.000). Besonderes Augenmerk verdient auch das Hauptwerk Heinrich Maria Davringhausens aus dem Jahr 1917: In seinem unverwechselbar visionären Stil porträtiert der Maler einen Künstlerkollegen, den Dichter Theodor Däubler, der hier als Seher und Weltenrichter figuriert (EUR 300.000/400.000).

Eine bezaubernde Rarität ist die „Modeschau“ von 1925/1935 der Dadaistin Hannah Höch - eine Collage, mit der die Künstlerin den Umbruch im künstlerischen und weiblichen Selbstbewusstsein der 20er-Jahre inszeniert (EUR 100.000/150.000). Mit „Metagrün“ (1963), einer kraftvollen Komposition im Spannungsfeld von Farbe und Zeichnung von Ernst Wilhelm Nay, wird ein bedeutendes, großformatiges Gemälde eines der wichtigsten deutschen Maler der Nachkriegszeit angeboten (EUR 300.000/400.000).

Auch aus dem Bereich der Zeitgenössischen Kunst stehen hochkarätige Werke mit hervorragenden Provenienzen in der Offerte der „Ausgewählten Werke“: „Sun Dried: Japanese Space“ des amerikanischen Künstlers Kenneth Noland aus dem Jahre 1963 war Teil seiner historischen Ausstellung „A Retrospective“ im New Yorker Guggenheim Museum und ist eines der ersten Beispiele einer Shaped Canvas in der amerikanischen Kunstgeschichte (EUR 400.000/600.000). Mit Alex Katz ist ein zweiter großer amerikanischer Künstler vertreten: „Black Bathing Suit“ von 1997 besticht durch die typisch unverwechselbare Verbindung von Reduktion und Figuration und durch das Blau als grenzenlos assoziativer Raum (EUR 280.000/350.000). Highlights der Versteigerung sind Karl Horst Hödickes Tryptichon „Potsdamer Platz III“ von 1977, eines der frühen Hauptwerke des Künstlers (EUR 150.000/200.000), sowie Norbert Schwontkowskis „The Battle“ von 2011, ein besonders schönes Beispiel für Schwontkowskis poetische, magische Bildsprache (EUR 30.000/40.000).

Im Rahmen der Auktion Zeitgenössische Kunst am 3. Dezember wird unter anderem der zweite Teil von Werken wie Annette Kelm, Thomas Demand oder Jonathan Meese versteigert, die die Geschichte der KW Institute for Contemporary Art und der Berlin Biennale in den letzten 30 Jahren maßgeblich geprägt haben und die das einzigartige Ausstellungsprogramm der vergangenen drei Jahrzehnte reflektieren. Mit dem Erlös werden zukünftige Projekte der KW und der Berlin Biennale unterstützt.

Hochkarätige Werke etablierter deutscher Künstler aus dem Angebot der Zeitgenössischen Kunst sind unter anderem A.R. Pencks „SPIELEN UND BAUEN“ von 2002, ein typisches Beispiel für die Spannung zwischen System und Anarchie, von der das gesamte Schaffen des Künstlers lebt (EUR 150.000/200.000) und Helmut Middendorf greift in dem 1982 entstandenen Bild „City of the red nights II.“ das unbeschwerte Großstadt- Lebensgefühl der beginnenden 1980er-Jahre auf: exzessiv, beschwingend und farbgewaltig.

Am 2. Dezember werden in einer eigenen Auktion hochkarätige Werke zeitgenössischer Künstler aus der bedeutenden Sammlung der Berliner Sparkasse angeboten und in einer eigenen Vorbesichtigung vom 12. bis 18. November präsentiert. Darunter fünf frühe Arbeiten von Neo Rauch, die eine Sammlung innerhalb der Sammlung bilden und von der typisch rätselhaften und mystischen Bildsprache des Künstlers bestimmt sind (zwischen EUR 40.000–120.000). Besondere Hervorhebung verdient hier auch Maria Lassnigs Gemälde „Hände“ von 1989 als signifikante Arbeit einer der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart (EUR 180.000/240.000), eine von Christos großen farbigen Collagen des „Wrapped Reichstag (Project for Berlin)“ von 1994 (EUR 300.000/400.000), Markus Lüpertz’ opulente malerische Geste „Traube“ von 1971 (EUR 100.000/150.000) sowie gleich zwei abstrahierte Landschaften Per Kirkebys: „Soem-Sommer“ von 1988 und „Die Zeit nagt I” von 1992 (EUR 120.000/150.000 resp. EUR 150.000/200.000). Ein Höhepunkt der Versteigerungen ist eine großformatige, spannungsvolle Papierarbeit des Amerikaners Christopher Wool von 1989 – ein eindrucksvolles Beispiel für seine künstlerische Praxis des Non-Finito (EUR 300.000/400.000). Der Erlös von der Versteigerung dieser Kunstsammlung wird gesellschaftlichen Einrichtungen in Berlin zugutekommen, für die sich die Berliner Sparkasse als eine der größten Förderinnen des Gemeinwohls in Berlin umfassend engagiert.

„The Art of Photography – A New York Collection“: Über 120 Lose von musealer Bedeutung und atemberaubender Schönheit aus einer spektakulären US-amerikanischen Sammlung werden in der Auktion Photographie vom 1. Dezember aufgerufen. Spitzenlos ist Helmut Newtons legendäres Diptychon „Sie Kommen“ (Dressed/Naked), entstanden 1981 für die französische VOGUE: Vier Frauen, nackt, nur auf High Heels, und in gleicher Anordnung bekleidet und gestylt marschieren durch das Studio. Newton betont mit dieser Ikone der Fotografie, dass Nacktheit nicht nur erotisch ist, sondern durchaus auch ein Statement sein kann, geladen von Selbstbewusstsein und Energie (EUR 150.000/200.000). Ein weiteres Glanzstück ist Richard Avedons „Dovima with Elephants“ von 1955 – wohl das berühmteste Modephoto des 20. Jahrhunderts, das von einer Goldenen Ära des Glamours berichtet (EUR 100.000/150.000). Das wohl bedeutendste Foto von Rudolf Koppitz, ist die sogenannte „Bewegungsstudie“. Der signierte Bromölumdruck stammt von 1925 und stellt auf dem Markt eine begehrte Rarität dar (EUR 100.000/150.000).

An der Spitze des Angebots der Auktion Kunst des 19. Jahrhunderts steht „Der Witwer“ von 1873 von Max Liebermann, ein skandalträchtiges und zugleich gefeiertes Frühwerk des Künstlers (EUR 250.000/350.000). Seit über 100 Jahren ist Carl Schuchs „Ingwertopf mit Orangenhälfte“ in Familienbesitz, ein philosophisch zu deutendes Bild, in dem Schuch Licht und Farbe in malerische Vibration versetzt (EUR 120.000/150.000). Das Hauptwerk von Théodore Gudin, das „Schiffswrack bei Castello sul Mare in Rapallo“, stammt aus dem persönlichen Besitz von Zar Nikolaus I. und wurde unter anderem in der St. Petersburger Eremitage ausgestellt (EUR 40.000/60.000). Die „Tiroler Landschaft mit Burg Naudersberg“ von 1847 von Ernst Ferdinand Oehme ist ein Hauptwerk der Dresdener Romantik und die Wiederentdeckung eines 100 Jahre verschollenen Museumsstücks (EUR 100.000/150.000, Auktion Ausgewählte Werke).

Insgesamt werden bei den Winterauktionen vom 1. bis 3. Dezember 574 Kunstwerke mit einem unteren Schätzpreis von insgesamt EUR 16 Mio. in sechs Auktionen versteigert. Die Vorbesichtigung aller Werke in Berlin an drei Standorten in der Fasanenstraße (25, 27, 73) findet vom 23. bis 30. November statt. Die Sondervorbesichtigung Sammlung Berliner Sparkasse eine Woche davor, vom 12. bis 18. November.

Quelle: © Villa Grisebach Auktionen GmbH

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