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Auktionen 166 - 168

Pablo Picasso. La Célestine. 1971.

AUKTION 166:

Die Auktion 166 ist gewidmet der Sammlung des 2021 verstorbenen Werner Floss.

Kenntnisreich und mit Leidenschaft und Freude und Gespür für besondere Ausgaben trug der Sammler eine sehr umfangreiche Kollektion von illustrierten Büchern und Illustrationsfolgen zusammen. Er wollte das breite Spektrum der Illustrationskunst vom Ende des 19. Jahrhunderts, beginnend mit einigen englischen und französischen Vorbildern, von Max Klinger und der Wiener Buchkunst um 1900 bis heute dokumentieren. Das illustrierte Buch der zwanziger Jahre ist in seiner Sammlung in einer Dichte und Vollständigkeit vertreten, die wohl einmalig sein durfte.

Aus dieser Kollektion bieten wir in der Auktion eine Auswahl von knapp 800 Objekten
Eine Übersicht über einige herausragende Bücher und Mappenwerke - wie in der Auktion nach Namen der Buchillustratoren geordnet - soll die Bandbreite der Sammlung darstellen:

Der Wiener phantastische Realismus ist unter anderem mit den Illustratoren von Arik Brauer zu Martin Bubers »XX Chassidische Erzählungen« von 1973 vertreten (Schätzpreis € 3000,-).

Marc Chagall schuf 1926 fünfzehn Radierungen zu humoristischen Texten verschiedener Autoren unter dem Titel »Les Sept Péchés Capitaux« (€ 4500,-); eine seiner letzten graphischen Folgen stellen die Farblithographien zur Zauberflöte »La Féerie et le Royaume« dar, die 1972 zu einem Text von Camille Bourniquel erschienen (€ 5000,-).

Unter den in großer Anzahl vertretenen Illustrationen von Lovis Corinth sei erwähnt seine Folge von fünfzehn Radierungen zu »Das Gastmahl des Trimalchio«, ein auch bei anderen Künstlern sehr beliebtes Thema. Das Mappenwerk aus dem Jahr 1919, hier in einem von 15 Exemplaren auf Japan, ist mit € 3000,- geschätzt. Ein Jahr später erschien unter dem Titel »Antike Legenden« Corinths Folge von 12 Radierungen, hier in einem von 20 Exemplaren der Japanausgabe A mit einer zusätzlichen Radierungsvariante (€ 3000,-).

Salvador Dalí ist u.a. mit seinen Radierungen zu Pierre de Ronsards »Les amours de Cassandre« von 1968 vertreten (€ 3000,-). Goethes »Faust« versah er 1969 mit radierten Illustrationen (€ 3000,-).

Eine besondere Vorliebe des Sammlers Werner Floss galt den Vorarbeiten der Künstler zu Buchillustrationen. Hier seien beispielhaft genannt die 55 Vorzeichnungen und Ideenskizzen, die Heinrich Ehmsen ab 1926 für sein 1927 erschienenes Mappenwerk »30 Radierungen zu Gerhart Hauptmanns Emanuel Quint« schuf (€ 9000,-).

Unter den Wiener Phantastischen Realisten darf natürlich Ernst Fuchs nicht fehlen, hier vertreten u.a. mit seinem »Samson« in der englischen Ausgabe von 1967 (€ 4000,-).

Unter den Arbeiten von Georges Grosz ragt heraus die 1923 erschienene Parodie von Alfred Richard Meyer »Lady Hamilton oder Die Posen-Emma«, die der Künstler in dieser Vorzugsausgabe mit acht signierten Lithographien versah (€ 3000,-).

Zehn Jahre zuvor, nämlich 1913, schuf Ernst Ludwig Kirchner seine erste buchkünstlerische Illustrationsfolge mit den Holzschnitten zu Alfred Döblins Erzählung »Das Stiftsfräulein und der Tod«, hier als eines der wenigen Vorzugsexemplare in vom Verleger A. R. Meyer beschrifteten, festen Einband (€ 3300,-). Eines der wohl schönsten Bücher des deutschen Expressionismus und gleichzeitig die wichtigste buchkünstlerische Arbeit Kirchners sind die unter dem Titel »Umbra Vitae« 1924 erschienenen Gedichte von Georg Heym, in denen der Künstler für die gesamte Buchausstattung verantwortlich war (€ 4000,-).

Ein schönes Exemplar von Else Lasker-Schülers mit eigenen signierten Lithographien versehenem Gedichtband »Theben« von 1923 ist mit € 4000,- taxiert.

Aus demselben Erscheinungsjahr 1923 stammen die dagegen konservativ wirkenden aber gekonnten Illustrationen von Max Liebermann zu Heines »Rabbi von Bacherach«. Die hier vorliegende Vorzugsausgabe mit der zusätzlichen Extrasuite der signierten Lithographien auf Japan ist mit einem Schätzpreis von € 3000,- versehen.

Eine wiederum völlig andere Facette der Illustrationskunst bietet Gerhard Marcks mit seinem 1923 im Bauhaus-Verlag erschienenen Holzschnitten »Das Wielandslied der aelteren Edda« (€ 3000,-).

Der »Marsyas« ist die wohl luxuriöseste im weiteren Sinne expressionistische Zeitschrift ihres Jahrzehnts. Ein mit 6 Heften und Ankündigungsheft komplettes Exemplar des einzigen Jahrgangs 1917-19 der seltenen Zeitschrift mit zahlreichen Originalgraphiken und literarischen Erstdrucken ist mit € 3000,- taxiert.

Die letzten bedeutenden Radierungen im graphischen Oeuvre Max Pechsteins bieten seine Illustrationen zu Willy Seidels Erzählung »Yali und sein weißes Weib«, ebenfalls im oft genannten Jahr 1923 erschienen. Das mit neun (einer wiederholten) einzeln signierten Radierungen versehene Werk liegt hier in einem bemerkenswerten Einband vor (€ 4200,-).

Von Pablo Picasso sind einige bemerkenswerte Illustrationswerke in der Floss‘schen Sammlung vorhanden. Zu Ramon de Reventós‘»Dos Contes« schuf er beispielsweise 1947 vier ganzseitige Radierungen (€ 3000,-); Maurice Toescas Erzählungen »Six Contes fantasques« von 1953 ist mit sechs Kupferstichen und sechs verzierten Initialen versehen, das ganze gebunden in einen hervorragenden goldverzierten und intarsierten anonymen französischen Maroquineinband (€ 5000,-). Eigene Gedichte und Zeichnungen von Picasso bietet seine 1954 erschienene mit 14 Lithographien und lithographierten handschriftlichen Texten versehene Folge »Poèmes et lithographies« (€ 18.000,-). Fernando de Rojas' »La Célestine« ist eine im frühen 16. Jh. entstandene Tragikomödie um eine Liebe zwischen Calisto und Melibea. Die 66 ganzseitigen linearen Radierungen und Aquatinten Picassos zu diesem Drama zeigen mit Vorliebe Entführungsszenen und erotische Begegnungen. Ein ganz hervorragendes Exemplar dieses Werkes, das der Sammler in einer früheren Venator & Hanstein-Auktion erworben hatte, ist mit € 30.000,- bewertet.

Von den zahlreichen Werken von Max Slevogt in der Floss-Sammung sollen zwei Erwähnung finden, nämlich seine 1920 in 100 Exemplaren erschienenen »Randzeichnungen zu Mozarts Zauberflöte« (€ 3000,-, zusammen mit den »Aquarellen zu Mozarts Zauberflöte« aus demselben Jahr), sowie Goethes »Faust, Zweiter Teil«, den er mit 510 Lithographien und 11 Radierungen illustrierte (€ 3500,-).

Ein anderer bedeutender Buchillustrator und einflussreicher Lehrer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Hugo Steiner Prag. Unter seinen Werken ist wohl das eindrucksvollste seine 1916 erschienene, eine unheimliche und phantastische Stimmung verbreitende Folge »Der Golem. Lithographien zu Gustav Meyrinks Roman«. Die Vorzugsausgabe in 35 Exemplaren ist mit € 3600,- taxiert.

Ein früher Vertreter der modernen Buchillustration ist Heinrich Vogeler-Worpswede. Bereits 1899 erschien im Verlag der Insel bei Schuster & Loeffler seine Folge von zehn Radierungen »An den Frühling«, die aber wegen schlechten Absatzes noch 1901 mit neuem Erscheinungsjahr auf dem Deckeltitel wieder aufgelegt wurde (€ 4000,-).

Nicht unerwähnt bleiben sollen die die vielen Meistereinbände der Sammlung, auf die Werner Floss großen Wert gelegt hat. So sind u.a. einige Otto Dorfner-Einbände vorhanden, darunter ein schöner dunkelgrüner Saffian-Einband mit Goldfileten und vergoldetem Deckeltitel zu Carl Sternheims »Mädchen« von 1917 (€ 400,-).

Einige wenige Beiträge aus fremdem Vorbesitz ergänzen aus thematischen Gründen das Angebot der Sammlung Floss. Sehr bemerkenswert ist von diesen Max Beckmanns »Apokalypse«, die im Jahr 1943 als Privatdruck der Bauerschen Gießerei mit 27 Lithographien erschien. Die Lithos waren zur Handkolorierung vorgesehen. Hier eines von nur 24 kolorierten und nummerierten Exemplaren, bestimmt für Ernst Beutler, den Gründer des Goethe-Museums in Frankfurt a.M. In Hofmaiers Werkverzeichnis ist es aufgeführt mit der Angabe "Handkoloriert am 13. Mai 1943" (€ 4000,-).

AUKTION 167:

Die Auktion 167 am zweiten Auktionstag der Herbstauktionen 2022 enthält etwa 370 Losnummern aus dem Bereich alter Bücher, alter Graphik und Manuskripte.

Den Auftakt macht wie üblich die Abteilung Geographie und Reisebeschreibungen, die mit einem schön erhaltenen, 56 Kupferkarten umfassenden Taschenatlas »Atlas nouveau et portatif« von Pieter van der Aa, Amsterdam 1734, beginnt (Schätzpreis € 8000,-).
»A picturesque representation of the manners, customs, and amusements of the Russians« lautet der Titel des mit 100 kolorierten Aquatintatafeln von John Augustus Atkinson illustrierten volkskundlichen Werks von James Walker, erschienen 1812 in London (€ 3000,-).
Die 1742 erschienene Vedutenfolge von Antonio Visentini nach den Gemälden Canalettos »Urbis Venetiarum Prospectus« bietet in 38 Kupfertafeln die prachtvollsten Ansichten von Venedig. Die seltene erste Ausgabe ist mit € 20.000,- taxiert.
In das antike und gegenwärtige Rom am Ende des 17. Jahrhunderts entführt die niederländische Ausgabe von François Desseines ‚Description de la ville de Rome‘, die unter dem Titel»Beschryving van Oud en Niew Rome« 1704 in Amsterdam in drei Teilen und Supplement veröffentlicht wurde (€ 3000,-).
Eine klassische Schrift über Island und seine Bewohner bietet der Däne Niels Horrebow in seinen 1753 in deutscher Ausgabe erschienenen »Zuverläsige Nachrichten von Island«. Das Werk enthält die erste genauere Karte der Insel (€ 3800,-).
Herzog Paul Wilhelm von Württemberg unternahm in den Jahren 1822 bis 1824 eine Forschungsreise nach Kuba und Nordamerika, worüber er in seiner »Erste Reise nach dem nördlichen Amerika« berichtet. Die vorliegende zweite Ausgabe von 1835 ist um eine gefaltete Karte von Louisiana erweitert (€ 4900,-).
1673 erschien mit dem »Teatro del Belgio« von Gualdo Priorato eine Beschreibung und historische Darstellung der Niederlande. Sie enthält eine Fülle von Plänen und Ansichten niederländischer Städte (€ 3000,-).
Die umfangreichste Sammlung von Reisebeschreibungen ihrer Zeit bietet die von J. J. Schwabe und anderen übersetzte »Allgemeine Historie der Reisen zu Wasser und Lande« aus den Jahren 1747 bis 1774. Die mit 21 Bänden komplette und in dieser Vollständigkeit seltene Reihe ist mit € 8000,- taxiert.
»Allerhand so lehr- als Geistreiche Brief, Schrifften und Reis-Beschreibungen« sandten Jesuiten-Missionare aus Übersee seit Mitte des 17, Jahrhunderts in die europäische Heimat. Die ersten 32 Teile in sieben Bänden des in 38 Teilen von Stöcklein, Probst und Keller herausgegebenen wichtigen Quellenwerks wurden in Augsburg, Graz und Wien von 1728 bis 1755 publiziert (€ 6000,-).

Ein herausragendes und seltenes Werk kann in der Abteilung Naturwissenschaften angeboten werden: Die »Pomona Londinensis: containing colored engravings of the most esteemed fruits cultivated in the British gardens«, von William Hooker gezeichnet, in 49 Aquatintatafeln gestochen und handkoloriert (€ 8000,-).

Eine Sammlung von sieben Kostümwerken in einheitlich ausgestatteten roten vergoldeten Maroquinbänden, erschienen in verschiedenen Londoner Verlagen zwischen 1815 und 1819, zeigt Militär- und Volkstrachten aus der Türkei (von Dalvimart bzw. Wageman), aus den Habsburgischen Ländern (von de Moleville), aus Großbritannien (von Pyne), aus dem Russischen Reich (von Alexander) und aus China (von Mason). Die sieben schönen Bände sind zusammen mit € 9000,- bewertet.

Mit einer der seltensten vorlutherischen deutschen Bibeln haben wir es mit der Halberstädter Bibel von 1522 zu tun. Von der »Biblia dudesch« ist in der Auktion der erste von zwei Teilen mit den Büchern Genesis bis Psalter vorhanden, ausgestattet mit Holzschnitten des Meisters CD und mit 92 Illustrationen aus der Kölner Bibel von 1478 (€ 12.000,-).
Ein klassisches Werk über die Missionsgeschichte Ost- und Westindiens liegt mit den »Historiarvm Indicarvm libri XVI« vor, die in Köln 1593 erschienen sind (€ 4000,-).
Ein Straßburger Doppelband von 1520 mit den exegetischen Schriften »Frag vnd Antwurt der zehen gebott« des Marquard von Lindau und »Ein nützliche leer vñ vnderweisung wz vnd wie man betten sol. Und vßlegung des heiligen Pater nosters« des Marcus von Weida, letzteres mit schönen Holzschnittillustrationen von Hans Baldung Grien versehen, ist mit € 5000,- bewertet.
Die deutsche Ausgabe des »Buchs der Croniken vnd geschichten« von Hartmann Schedel, Nürnberg 1493, kommt mit einem Schätzpreis von € 18.000,- zum Aufruf.

Eine in dieser Form seltene Darstellung von Christi Himmelfahrt als historisierte Initiale auf einem Einzelblatt aus einem Antiphonar, das in Umbrien, möglicherweise in Perugia zu Ende des 13. Jahrhunderts entstandenen ist, wird mit € 8000,- taxiert.

Die hervorzuhebenden Bücher sollen beschlossen werden mit zwei sehr seltenen, um 1720 entstandenen ‚Zwergen-Kabinetten‘ in der Tradition der ‚figure gobbi‘ des Jacques Callot, nämlich der zweiten vermehrten Ausgabe des in Amsterdam erscheinenen »Il Callotto resuscitato. Oder Neu eingerichtes Zwerchen Cabinet«, das mit 76 prächtig von Ornamenten und Figuren umrahmten Kupfertafeln ausgestattet ist (€ 7000,-), und dem Nürnberger »Neu-eröfneter Bauern Tanzboden«, einer Folge von 13 gestochenen Zwergen-Karikaturen (€ 3200,-).

Bei der Graphik stechen unter den topographischen Einzelblättern drei großformatige Ansichten von Köln hervor: Der seltene, von drei Platten gedruckte Kupferstich »Colonia Claudia Augusta Agrippinensis (…)« von C. Teyman nach J. Toussyn bei Overath Erben, um 1670-80 entstanden, zeigt Köln vom Bayenthurm bis zur Kunibertspforte, mit den Schutzheiligen der Stadt, Stadtwappen und den Wappen der Zünfte (€ 3000,-). Die beiden Gesamtansichten »Colonia Cöln am Rhein« (€ 1200,-) von Georg Balthasar Probst Erben nach einer Zeichnung von F. B. Werner und »Colonia Agrippina De Statt Cöllen«(€ 1000,-) von Rombout van den Hoeye, erschienen 1645 in Amsterdam, bilden Köln mit Deutz im Vordergrund ab.

Einen Höhepunkt der Altmeistergraphik stellen die drei Radierungen »Alter Mann mit Kappe, der seine Augen beschattet« (€ 4500,-), »Die Pfannkuchenbäckerin« (€ 5500,-) und »Die Steinigung des heiligen Stephanus« (€ 3500,-) von Rembrandt dar.

Albrecht Dürer ist gleich mit 10 Blatt Kupferstichen und Holzschnitten vertreten, darunter ein brillanter Abdruck des Kupferstichs »Der hl. Christophorus, nach rechts schauend« von 1521 (€ 6500,-), zwei Holzschnitte aus dem »Marienleben«(jeweils € 3000,-), die »Sendung des Heiligen Geistes« (€ 2400,-) aus der kleinen Holzschnitt-Passion in schönem, kräftigem Druck sowie der Holzschnitt »Christus in der Vorhölle« (€ 1800,-) aus der Großen Passion in der lateinischen Textausgabe von 1511.
Von Lucas Cranach kommt »Die Dornenkrönung«, ein Holzschnitt aus der Passion, mit einer Taxe von € 1500,- zum Aufruf.
Für Lucas van Leydens Kupferstich »Der Zahnarzt« von 1523 werden € 3000,- erwartet.
Von Jacques Callot kann die in 18 Blatt Radierungen komplette Folge »De Droeve Ellendigheden van den Oorloogh« (Les grandes misères de la guerre) angeboten werden (€ 2000,-).

Die beiden prachtvollen Radierungen des 18. Jahrhunderts »Veduta dell'Isola Tiberina«, die Tiber-Insel mit der Kirche San Bartolomeo (€ 2500,-) von Giovanni Battista Piranesi, im ersten Druckzustand vorliegend, und Lorenzo Tiepolos imposantes Blatt »Monumento alla gloria degli eroi«, die Verherrlichung der Herrschertugenden: Ruhm, Sieg und Treue in den Lüften neben einem Monument zu Ehren eines Heros (€ 4500,-) runden das Angebot ab.

AUKTION 168:

Den Auftakt zur Graphik der Klassischen Moderne bildet Paul Klees Lithographie »Die Hexe mit dem Kamm« (€ 5000,-), welche 1922 für die Mappe ‚Künstlerspende für das Deutsche Buchmuseum‘ erschienen ist

Von Käthe Kollwitz können gleich zehn Druckgraphiken angeboten werden, darunter die Kreidelithographie »Mütter« (€ 5000,-), eines von 25 Exemplaren, welche im Jahr 1919 auf hauchdünnem Japanbütten gedruckt wurden, daneben die Radierung »Tod und Frau« (€ 3000,-) von 1910 sowie ein »Selbstbildnis« (€ 3000,-) aus dem Jahr 1934.

Von Paula Modersohn-Becker kommt die um 1900 entstandene Radierung »Blinde Frau im Walde« (€ 1800,-) zum Aufruf; von Karl Schmidt-Rottluff die beiden Holzschnitte »Christus und Judas« (€ 3000,-) und »Christus« (€ 2000,-), beide aus dem Jahr 1918 sowie von Gerd Arntz der ein Jahr zuvor entstandene Holzschnitt »Charles Louis Philippe« (€ 2000,-).
Für das Pochoir »Nature Morte« von Juan Gris und für Pablo Picassos Radierung »Le Viol« aus der Suite Vollard werden jeweils € 3000,- erwartet

Die seltene Radierung zu Tristan Tzara, »Oú boivent les loups« (€ 7500,-) von Max Ernst liegt in einem frühen Druckzustand mit der Bezeichnung ‚2me état ½‘ vor. Sechs weitere Druckgraphiken des Künstlers mit Taxen von € 600-1800,- kommen zum Aufruf, darunter die Farblithographie »Hibou-Arlequin« und eine Radierung mit Kreidekolorierung von 1950.

Von Georg Kolbe wird eine mit Sepiatusche lavierte Bleistiftzeichnung mit sitzendem weiblichem Akt (€ 2500,-) angeboten. Auch Rudolf Schlichter widmet sich mit seiner Graphitzeichnung eines stehenden weiblichen Aktes dem Sujet (€ 3500,-).

Von Walter Ophey kommen gleich drei Landschaften in Farbkreide zum Aufruf (jeweils € 3500,-), alle mit der hervorragenden Provenienz der Galerie Vömel, Düsseldorf.

Rolf Nesch ist mit einer schönen Radierung und Lithographie »Im Theater« von 1947/48 vertreten (€ 3000,-). Von Marc Chagall wird neben neun weiteren Graphiken die in kleiner Auflage von 35 Exemplaren gedruckte Farblithographie »Vocation« (€ 3000,-) angeboten. Unter den offerierten Druckgraphiken von Serge Poliakoff sei dessen Farbradierung »Composition verte, bleue, rouge et jaune« von 1968 erwähnt (€ 4000,-). Von Christo kommt die mit einem Foto collagierte Farblithographie »Wrapped bridge, Project for Le Pont Alexandre III, Paris« (€ 2500,-) zum Aufruf.

Neben den zahlreichen Druckgraphiken stechen das Ölgemälde auf Karton »Gestaffelte Farbe« von Ida Kerkovius (€ 5000,-) sowie drei Gemälde mit Öl auf Leinwand, teils mit Spachtel, von Fathwinter hervor: »Ostentativ« (€ 4000,-), »Spachtelbild Gelb-Blau-Orange« (€ 3000,-) und »Information Krokro« (€ 3000,-).
Die blassen Farbnuancen von Gotthard Graubners kleiner Schwammgouache (€ 3000,-) aus dem Jahr 1965 und das monochrome Weiß des Gipsreliefs (€ 3000,-) von Ferdinand Spindel bilden einen Gegensatz zu diesen farbprächtigen Gemälden.

Das Angebot der Papierarbeiten wird unter anderem ergänzt durch eine Gouache mit Farbkreide von 1963 (€ 3500,-) sowie eine Mischtechnikarbeit mit Farbkreide und Gouache auf Millimeterpapier von 1976 (€ 2500,-) von Walter Stöhrer. Ein Skizzenbuch mit dem Titel »Landschaftsnotizen (Krakow)« von Max Uhlig (€ 2000,-) umfasst 22 Kohlezeichnungen des Künstlers aus dem Jahr 1979.

Einen Höhepunkt der Auktion stellt Konrad Klaphecks Studie zu »Schicksal« dar - die etwa 146 x 64 cm große Zeichnung ist in Kohle-, Rot- und Blaustift auf transparentem Papier ausgeführt (35.000,-).

Von Emil Schumacher kann eine, mit den Blattmaßen von 156 x 86 cm ebenfalls imposante, in kleiner Auflage von nur 19 Exemplaren erschienene Farbaquatinta-Radierung angeboten werden (€ 4000,-).

Eine weitere Besonderheit der Auktion sind drei aquarellierte Zeichnungen zur »Seebrücke Sellin, Rügen« (€ 6000,-) von Gottfried Helnwein. Die Arbeiten entstanden um 1992 zur Präsentation für ein Betreiberkonzept der Seebrücke GmbH, die Helnwein beauftragt hatte, die Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene Seebrücke Sellin auf Rügen architektonisch neu zu gestalten.

Aus der Reihe »Die Spitze der Pyramide 1974 - 1987« kommt mit einer Taxe von € 6000,- eine Sammlung von acht Blatt Graphiken, unter anderem von Heinz Mack, Günther Uecker und Enrico Castellani zum Aufruf.
Daneben bildet Tom Wesselmanns Farbserigraphie »Still life with Blowing curtain (Red)« von 1999 einen weiteren Höhepunkt des Angebotes der zeitgenössischen Graphik (€ 6000,-).

Hermann Josef Kuhnas Ölgemälde mit dem Titel »date« aus dem Jahr 2014 wird zugunsten der Obdachlosenhilfe www.kunst-hilft-geben.de versteigert (€ 6000,-), ebenso wie Rosemarie Trockels in nur 6 Exemplaren erschienener Digitaldruck »Are you Gertrude Stein?« (€ 4000,-).

Neben Imi Knoebels bekannter Farbserigraphie »Ghost Dog« (€ 1500,-), deren fluoreszierende Farben im Dunklen leuchten, werden von Günther Dohr ein Lichtobjekt aus dem Jahr 1969 (€ 1000,-) sowie von Daniele Buetti ein 2002 entstandener Leuchtkasten mit perforiertem C-Print angeboten (€ 3000,-).

Unter den Plastiken stechen eine Edelstahlskulptur »3/78« von Erich Hauser (€ 3000,-), vier Stahlplastiken von Fletcher Benton (mit Taxen von € 1500-2000,-), eine Bronze »Kleiner abstrakter Torso« von Anton Hiller (€ 1000,-) und ein Spiegelobjekt von Adolf Luther (€ 3000,-) hervor.
Einen Kontrast zu den klaren Formen der Stahlobjekte bilden Wolf Vostells großes Multiple »T.O.T. Technological Oak Tree«, ein Holz-Objektkasten mit Ahornast, Ahornsirup-Glas, bedrucktem Tuch und Videoband (€ 2000,-) und Günter Weselers »Atemobjekt« aus Fell und Schaumstoff (€ 800,-).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktionen 166-168 - Frühjahrsauktionen 2022

www.venator-hanstein.de/kataloge/aktuelle-kataloge/

Quelle: © Venator & Hanstein

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