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Raoul Ubac, Soufflage, 1942

Raoul Ubac, Soufflage, 1942

Vintage, Gelatinesilberabzug hochglänzend auf Agfa-Brovira-Papier, die rechte Kante unregelmäßig beschnitten. Höhe 18,5 cm. Rückseitig mit Bleistift signiert, datiert und betitelt. - Entlang der Kanten umlaufend fest auf Unterlagekarton montiert. Unter Passepartout montiert.

Losnummer:


Provenienz

Sammlung Dorothy und Eugene Prakapas, New York

Literatur

Christian Bouqueret, Raoul Ubac. Photographie, Paris 2000, S. 275 mit Abb. (Kat.Nr. 186, hier datiert: 1939); Marcel Marien (Hg.), L'Imparfait / Les lèvres nues. Une sélection de lettres de Raoul Ubac à Marcel Marien, Brüssel 1989, Abb. auf dem Buchtitel

Von allen surrealistischen Verfahren der Verfremdung ist die von Ubac entwickelte Methode der Brûlage die radikalste. An die Stelle des gestalterischen Prozesses der Formschöpfung tritt hier Von allen surrealistischen Verfahren der Verfremdung ist die von Ubac entwickelte Methode der Brûlage die radikalste. An die Stelle des gestalterischen Prozesses der Formschöpfung tritt hier die „Entformung“, die graduelle oder vollständige Zerstörung der Vorlage, sprich des Negativs. Im Wasserbad wird das zuvor belichtete Glasnegativ großer Hitze ausgesetzt und verändert sich dadurch in seiner chemischen Materialität. Der Prozess der Zerstörung des (noch nicht entwickelten sondern nur latent vorhandenen) Bildes wird dann vom Künstler unterbrochen. Erst mit der Entwicklung zeigt sich der erreichte Grad der Zerstörung, tritt der schemenhafte Eindruck des nur als Idee vorhanden, noch nicht Gestalt gewordenen Motivs zum Vorschein. „Während die klassischen automatischen Bildverfahren des Surrealismus, Frottage, Décalcomanie, Cadavre exquis u.a. dazu dienten, unter Zuhilfenahme der Spontaneität der Materie (von Farben, Wasser, Texturen etc.) oder des Zufalls nie zuvor gesehene, suggestive Formenwelten aus der Formlosigkeit zu heben, verfolgte Ubac mit der Brûlage den Zweck, zur Bewusstlosigkeit erstarrte Formen wieder zu verflüssigen, die in die Silbersalze der lichtempfindlichen Schicht eingefräste optische Projektion der Wirklichkeit in einen präkristallinen, schlieren-, magma- oder feuerartigen Zustand zurückzuführen.“ (Herbert Molderings, Ubac und die Fotografie des Formlosen, in: Adam C. Oellers, Raoul Ubac. Skulpturen. Gemälde. Zeichnungen. Photographien, Ausst.kat. Suermondt-Ludwig-Museum Aachen u.a., Aachen 1996, S. 31)

In der hier vorliegenden Brûlage diente die Aufnahme eines Portraits in Profilansicht als Ausgangspunkt. Zwar hat sich das Moment der Gegenständlichkeit noch nicht vollständig verflüchtigt, doch ist der Prozess der Auflösung bereits so weit fortgeschritten, dass das Gesicht mumienhaft entstellt erscheint. In seinem 1942 verfassten Essay ‚L'envers de la face' (Die andere Seite des Gesichts) beschreibt Ubac den Prozess der Brûlage und die Rolle, die dem Photographen dabei zukommt. „Technisch gesehen geschieht das alles ohne Zutun des Operateurs. Die Materie arbeitet selbst, um ein neues Bild durch die Zerstörung des alten hervorzubringen oder um ein verschwundenes Bild wieder hervorzurufen, gemäß den Gesetzen, die in Kraft treten, wenn Feuer und Wasser auf eine andere Materie einwirken. Die Hand des Künstlers hat hier nur einen vermittelnden Wert.“ (Raoul Ubac, in: Jean Lescure, Exercice de la pureté, Brüssel 1942, o.S., zitiert nach: Floris M. Neusüss, Das Fotogramm in der Kunst des 20. Jahrhunderts, Köln 1990, S. 254)

Ubac hat das Verfahren der Brûlage nur über einen kurzen Zeitraum angewendet. Das Werkverzeichnis von Christian Bouqueret führt 17 Brûlages aus den Jahren 1939/1940 auf, darunter das hier vorliegende Blatt (Kat.Nr. 186, hier datiert: 1939).


Veranstaltungshinweise:

Am 31.05.2019 Auktion 1133: Photographie


Schätzpreis: 8.000 - 10.000  EURO

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