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Rätselhafte Junge Frau

Anton Möller, Bildnis einer jungen Danziger Patrizierin

Zu den Highlights zählten Gemälde von Anton Möller (€ 212.000), Rubens (€ 213.000) und Caesar Boetius van Everdingen (€ 146.000) und Jan Baegarts (Meister von Cappenberg) mit € 200.000. Das 19. Jahrhundert war u.a. mit Werken von Friedrich Nerly, Ferdinand Bellermann, Petrus van Schendel, Johann Baptist (Giovanni Battista) Lampi und Michael Neher vertreten (Taxen zwischen € 35.000 und 70.000). Die Auktionen erzielten insgesamt das erfreuliche Ergebnis von knapp 6 Mio. Euro, wobei insbesondere die Ergebnisse für Kunstgewerbe und den Schmuck (letzterer ist mit einer Zuschlagsquote nach Wert von 113% exzellent abgesetzt worden) sehr erfolgreich waren.

Mit € 213.000 gehörte „Madonna mit Kind“ von Peter Paul Rubens und Werkstatt zu den Höhepunkten der Auktion. Bemerkenswert die Entstehungsgeschichte des Gemäldes: Es verblieb vermutlich in unfertigem Zustand in Rubens‘ Werkstatt und wurde später von einem seiner Mitarbeiter fertiggestellt. Ein Stich sowie zahlreiche Kopien zeugen von der Popularität dieser Komposition, die monumental, zugleich aber geprägt ist von der Intimität zwischen Mutter und Kind. Das Gemälde wurde von einem russischen Sammler übernommen (Lot 1540, € 180/240.000).

Das „Bildnis einer jungen Danziger Patrizierin“ des ostpreußischen Malers Anton Möller (1563 – 1611), seit 1935 in einer deutschen Privatsammlung und mit Neuerburg-Provenienz versehen, war ein weiteres Highlight der Auktion; Schweizer Handel investierte € 212.000. In den letzten 30 Jahren sind von Möller nur druckgraphische Arbeiten auf dem Markt offeriert worden (Lot 1521, € 180/200.000).

Von € 70/90.000 ist Jan Baegarts (Meister von Cappenberg) „Krönung Mariens“ nach langem Bietgefecht von englischem Handel bis auf € 200.000 hochgetrieben worden. Die aus einer belgischen Adelssammlung neu aufgetauchte, der Forschung bislang unbekannte Tafel mit der Darstellung der Krönung Mariens wird von Guido de Werd der Werkstatt Jan Baegerts zugeordnet und in die reife Schaffensphase dieses Weseler Malers zwischen 1510 und 1515 datiert (Lot 1506, €70/90.000).

Erst im Jahr 2002 wiederentdeckt, hat Caesar Boetius van Everdingens Gemälde „Junge Frau mit schwarzem Hut, eine Brüstung hinunterblickend“ lange Zeit Rätsel aufgegeben. Das sehr qualitätsvolle, bemerkenswerte Bild ist nun für € 146.000 von niederländischem Handel übernommen worden (Lot 1546, € 120/140.000). Das „Bildnis eines Edelmannes in spanischer Tracht“ des niederländischen Künstlers Anthonis Mor kam auf € 94.000 (Lot 1522, € 80/100.000). Dasselbe Resultat erzielte Adriaen van de Vennes monochromes Bild „Noot breekt wet – Ein Paar, beladen mit Hausrat und zwei kleinen Kindern, zieht über Land, gefolgt von weiteren“. Es gehört zu einem der im 17. Jh. beliebten niederländischen Sprichwortbildern (Lot 1537, € 70/90.000).

Mit beeindruckendem Naturalismus und anatomischer Exaktheit präsentierte David de Coninck in dem Gemäldepaar „Ein Truthahn, zwei Hunde und zwei Tauben vor einer Landschaft“ und „Ein Pfau, zwei Hühner und zwei Kaninchen vor einer Landschaft“ verschiedene Tiere vor einer abendlichen Landschaft; die Bilder wechselten für € 69.000 den Besitzer (Lot 1576, € 50/60.000).

19. Jahrhundert

Ein Spitzenwerk des 19. Jh. war mit € 69.000 das Gemälde „Palazzo Contarini in Venedig (Haus der Desdemona)“ von Friedrich Nerly, ein damals überaus erfolgreicher Maler venezianischer Veduten (Lot 1695, € 50/70.000). Besonders effektvoll ist Petrus van Schendels „Nächtlicher Markt“ von 1851. Das 1851 datierte Gemälde „Nächtlicher Gemüse- und Fischmarkt in Den Haag“ ist ein herausragendes Beispiel für seine „Nocturnes“: Die nächtliche Marktszene mit ihren raffinierten Hell-Dunkel-Kontrasten honorierte ein Bieter mit € 75.000 (Lot 1687, € 40/50.000). Michael Nehers „Fischmarkt in Rom“ von 1829, ein bisher unbekanntes Gemälde des Künstlers, war über 80 Jahre in einer privaten Sammlung verborgen. Nun ist es von einem deutschen Privatsammler für € 40.000 übernommen worden (Lot 1667, € 30/35.000).

Skulpturen

An der Spitze der Skulptur-Offerte standen mit je € 33.000 eine von Eduard Mayer um 1850 in Rom gearbeitete marmorne Aphrodite (Lot 1658, € 20/25.000) und 21 Figuren des um 1822 entstandenen „Totentanzes aus Zizenhausen“ von Anton Sohn (Lot 1656, € 5/6.000).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1185: Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen 14.-19.Jh.

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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