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Heinrich Nauen, Blumenstilleben mit heller Vase, um 1920

Heinrich Nauen, Blumenstilleben mit heller Vase, um 1920

Öl auf Leinwand, alt doubliert. 100 x 70,5 cm. Unten rechts braun signiert ' H. Nauen.'. - Professionell gereinigt; unten links mit einem senkrechten, alt gekitteten Riss in der Leinwand, aktuell integrierend restauriert und retuschiert.

Malcomess/Drenker-Nagels 530

Losnummer: 477


Ausstellungen

Krefeld 1948 (Kaiser Wilhelm Museum), Heinrich Nauen. Gedächtnisausstellung, Kat. Nr. 45 ("Blumenstilleben mit zwei Vasen, um 1924")

Im Werk Heinrich Nauens spielt das Stilleben, insbesondere in der Form des Blumenstillebens mit Gefässen, schon in seiner expressionistischen Phase eine nicht unbedeutende Rolle. Für diese Werkphase hat man zu Recht Werke von Matisse und Cézanne zum stilistischen Vergleich herangezogen und diese als explizite oder latent wirkende Vorbilder mit Nauens Arbeiten verglichen (s. Ina Ewers-Schultz, Die französische Kunst als 'Lehrmeisterin'. Ihre Bedeutung für die Herausbildung der Moderne in Deutschland am Beispiel von Heinrich Nauen, in: Ausst. Kat. Heinrich Nauen. Der französische Einfluss, August Macke Haus, Bonn 2003, S. 70/71 ff.). Nauen hat nicht alle seine Stilleben datiert. Insbesondere in der ersten Hälfte der 1920er Jahre greift er das Thema - zeittypisch gewandelt - wieder auf.

Das vorliegende Blumenstück setzt in seiner Komposition andere zuvor entstandene Hochformate, vorzugsweise mit Gladiolen, Dahlien und schlanken Vasen, voraus, die wohl unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg entstanden. Wie in diesen Arbeiten bildet eine dekorative, gefältelte Draperie im Hintergrund eine künstliche Ergänzung, eine formale Folie, vor der die Gefäße und Blüten arrangiert sind. Insbesondere im vorliegenden Stück zeigt dieser Hintergrund eine weiche wie malerische Wiederaufnahme der im Motiv kräftiger entwickelten rötlichen bis lachsfarbenen Farbtöne, die wirkungsvoll wie natürlich mit Grüntönen kombiniert sind. Einen schönen Effekt erzielt ergänzend das samtig wirkende, dunkle Violett der Vase und ein kühles Blau im Vordergrund, das im Stoffgewebe und im diffuseren Hintergrund abschattiert ist. Erzielt wird eine harmonische Bildwirkung, in der die Formen ein um so betonteres Eigenleben entfalten.


Veranstaltungshinweise:

Am 27.11.2015 Auktion 1059: Moderne Kunst


Schätzpreis: 20.000 - 25.000  EURO

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