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Altes und neues Kunsthandwerk: Erlesene Offerte

Martin Schnell oder Werkstatt zugeschrieben, Aufsatzschreibkommode mit polychromen Chinoiserien, um 1717

Möbel

Aus dem sehr interessanten Angebot historischer Möbel ragt eine Schreibkommode heraus, deren farbige Bemalung dem Dresdener Lackkünstler Martin Schnell zugeschrieben wird (Lot 1764, € 60/80.000). Das zweiteilige Möbel ist dreiseitig mit feinsten Chinoiserien bemalt, die sich in erstaunlich gutem Erhaltungszustand befinden. Das Möbel kommt aus einer französischen Sammlung befand sich früher im Besitz von Edmond James de Rothschild. Aus der berühmten Neuwieder Werkstatt von Abraham Roentgen stammen einige kleine Schatullen (Lot 1814, € 15/20.000) und ein kleines Zylinderbureau von David Roentgen, verziert mit feinsten noch farbig erhaltenen Blumeneinlagen mit einer Taxe von € 70/80.000 (Lot 1809). Das Angebot dieser Sektion beinhaltet auch einige gestempelte französische Möbel der Empire-Periode aus der Werkstatt der Familie Jacob und schließt mit der berühmten Tischlampe mit Nixe und Nautilus von Gustav Gurschner, 1899 (Lot 1854, € 25/30.000).

Porzellan

Hier wird eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen kobaltblau bemalten Meissener Porzellans des 18. Jhs. Offeriert. Die 2001 in Aachen und Münster ausgestellte Sammlung wurde von einem Katalog begleitet. Besonderer Stolz des Sammlers sind die beiden seltenen Maronentöpfe, ein Modell von Michel Victor Acier, 1780 (Lot 1586, € 2/3.000).

In der Auktion werden die Hausmalerprozellane aus der Sammlung Dr. Annedore Müller-Hofstede aufgerufen – der zweite Sammlungsschwerpunkt der 2017 verstorbenen Kunsthistorikerin (die klassizistischen Porzellane werden in Berlin am 7. Mai versteigert). Das bedeutendste Objekt ist ein viel publiziertes museales Koppchen mit Untertasse – von Ignaz Preissler mit allerfeinsten mythologischen Szenen in Camaieu bemalt (Lot 1543, € 8/10.000).

Unter den Porzellanen aus unterschiedlichem Besitz präsentiert sich als hochwertigstes Lot eine prachtvolle, in feuervergoldeter französischer Bronze montierte Gruppe „Sultan und Afrikaner auf Elefant“ (Lot 1692, € 45/55.000).

Schmuck und Uhren
Der als hochkarätiges Geschenkpaket gestaltete Katalog ist reich gefüllt und bietet erstmalig auch eine extra Sektion mit hochwertigen Armbanduhren. Den Anfang macht der historische Schmuck, darunter eine höfische Diamantbrosche mit feinen Burma-Rubinen (Lot 19, € 15/20.000), eine elegante Belle Epoque-Brosche mit einem 12-karätigen Smaragd-cabochon (Lot 18; € 10/20.000), ein Perlencollier de chien aus der Jahrhundertwende (Lot 38, € 9/12.000) und eine prachtvolle Retro-Diamantbrosche mit feinem kolumbianischem Smaragd, die das Titelblatt ziert (Lot 58, € 15/20.000). Besonders herauszuheben auch eine mehrfarbige Goldtabatière im Originaletui, die König Ludwig I. von Bayern 1845 dem Mannheimer Weinhändler Carl Möhl in Anerkennung seiner Verdienste um das königliche Weinlager schenkte (Lot 7, € 8/10.000).

Das gut gefüllte Kapitel Künstlerschmuck bietet mehrere Arbeiten der renommierten Goldschmiede Ilias Lalaounis und Sven Boltenstern aus zwei deutschen Privatsammlungen, u.a. ein diamantbesetzter Halsreif mit einem achtkarätigen natürlichen Burma-Rubin (Lot 110, € 25/30.000). Moderne Kunst zum Tragen ist die „Thyria“ betitelte Vogelbrosche von Georges Braque. Die limitierte Edition "Bijoux de Braque“ basiert auf seinem Graphik-Zyklus „Métarmorphoses“ und entstand 1960 – 1962 in Zusammenarbeit mit dem Pariser Bildhauer Baron Heger de Loewenfeld (Lot 107, € 5/7000).

Hochkarätiges offeriert auch die Abteilung zeitgenössischer Schmuck, beispielsweise einen losen kissenförmigen Altschliffdiamant 3,81 ct (€ 10/15.000), eine Brosche mit einem unbehandelten Ceylon-Saphircabochon ca. 41 ct (Lot 132, € 25/30.000) und einen Bicolor-Anhänger mit einem Aquamarin ca. 220 ct (Lot 163, € 18/22.000).

Den krönenden Abschluss bilden 19 Damen- und Herrenuhren der Manufakturen Cartier, Chopard, Chronoswiss, Longines, Franck Muller, Patek Philippe und Rolex. Highlights der Uhren sind eine Vintage-Herrenarmbanduhr Rolex GMT Master, Ref. 1675 "Long E" mit „Pepsi“-Lünette aus dem Jahr 1970, (Lot 218, € 10/12.000), sowie eine seltene Cartier Tank à Vis mit zwei Zifferblättern aus der exklusiven „Collection Privée Cartier Paris“ (Lot 226, € 5/7.000).

Silber

Die mit über 200 Losen gewohnt umfangreiche Silberofferte vereint wieder qualitätsvolle, teils museale Arbeiten aus fünf Jahrhunderten. Zu den Höhepunkten zählt ein um 1590 entstandener Augsburger Renaissance-Deckelhumpen des Meisters Hans I Arnold, der auch für Numismatiker interessant sein dürfte: Im Zentrum des Deckels befindet sich ein gesuchter Brakteat der Stauferzeit mit den Bildnissen des Kaisers Barbarossa und der Kaiserin Beatrix mit dem Lilienzepter (Lot 1000, € 40/45.000). Von den engen Beziehungen der Augsburger Silberschmiede zur Meißener Porzallanmanufaktur kündet ein vergoldetes 36-teiliges Régence-Besteck im originalen Lederfutteral, das Meister Johann Engelbrecht in den 1720er Jahren mit polychromen Porzellangriffen versehen ließ (Lot 1013, € 45/50.000). Aus Siebenbürgen stammt eine große Deckelkanne mit meisterlich ziselierten Jagddarstellungen, die der Kronstädter Goldschmied Bartholomäus Igell d. Ä. um 1600 – 1620 fertigte. (Lot 1003, € 30/35.00). Die imposante Abendmahlskanne der ehemals protestantischen Kirche St. Peter und Paul in Liegnitz schließlich fertigte der Breslauer Meister Tobias Schier um 1722 im Auftrag einer vermögenden Stifterin (Lot 1014, € 16/18.000).

Beim modernen Silber finden sich interessante Art Déco-Entwürfe, darunter ein vierteiliges Christofle-Service mit dem Monogramm der Prinzessin Ileana von Rumänien (Lot 1207, 2.500/3.000 €). Es folgen begehrte Modelle der dänischen Manufaktur Georg Jensen, wie das skulpturale Kaffee- und Tee-Service No. 1017, das Henning Koppel 1952 entwarf (Lot 1216, 10/12.000 €). Zu den jüngsten Exponaten gehört das 1992 entstandene, unikate Kaffeeservice "Orient" des Burg Giebichenstein-Absolventen Helmut Griese, das mit den originalen Entwurfszeichnungen aufgerufen wird (Lot 1218, € 3.200/3.600).

Highly Important Mortars From The Schwarzach Collection III

Am 20. Mai versteigert Lempertz in Köln den vierten und letzten Teil der Mörser-Sammlung Schwarzach. Der Katalog ist umfangreicher als in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt deswegen, weil 27 Objekte aus einer zweiten Privatsammlung aus den Niederlanden dazugekommen sind. Neben der großen Anzahl frühmittelalterlicher islamischer Mörser, meist Bodenfunde der 1980er Jahre aus Afghanistan, sind einige weitere Lots beachtenswert wie z.B. der norddeutsche Präsentationsmörser von Johann Otto Kröger von 1684 (Lot 628, € 10/15.000).

Lempertz Auktion 1196__Kunstgewerbe
20. Mai 2022, ab 10.00 Uhr, Lempertz Köln

Vorbesichtigung
Köln 14. – 19. Mai

Kataloge online / Live-Auktion https://www.lempertz.com/de/auktionskataloge.html

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1196: Kunstgewerbe - Bedeutende Mörser der Sammlung Schwarzach IV

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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