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Max Ernst, Flaneurs (Les enfants de la Huchette), 1954

Max Ernst, Flaneurs (Les enfants de la Huchette), 1954

Öl auf Leinwand 64,5 x 53,4 cm Mit Atelierleiste gerahmt. Unten rechts schwarz signiert 'max ernst' und rückseitig auf der Leinwand mit Pinsel schwarz signiert, datiert und betitelt 'flaneurs max ernst 54'. - Farbfrisch erhalten, mit wenigen punktuellen Retuschen.

Losnummer: 41


Das Gemälde „Flaneurs“ vereint gleich mehrere, äußerst typische Elemente des Max Ernst'schen Kosmos in sich.
Sowohl Ernsts ureigenstes Selbst des Vogelobren „Loplop“ als auch Formen und Figuren der indianischen Mythologie - als Reminiszenz seiner Zeit in Arizona und sein Interesse für Kachina-Puppen -, sind angedeutet in den vogelartigen Köpfen der Bildfiguren. Die Faktur gibt Hinweise auf die von Max Ernst so geliebte Technik der Frottage, einer wie abpausenden Abriebtechnik von Vorgefundenem.
Schon seit Mitte der 1930er Jahre bevölkern ‚Kopfwesen' das Werk Max Ernsts. Es entstehen Skulpturen und Plastiken wie „Gaia“ oder die Mondspargel „Les asperges de la lune“, die in den Köpfen in der linken Bildpartie des vorliegenden Werks zitiert werden, während die rechte Figur mit dem dreieckigen Kopf wiederum Pate gestanden haben mag für die 1965 entstehende Plastik „Völkerkundemuseum“ (vgl. Ref. Abb. 1 und 2). Das Selbstreferentielle, eine gewisse Form von Automatisierung und selbstaufopfernde Hingabe an die vorgefundene Dingwelt wie an das Imaginäre ist wohl auch dem surrealistischen Geist entsprungen. Ernst selbst vergleicht seine Ideenfindung mit dem Fischfang. So weiß „kein Taucher […] vor seinem Sprung, was er zurückbringen wird. Ebenso sucht sich der Maler seine Sujets nicht aus […]. Sich ein solches aufzubürden, wäre es noch so subversiv, noch so außergewöhnlich, und es auf eine akademische Weise zu behandeln, ließe nur ein Werk von geringer revolutionärer Bedeutung entstehen.“ (zit. nach: Jürgen Pech, Max Ernst. Plastische Werke, Köln 2005, S. 176)
Der Begriff des „Flaneurs“ ist der französischen Literatur entlehnt und weist hier im Titel des vorliegenden Gemäldes auf die Figuren, die mit interessiertem Blick offensichtlich denselben Punkt ins Auge gefasst haben. Vorbeigeschlendert an den endlosen großstädtischen Schaufenstern und gläsernen Passagen fächert sich die Bildstruktur in Spektralfarben und bricht die Körper wie in einem Spiegel.
Der Untertitel „Les enfants de la Huchette“ bezieht sich wohl auf die Flaniermeile Rue de la Huchette, eine der ältesten Straße entlang der Pariser Rive Gauche.
Im Entstehungsjahr unseres Gemäldes gewann Max Ernst, der erst 1953 nach Paris zurückgekehrt war, den großen Preis für Malerei auf der Biennale in Venedig. Das bereits 1955 bei Ernst Beyeler ausgestellte Werk „Flaneurs“ befand sich lange in der Sammlung des großen Pariser Galeristen für surrealistische Kunst, René Rasmussen.

Werkverzeichnis

Spies/Metken 3044

Zertifikat

Wir danken Simon Crameri, Fondation Beyeler, Basel, für die Unterstützung.

Provenienz

Galerie René Rasmussen, Paris (bis 1978); durch Erbschaft Privatbesitz Rheinland/Baden-Württemberg

Literaturhinweise

Cimaise, 5. Jg. Nov./Dez. 1957, Nr. 2, S. 28 mit Abb.

Ausstellung

Basel 1955 (Galerie Beyeler), Max Ernst, Kat. Nr. 21


Veranstaltungshinweise:

Am 03.12.2021 Auktion 1187: Moderne und Zeitgenössische Kunst - Evening Sale


Schätzpreis: 250.000 - 350.000  EURO

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