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Hochbedeutendes Herrenzimmer von Gropius & Meyer

Walter Gropius und Adolf Meyer, Herrenzimmer, 1923

Lempertz Berlin präsentiert neben der erfolgreichen Preußen-Auktion ein neues Format: Berlin Salon. Angeboten werden hochwertigste Designobjekte, Inkunabeln des modernen Möbelbaus. Als Highlight ragt das museale, komplette und original erhaltene Herrenzimmer von Walter Gropius und Adolf Meyer heraus. Dieses Unikat wurde 1923 in den Bauhaus-Werkstätten produziert. Es ist das einzige Möbelensemble der Epoche, das sich nicht in Museumbesitz befindet und erworben werden kann. Die Schätzung liegt bei € 100.000 – 150.000. Das Lot umfasst auch den Briefwechsel von Gropius/Meyer mit dem Auftraggeber, Georg Hanstein, und die Pläne der einzelnen Objekte im Maßstab 1:1. Mehrere Möbel von Henry van de Velde, Peter Behrens und Bruno Paul runden die Design- und Möbel-Offerte ab (bis 24.000).

In der Preußen-Auktion mit 297 Lots kommt der erste Teil der Sammlung der 2017 verstorbenen Kunsthistorikerin Dr. Annedore Müller-Hofstede zum Aufruf. Sie hat parallel zum Ehepaar Hiemisch deutsches Porzellan gesammelt, mit dem Schwerpunkt auf klassizistischen Ikonographien wie Werther-Motive oder Darstellungen nach Angelika Kauffmann. Die Sammlungen werden ergänzt durch zahlreiche Objekte aus den Bestellungen Friedrichs II. für seine Hofhaltung, darunter ein Leuchterpaar aus dem "Neuen Silbernen Service", das Friedrich II. nach Beendigung des Zweiten Schlesischen Krieges bei Lieberkühn in Auftrag gab. Das Service, das später noch zahlreiche Ergänzungen erfuhr, umfasste ursprünglich 50 bis 60 Gedecke, wobei jedem Platz an der Tafel einer der kleinen, einflammigen Leuchter zugeordnet war. (Lot 7, € 38.000 – 40.000). Prachtvolle Einzelstücke stammen aus der Regierungszeit Friedrich Wilhelms III., eine Lüsterkrone in chinoiser Pagodenform der Berliner Manufaktur Werner & Mieth (Lot 120, € 40.000 – 50.000), ein Reifkronleuchter mit Prismenbehang aus der Holzbronzefabrik Carl August Mencke, um 1825 – 35, nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel (Lot 163, € 20.000 – 30.000) und eine zweiseitig mit Mythologien bemalte publizierte Vase der KPM Berlin von 1815 – 16 (Lot 139, € 20.000 – 25.000).

Ein hochbedeutender, vermutlich einzigartiger Bronzeguss zeigt den Forscher Alexander von Humboldt; 1851 – noch zu seiner Lebzeit – gegossen nach dem Modell von Carl Wolgast. Der Berliner Bildhauer Wolgast (1819 – 1876) war als Schüler von Christian Daniel Rauch auf den Akademieausstellungen von 1844 bis 1874 vertreten. Die Statuette Alexander von Humboldts ist nur in Zinkguss bei Thieme/Becker erwähnt, ein Exemplar in Bronze war lange nicht bekannt (Lot 193, € 70.000 – 80.000).

Ebenfalls werden insgesamt drei Papierarbeiten Adolph Menzels angeboten: Ein Blatt ist das bedeutende und aktuelle Aquarell „Vor der Kirche“ von 1890 (Lot 260, Schätzpreis € 100.000 – 120.000), während ein zweites aus dem Jahr 1894 den „Putto vom Grab des Prinzen Friedrich Wilhelm in Potsdam“ darstellt (Lot 261, € 20.000 – 25.000).

Lempertz Auktionen 1193

Preußen Auktion 7. Mai 2022 ab 11.00 Uhr, Lempertz Berlin
Berlin Salon 7. Mai ab 15.00 Uhr, Lempertz Berlin

Vorbesichtigung
29. April – 5. Mai, Lempertz Berlin

Kataloge online / Live-Auktion
www.lempertz.com/de/auktionskataloge.html

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1193: Preußen - Berlin Salon

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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