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Pieter Aertsen, Das Jüngste Gericht

Pieter Aertsen, Das Jüngste Gericht

Öl auf Holz (parkettiert). 127 x 149 cm.

Provenienz

Auktion Christie´s, London, 9.7.2008, Lot 135. - Europäische Privatsammlung.

Losnummer: 1519


Die Tafel stellt das Jüngste Gericht, wie seit der neuzeitlichen Kunst üblich, in zwei Registern dar: Im oberen Register thront im Zentrum Christus auf der Weltkugel, er hat beide Hände erhoben und zeigt seine Wundmale. Zu seiner Rechten kniet Maria, zu seiner Linken Johannes der Evangelist als Deësis, als Fürbitter für die Menschheit. Christus wird flankiert von den Aposteln, die dem Weltgericht beisitzen. Zwei Engel halten die Lilie der Gnade und das Schwert des Gerichts, zwei weitere Engel blasen die Posaune. Christus wird hinterfangen von einer in hellem Gelb und Rot leuchtenden Glorie. Im Zentrum des unteren Registers ist der Erzengel Michael zu sehen, das Schwert und die Waage haltend. Auf der heraldisch rechten Seite sind die Auferstandenen dargestellt. Sie erheben sich, zum Teil mit Hilfe von Engeln, aus den Gräbern, manche von ihnen falten die Hände zum Gebet, andere schauen ungläubig, andere strecken sich, als seien sie gerade erwacht. Auf der heraldisch linken Seite sind die Verdammten zu sehen, die von Kreaturen mit Tier- und Vogelköpfen in die Hölle gezerrt werden, der Hintergrund leuchtet im Rot des Feuers.

Diese eindrucksvolle Tafel ist, als sie vor einem knappen Jahrzehnt auf dem Londoner Kunstmarkt aufgetaucht und versteigert worden ist, von Wouter Kloek, Rijksmuseum Amsterdam, Pieter Aertsen gegeben und um 1550/55 datiert worden. Aertsen folgt in diesem Werk der großen Tradition der Weltgerichtsdarstellung, wie sie sich im frühen 16. Jahrhundert in den Niederlanden etabliert hat, vor allem durch die epochalen Werke Lucas van Leidens (c. 1526) und Barend van Orleys (c. 1525). Für Aertsen dürfte die Komposition Jan van Hemessens als unmittelbares Vorbild gedient haben. Der Antwerpener Künstler, durch seine Italienreise mit der römischen Kunst der Hochrenaissance vertraut, malte 1536/37 ein Weltgericht für Adrien Rockox, das in Antwerpen großen Eindruck gemacht haben muss. Pieter Aertsen folgt in der Bildanlage, der Farbpalette, zum Teil aber auch in der Gestaltung der Figuren dem Vorbild van Hemessens. Interessanterweise hat sich eine vergleichbare Darstellung des Jüngsten Gerichts von Aert Pietersz., dem Sohn Pieter Aertsens, erhalten, die Bezug auf die vorliegende Komposition zu nehmen scheint. Sie ist ein knappes halbes Jahrhundert später, 1611, entstanden, zeigt entsprechend stilistische Unterschiede, offenbart jedoch auch Parallelen in der Gesamtanlage der Komposition wie in der Gestaltung einzelner Figuren (Abb. 1).

Pieter Aertsen ist vor allem für seine Stillleben und Genreszenen bekannt, er gilt als Begründer der flämischen Stilllebenmalerei. Es ist zu Recht angemerkt worden, dass dies eine Verengung der Sicht auf den Künstler darstellt und der Bedeutung nicht gerecht wird, die Altargemälde wie das vorliegende im Œuvre von Pieter Aertsen hatten.


Veranstaltungshinweise:

Am 17.11.2018 Auktion 1118: Gemälde und Zeichnungen Alter Meister / Skulptur - Kunst des 19. Jahrhunderts


Schätzpreis: 120.000 - 140.000  EURO

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