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Solide Ergebnisse bei Neumeister

Potpourrivase, KPM Berlin, um 1900

Kunsthandwerk und Antiquitäten

Die Auktion bei NEUMEISTER erbrachte ein solides Ergebnis und gute Steigerungsraten. Katrin Stoll, geschäftsführende Gesellschafterin bei NEUMEISTER, konstatiert: „Die Bieter zeigen eine gewisse Zurückhaltung, honorieren jedoch gute Qualität durch angemessene Preise. Der gute Start in den Nachverkauf ist vielversprechend.“

Die Auktion startete mit überraschenden Ergebnissen bei den Porzellanen. LOT 5, eine um 1900 bei KPM Berlin entstandene 70 cm hohe „Potpourrivase“ mit plastisch aufgelegten Blüten, war heiß begehrt. Zahlreiche Telefon- und Onlinebieter vervielfachten den Schätzpreis für das repräsentative Stück von 2.500–2.800 EUR auf 39.000 EUR. Auch für das auf 450–500 EUR taxierte 21-teilige Teeservice „Breslauer Stadtschloss“ von KPM (LOT 6) gab es mehrere Interessenten. Ein Online-Bieter ersteigerte das Ensemble für 4.290 EUR. Um eine wohl aus der chinesischen Qing-Dynastie stammende große „Imariplatte“ (LOT 72) bemühten sich drei Konkurrenten am Telefon. Für 4.940 EUR (Taxe 1.000–1.400 EUR) ging das dekorative Porzellan an einen Händler.

Beim Silber lagen die Hammerpreise fast durchgängig im oberen Bereich der Schätzungen oder leicht darüber. Die am Anfang des 18. Jahrhunderts vom Silberschmiedemeister Heinrich Georg Koch in Lüneburg geschaffene Schatulle (LOT 32) konnte ihre Taxe von 1.800–2.000 EUR auf 5.460 EUR fast verdreifachen.

Unter den Skulpturen stieß die „Hl. Katharina“ aus der Werkstatt des Meister Arnt (LOT 82) auf besonderes Interesse. Die Heilige, die ehemals wohl Bestandteil eines Chorgestühls war, sicherte sich ein Bieter für 6.500 EUR (Taxe 3.000–3.500 EUR). Die auf 2.000–2.400 EUR geschätzte stehende Barockfigur „Segnendes Christuskind“ aus Weilheim (LOT 92) erzielte 6.240 EUR.

Als Highlight unter den Möbeln erwies sich die kleine Pariser Barock-Kommode von Pierre Roussel (LOT 106). Sie war auf 2.000–2.400 EUR geschätzt und wechselte für 9.100 EUR den Besitzer. Die Begeisterung für den Lounge Chair mit Ottoman (LOT 66), nach Entwurf von Ray und Charles Eames bei Vitra produziert, ist immer noch ungebrochen. Das auf 1.500–1.800 EUR geschätzte Exemplar erhielt für 4.290 EUR ein Online-Bieter im Rheinland.

Schmuck

Der seltene Pektoralanhänger aus der Mönchsrepublik Athos (LOT 126, Taxe 1.600–2.200 EUR) kehrte für 3.640 EUR an einen Online-Bieter in seine Heimat Griechenland zurück. Beim Schmuck waren ansonsten klassische Stücke mit hochwertigen Steinen als Wertanlagen sehr gefragt. Ein Paar mit Rubinen und Diamanten besetzte Ohrcreolen (LOT 155) steigerten zwei Telefonbieter von geschätzten 3.200–3.800 EUR auf 6.110 EUR. Ein möglicherweise als Weihnachtsgeschenk gedachtes verlaufendes Brillantencollier (LOT 175) erreichte einen Preis von 9.750 EUR (Taxe 7.500–9.000 EUR) und ein als großzügiges Hochzeitsgeschenk perfekt geeigneter Solitärring mit einem Altschliffbrillant, Diamanten und Smaragden (LOT 193) 15.600 EUR (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Die Armbanduhr aus dem Besitz von Thomas Mann (LOT 313) war wie erwartet sehr umworben (Taxe 1.200–2.200 EUR). Einer von vier Telefonbietern sicherte sich das sehr persönliche Andenken an den großen Literaten für 9.750 EUR. Eine weitere, auf 2.700–3.200 EUR taxierte Armbandruhr von Breitling (LOT 314) erzielte 5.850 EUR.

Alte Kunst – Graphik und Gemälde

Wie schon in der vorausgegangenen Auktion gab es bei der Graphik gute Ergebnisse. Die auf 25.000–30.000 EUR geschätzte aquarellierte Federzeichnung von Johann Georg von Dillis kletterte auf 45.500 EUR (LOT 403). Drei Bieter aus der polnischen Heimat des Künstlers konkurrierten am Telefon heftig um das Aquarell „Reiterbildnis mit Windhund“ von Juliusz Kossak (LOT 406). Sie hatten das Nachsehen, denn das Stück ging schließlich zum Dreifachen seiner Taxe (8.000–9.000 EUR) für 28.600 EUR nach Kuwait.

Zahlreiche internationale Interessenten gab es im Vorfeld der Auktion für das auf 100.000–120.00 EUR geschätzte Porträt Philipp Melanchthons von Lucas Cranach und seiner Werkstatt. In der Auktion bewilligte ein Sammler zurückhaltende 60.000 EUR, aber am Tag nach der Auktion bemühten sich drei Bieter um das hochkarätige Stück und hoben den Preis auf 100.000 EUR netto. Die Verhandlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. (Stand 12. Dezember 2022, 12 Uhr).

Porträts waren im Altmeisterbereich stark gefragt, dies belegt das von einem Nachfolger des Pompeo Girolamo Batoni gemalte Bildnis von Kurfürst Carl Theodor von Pfalz-Bayern (LOT 468) mit einem Ergebnis von 14.300 EUR (Taxe 4.000– 6.000 EUR) ebenso, wie die Joseph Grassi zugeschriebene Darstellung des smarten Herzogs August von Sachsen-Gotha-Altenburg (LOT 478), das ein Online-Bieter für 14.300 EUR ersteigerte (Taxe 7.000–8.000 EUR). Ein auf 7.000–9.000 EUR geschätztes Porträt der Gräfin Maria Magdalena von Dönhoff, der „Maitresse en Titre“ Augusts des Starken in Dresden (LOT 464), war einem Bieter 26.000 EUR wert. Das Werk des französischen Malers Antoine Pesne, der eigentlich in Diensten des preußischen Königs stand, entstand am sächsischen Hof, dessen Mitglieder den Künstler nach seiner Ankunft 1718 mit Aufträgen bestürmten.

Bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts waren orientalistische Motive international hoch im Kurs. Überraschend groß war die Begeisterung für Franz Roubauds auf 7.000–9.000 EUR taxiertes Bild „Kosaken zu Pferd bei der Überquerung eines Flusses“ (LOT 537). Das Gefecht internationaler Interessenten, die sich online, am Telefon und im Saal um das Gemälde bemühten, konnte ein Bieter aus den USA für sich entscheiden, der bei 71.500 EUR seine Konkurrenten ausschaltete. Anton Schreyers „Arabischer Reiter“ (LOT 538, Taxe 1.000–2.000 EUR) ging für 5.850 EUR nach Australien, Otto Pilnys Beduine (LOT 539, Taxe 8.000–12.000 EUR) für 37.700 EUR nach London.

Carl Spitzwegs „Gebirgsschlucht mit Bauernhaus“ (LOT 506) ersteigerte ein regionaler Sammler für 28.600 EUR (Taxe 12.000–15.000 EUR). Auch das Gemälde „Enten im Schatten von Weidebäumen am Wasser“ von Alexander Koester (LOT 577, Schätzpreis 15.000–20.000 EUR) für das 36.400 EUR gezahlt wurden, bleibt im süddeutschen Raum.

Moderne. Contemporary Art

Zwei französische Landschaften aus den frühen 1920er Jahren sicherte sich eine Bieterin im Saal: Paul Signacs auf 10.000–15.000 EUR geschätzte aquarellierte Bleistiftzeichnung „Saint-Gilles-Croix de Vie“ (LOT 613) für 18.200 EUR und Louis Valtats „Getreidefelder in der Normandie“ (LOT 614, Taxe 15.000–20.000 EUR) für 19.500 EUR. Für das äußerst dekorative Stillleben „Casserole rouge“ (LOT 617) des Franzosen Bernard Buffet, der zu den besten Künstlern der Nachkriegszeit gerechnet wird, war ein Sammler in der Tschechischen Republik bereit, 41.600 EUR zu investieren (Taxe 20.000–30.000 EUR).

Eine Tessiner Landschaft des Schriftstellers Hermann Hesse (LOT 603, Taxe 4.000–6.000 EUR), ließ sich ein Telefonbieter 11.050 EUR kosten. Ernst Wilhelm Nays „Frau mit Kind im Herbst“ (LOT 632) erbrachte 39.000 EUR (Taxe 30.000–40.000 EUR) und Günther Ueckers Prägedruck „Spirale“ (LOT 639) konnte den Schätzpreis von 3.000–5.000 EUR auf 10.400 EUR verdoppeln.

Highlight im Bereich Contemporary war – wie schon mehrfach bei Neumeister – der lettische Künstler Normunds Braslins. Seine sinnliche Arbeit „White Room. 2013“ (LOT 653), die auf 8.000–12.000 EUR geschätzt war, erzielte 26.000 EUR und gelangt in eine tschechische Privatsammlung.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 407: Moderne und Contemporary Art
Auktion 407: Schmuck, Kunsthandwerk, Alte Kunst

Quelle: © Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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