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Galerie Maurer - Frankfurt - Rauch

Galerie Maurer - Frankfurt - Rauch

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vom 27.02.2009 bis 18.04.2009

Galerie Maurer

Fahrgasse 5

DE-60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 900 256-40

Telefax: +49 (0)69 900 256-41

E-Mail: info@galerie-maurer.com

URL: www.galerie-maurer.com

vernissage am
freitag, den 27. februar 2009, 19.00 uhr
die künstlerinnen sind anwesend

ausstellungsdauer
27. februar 2009 – 18. april 2009
dienstag bis freitag 14.00–19.00 uhr
samstag 11.00–15.00 uhr

verlängert bis zum 2. mai 2009!

Weitere Infos:

Wiebke Elzel und Jana Müller

„Wüstung: Bezeichnung für eine verlassene Siedlung oder Wirtschaftsfläche, die dadurch “wüst” fällt. Zeiten, in denen viele Siedlungen aufgegeben werden, nennt man Wüstungsperioden. Ursachen können beispielsweise Bevölkerungsverluste durch Kriege, Krankheiten oder aus wirtschaftlichen Gründen sein.“

Der rote Faden, der Wiebke Elzels und Jana Müllers Werk durchzieht, ist die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Katastrophen, Bedrohungen und kollektiven Ängsten. Ihre neueste Arbeit „Land“ ist einem Dorf gewidmet, welches sich im Zustand der Auflösung befindet. Mit obsessiver Regelmäßigkeit wird über zwei Jahre die Bestandaufnahme des provinziellen Ortes von den beiden Künstlerinnen durchgeführt. Es häufen sich die Ansichten von Häusern, Scheunen, Gärten, Straßenzügen. Auf den ersten Blick strahlen die Fotografien eine heitere Ruhe aus. Erst beim zweiten Hinsehen fällt es dem Betrachter auf, dass die Idylle trügerisch ist. Die Häuser sind verlassen, einige Fenster vermauert, kein Mensch ist zu sehen.

Die von Wiebke Elzel und Jana Müller in der Arbeit „Land“ zusammengeführten Fotografien zeigen Häuser des Ortes Heuersdorf, der seit 2006 systematisch abgerissen wird, um das darunter liegende Braunkohlevorkommen nutzbar zu machen. In diesen Bildern wird das jeder Fotografie innewohnende geisterhafte Moment, welches darin besteht, dass das Objekt, so wie es auf dem Bild erscheint, nie wieder so festgehalten werden kann, durch das Wissen um das tatsächliche Verschwinden des Dorfes noch gesteigert: Die gezeigten Motive gibt es tatsächlich nicht mehr.

Die Arbeit „Land“ scheint auf den ersten Blick rein nüchtern-dokumentarischen Charakter zu haben, und doch wirken die von hellem Sonnelicht angestrahlten Häuser inszeniert. Es ist nicht die morbide Bausubstanz, sondern die Vision von der ländlichen Idylle, von der hier durch eine verspätete In-Szene-Setzung Abschied genommen wird. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sind in Wiebke Elzels und Jana Müllers Arbeiten fließend. Seit 2001 arbeiten die beiden Künstlerinnen an großformatigen Fotografien, die auf den ersten Blick vor allem ästhetische Ausgewogenheit ausstrahlen. Doch auch in diesen Bildern geht es um Katastrophen, die weder benannt noch direkt gezeigt, sondern nur über die Verwendung symbolträchtiger Gegenstände wie Asche, weiße Fahnen, Sandsäcke oder Rauch angedeutet werden. Wiebke Elzel und Jana Müller entwerfen ihre Settings ausgehend von realen Katastrophen, die uns durch die Medien übermittelt werden. Sie setzen auf ein kollektives Gedächtnis, durch das die in ihren Bildern gelegten narrativen Spuren vom Betrachter mit realen Ereignissen, die er aus den Medien kennt, verknüpft werden können.

Doch wie präzise ist dieses Gedächtnis an das tatsächlich Geschehene geknüpft? Ist es nicht vielmehr der ästhetische Wert, die Komposition, die sinnliche Aussagekraft eines gestalteten Bildes, die sich in das Bewusstsein eingraben? – Seit 2003 arbeiten die beiden Künstlerinnen an einer Reihe von kleinformatigen Fotografien, die unter dem Titel „Archiv Elzel / Müller“ zusammengefasst werden. Es sind Bilder von Räumen, deren Türen vermauert sind, leerstehenden Fabriken, auf deren Boden sich Aktenberge türmen, oder dem unter Wasser stehenden Chirurgiesaal eines verlassenen Krankenhauses. Auch in diesen Bildern stellt sich die Frage nach dem Ereignis, welches die abgebildeten Räume und Orte in den Zustand des Stillstands und der Dekonstruktion versetzt hat. Wiebke Elzel und Jana Müller scheinen diese Frage zu beantworten, indem sie die Bilder von real existierenden Orten in scheinbar dokumentarischer Akribie mit einem Stempel auf grauem Passepartout versehen, der Angaben zu Name, Ort und Entstehungsdatum liefert. Jedoch erweisen sich diese konkreten Angaben als völlig nutzlos bei der Beantwortung der Frage nach dem Ereignis. Was letztlich bleibt, sind die Bilder in ihrer physischen Beschaffenheit und ihrer ästhetischen Präsenz, eine stumme Ermahnung, ein ins nichts gerichteter Katastrophenbericht.



Künstlerbiographie(n) und Kunstwerke:
Jana MüllerWiebke Elzel


Presseberichte zur Veranstaltung:
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Kunstwerke:

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 Müller: Gang V

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Quartier

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Veritas

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Rauch II

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Barrikade

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Weitere Objekte in der Ausstellung ►


Bilder zur Veranstaltung:

Rauch

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