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Georg Kolbe, Kniende, 1928

Georg Kolbe, Kniende, 1928

Bronze. Höhe 51,7 cm. Auf der linken Fußsohle monogrammiert 'GK' (ligiert). - Darunter mit der eingeschlagenen Ziffer "1" versehen. Lebzeitenguss. Einer von ca. 14 dokumentierten Güssen vor 1936 (1928/1929 entstanden 13 Exemplare, 1935 1 Exemplar). Giesserei H. Noack, Berlin (ohne Giesserstempel). - Mit ebenmässiger, schöner bronzefarbener Patina, der Ton ins Gelbliche spielend.

Losnummer: 223


Provenance
Privatsammlung USA (J. Carter Brown, New York, Nachlaß); Norddeutscher Privatbesitz

Ausstellungen
New York um 1937 (Nierendorf Gallery); New York Feb. 14 - März 12, 1938 (Curt Valentin, Buchholz Gallery), Georg Kolbe. Sculpture & Drawings, Nr. 13 ("Kneeling Girl. 1928") - möglicherweise identisch mit dem bei Nierendorf ausgestellten Exemplar; nach Berger möglicherweise das vorliegende Exemplar

Literatur
Georg Kolbe, Richard Scheibe (Einführung), Georg Kolbe. 100 Lichtdrucktafeln, Marburg 1931, Abb. Tafel 76 b; Ursel Berger, Georg Kolbe - Leben und Werk, mit dem Katalog der Kolbe-Plastiken im Georg-Kolbe-Museum, Berlin 1990, S. 313 mit Abb.

Der vorliegende Guss wurde aktuell mit dem Exemplar des Georg-Kolbe-Museums Berlin (Inv. Nr. P 58, vgl. Berger, op. cit. 1990, S. 313) verglichen. Wie dieser und andere Güsse der "Knienden" wurde er bei Noack in Berlin gegossen (sämtlich ohne den Giesserstempel wie häufig bei Figuren ohne Plinthe). Schon 1929 wurde ein Exemplar dieses beeindruckenden Aktes auf der "Deutschen Kunstausstellung" in Warschau ausgestellt und wie Ursel Berger ausführt "anschließend von der deutschen Regierung dem polnischen Volk als Geschenk überreicht. [...]" (Berger, op. cit. 1990, S. 313). Die "Kniende" scheint jedoch heute in keiner öffentlichen Sammlung in Polen erhalten. Unser Exemplar, aus steuerlichen Gründen mit der gestempelten "1" (auf der Fußsohle unter dem Monogramm) unmissverständlich als Ausfuhrstück für den Export nach Nordamerika in den 1930er Jahren ausgewiesen, könnte für die Nierendorf Gallery in New York bestimmt gewesen sein. Ein Foto von 1937 zeigt die Räume mit dem Exemplar der "Knienden" (s. Vergleichsabb.). Auch die Buchholz Gallery (Curt Valentin) bot 1938 die Figur zum Verkauf an, ein Guss, von dem Berger vermutet, daß er als Übernahme mit dem der Nierendorf Gallery u.U. identisch sein könnte (vgl. das vorliegende Gutachten).

Nach dem außerordentlichen Erfolg von Georg Kolbes früherer, 1926 entstandenen "Knienden", einer Figur, die höchstwahrscheinlich noch im gleichen Jahr auf der Biennale von Venedig gezeigt worden war und zu Lebzeiten des Künstlers in sehr hoher Stückzahl Verbreitung fand (vgl. Berger 87, sie nennt 40 Güsse), gestaltete Kolbe die vorliegende weitaus seltenere Variante von 1928 mit völlig anderem Ausdruck. Nur wenig kleiner in der Höhe als die vorgenannte, ergibt sich bei gleicher Grundstellung eine aktivere, expressivere Haltung durch die in die Taille und die Hüfte aufgestemmten Hände. Zusammen mit den angewinkelten Armen und den weiblich entwickelteren Formen ist sie gegenüber der vordem introvertierten, zarteren Mädchengestalt die reifere, selbstbewusstere Erscheinung. Kolbe war in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre auf dem Höhepunkt seines Erfolges angelangt, auch international war ihm die nötige Aufmerksamkeit zuteil geworden.

"Er wurde in diesem Zeitraum zum bekanntesten und erfolgreichsten Bildhauer Deutschlands. Die Anerkennung zeigte sich nicht nur bei Sammlern und Auftraggebern, sondern auch in Ausstellungsrezensionen und Aufsätzen über den Künstler. In der von Wilhelm Reinhold Valentiner herausgegebenen Zeitschrift 'Art in America' leitete Carl Georg Heise 1927 einen Artikel über Kolbe, aus Anlaß seines 50. Geburtstages, folgendermaßen ein: 'Who is the greatest German painter? One might give a hundred different answers. Who is the greatest German sculptor? This question can be answered in one way only. Georg Kolbe.' " (Ursel Berger, op. cit. Berlin 1990, S. 87).


Veranstaltungshinweise:

Am 28.11.2014 Auktion 1043: Moderne Kunst


Schätzpreis: 55.000 - 60.000  EURO

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