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Herausragendes aus Privatbesitz

Guido Reni, Heilige Magdalena

„Der Göttliche“ hieß Reni nicht nur in der diesjährigen Ausstellung im Frankfurter Städel, auch seine Zeitgenossen nannten den Bologneser so. Die Betrachter des 18. Jahrhunderts sprechen insbesondere angesichts seiner Heiligen Magdalena, die am 20. Mai 2023 in Köln aufgerufen wird, von “seltener Schönheit“ (Antonio Ratti, 1790). Mit der Heiligen Magdalena ist das bedeutendste Werk von Guido Reni angeboten, das in den vergangenen Jahren auf dem Markt war. Auch im Schätzwert steht es mit € 350/400.000 (Lot 2020) an der Spitze dieser vielseitig mit Toplosen ausgestatteten Auktion.

In die Spitzengruppe gehört auch ein Jagdstillleben des Deutsch-Niederländers Abraham Mignon (Lot 2052, € 300/500.000). Obwohl er sich ausschließlich Stillleben geschaffen hat, sind weniger als 15 Werke des Abraham Mignon sind dem Thema der Jagd gewidmet.

Von Lucas Cranach stammt eine mit den typischen und besonders gesuchten Schlangen mit Flügeln signierte Beweinung Christi (Lot 2005, € 200/250.000) sowie wahrscheinlich zusammen mit seiner Werkstatt geschaffene Bildnisse der Sächsischen Kurfürsten Johann der Bärtige und Friedrich III., genannt der Weise, die zusammen auf € 200/250.000 (Lot 2006) geschätzt sind. Eine Neuentdeckung ist „Der büßende Heilige Hieronymus“ (Lot 2011, € 150/200.000) des Renaissance-Meisters Jan Sanders van Hemessen. Die Identifikation als eigenhändiges Werk gelang Dr. Till-Holger Borchert, Aachen, und Dr. Lars Hendrikman, Maastricht.

Mit den Blumen in einer Vase (Lot 2027, € 90/100.000) von Johannes Bosschaert ist die Nord-Niederländische Malerfamilie vertreten, die deutlichen Einfluss auf das Niederländische Stillleben des Goldenen Jahrhunderts hatte. Zu ihr gehören Johannes’ Vater Ambrosius Bosschaert sowie sein Onkel Balthasar van der Ast.

Für seine Stadt Frankfurt am Main hat sich Christian Georg Schütz d.Ä. hin und wieder der Landschaft ab- und der Ansicht dieser Stadt zugewandt. Viele dieser Ansichten befinden sich im Historischen Museum der Stadt Frankfurt. Daher ist es eine besondere Gelegenheit, dass wir diese signiert und 1754 datierte Leinwand aufrufen können (Lot 2103, € 80/90.000).

19. Jahrhundert

Aus der Offerte von Gemälden des 19. Jahrhunderts ragt besonders ein romantischer Blick auf Istanbul: Das Goldene Horn im Mondschein (Lot 2273, € 300/500.000) von Iwan Konstantinowitsch Aivazovsky heraus. Nach langer Zeit in Privatbesitz konnte es im Zuge der Auktion durch Forschung von Ivan Samarine dem Werk des offiziellen Marinemalers des Zarenhofs als eigenhändig hinzugefügt werden. Die Stadt Istanbul und wie sie sich in ihre umgebende Landschaft einfügt faszinierte Aivazovsky, mehrfach reiste er an den Bosperus. Diese Ansicht im Mondschein lässt seine Begeisterung nachvollziehen, hier ein optimales Motiv für sein malerisches Interesse an Tiefenstaffelung und seine Fähigkeiten zu feinsten Farbabstufungen gefunden zu haben.

Das ausgelassen-heitere Werk „Zwei junge Frauen in Winterlandschaft“ (Lot 2317, € 60/70.000) trägt Fedot Vasilievich Sychkov zur Offerte bei. Von Barend Cornelis Koekkoek ist eine stimmungsvoll schimmernde Große Winterlandschaft (Lot 2250, € 150/160.000). Das signierte und 1834 datierte Werk ist eines der frühen Großformate des Malers.

Skulptur

Antonio Bottinelli hat mit Beatrice Cenci und ihrer Geschichte ein Thema für die Skulptur gewählt, das gern auch Maler wie etwa Guido Reni aufgegriffen haben. Die historische Beatrice Cenci lebte im 16. Jahrhundert und entstammte einem alten römischen Adelsgeschlecht. Nach einem erfolgreichen Mordkomplott zusammen mit ihrer Stiefmutter und zwei ihrer Brüder gegen ihren gewalttätigen Vater wurde sie 1599 erst 22jährig in Rom hingerichtet. Antonio Bottinelli hat sie 1881 in Marmor als angekettete Gefangene dargestellt (Lot 2297, € 20/25.000).

Dem Ulmer Bildschnitzer Michel Erhart wird das Büstenfragment des Heiligen Bernhardin von Siena zugeschrieben (Lot 2139, € 25/30.000). Eine Heilige Barbara stammt wohl aus dem Umkreis des Jörg Lederer (Lot 2144, € 24/28.000). Dem in Weilheim tätigen Bartholomäus Steinle wird eine Gruppe von Landsknechten und zwei Hohepriestern zugeschrieben (Lot 2155, € 10/12.000). Diese Figurengruppe, die wohl zu einer Darstellung der Gefangennahme Jesu gehörte, beeindruckt neben ihrer Plastizität auch durch die weitgehend originale farbige Fassung.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1221: Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen des 14.-19. Jh.

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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