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Alexej von Jawlensky, Mystischer Kopf: Kopf in Lila und Blau, 1917

Alexej von Jawlensky, Mystischer Kopf: Kopf in Lila und Blau, 1917

Öl auf Karton, auf Holz aufgezogen. 40 x 30,9 cm. Unter Glas gerahmt. Unbezeichnet. Rückseitig vom Sohn des Künstlers in Blau signiert, datiert und bezeichnet 'A. Jawlensky, Kopf in Lila und Blau, 1917, K 40 x 30,7, M.K. No. 40'. - In sehr guter, farbfrischer Erhaltung. Winzige Farbverluste in der rechten und linken unteren Ecke.

Losnummer: 70


Der „Kopf in Lila und Blau“ gehört zu Jawlenskys Serie der „Mystischen Köpfe“, die während seines Aufenthalts in Zürich und später in Ascona entstanden. Nach den vorausgegangenen „Mädchenköpfen“, zu denen auch die Fassung von 1913 (lot 71) zählt, zeichnen sich die „Mystischen Köpfe“ durch eine weitere Abstrahierung aus – Haupt, Haare, Augen und Mund wurden nur noch mit wenigen waagerechten, senkrechten oder geschwungenen Linien umrissen und die so entstehenden Flächen mit starken Farben koloriert. Um 1917 strebte Jawlensky eine zunehmend schematisierte Form des Antlitzes an, die kaum noch individuelle Merkmale aufweist. Das in die Stirn fallende Haar und die schön geschwungenen Lippen sind die letzten Reminiszenzen einer individuellen Ausprägung. Wie es im Katalog der großen Jawlensky-Ausstellung 1983 in München zusammenfassend heißt, wurden die „Mystischen Köpfe“ nunmehr zu „Sinnbildern einer inneren Schau, die die Wirklichkeit in ihrer physischen Präsenz zunehmend bedeutungslos machte“. (zit. nach: Alexej Jawlensky, Ausst. Kat. München 1983, S. 246). Jawlensky selbst schreibt in diesem Sinne an Pater Verkade: „Ich saß in meinem Atelier und malte und mir war die Natur als Souffleur nicht notwendig. Mir war genug, wenn ich mich selbst vertiefte, betete und meine Seele vorbereitete in einen religiösen Zustand.“ (a.a.O.)
Die Zeit in Zürich und Ascona war für Jawlensky ein wichtiger, wenn auch schmerzlicher Lebensabschnitt. Künstlerisch arbeitete er an zwei Serien gleichzeitig – an den „Mystischen Köpfen“ und an den „Variationen“. Privat trennte er sich endgültig von seiner langjährigen Gefährtin Marianne von Werefkin. Die Jahre um 1917/1918 waren aber auch von vielen interessanten Kontakten geprägt. So sah er seinen alten Freund, den Tänzer Alexander Sacharoff, und seine Frau Clotilde von Derp wieder, begegnete aber auch Wilhelm Lehmbruck, Marie Laurencin und Paul Cassirer.

Werkverzeichnis

M. Jawlensky/Pieroni-Jawlensky/A. Jawlensky Bianconi Bd. II, Nr. 898 mit Abb. S. 203. Im Cahier Noir des Künstlers als "Die Schöne" bezeichnet.

Provenienz

Nachlass des Künstlers; Dalzell Hatfield Galleries, Los Angeles (1967) (Etikett auf der Rückseite); Feingarten Galleries, Los Angeles (Etikett auf der Rückseite); Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion 206, Juni 1975, Lot 788; Privatsammlung Rheinland

Literaturhinweise

Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, Kat. Nr. 214 (dort betitelt "Lila und Blau")

Ausstellung

Köln 1958 (Galerie Aenne Abels), Kat. Nr. 20; Bonn 1958 (Städtische Kunstsammlungen), Alexej Jawlensky - Adolf Hölzel, Kat. Nr. 17; Berlin 1958 (Haus am Waldsee), Kat. Nr. 47; München 1959 (Städtische Galerie im Lenbachhaus), Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin, Kat. Nr. 27; Nürnberg 1959 (Fränkische Galerie), Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin, Kat. Nr. 21; Genf 1963 (Galerie Krugier), Nr. 34


Veranstaltungshinweise:

Am 02.12.2022 Auktion 1211: Evening Sale - Moderne und Zeigenössische Kunst


Schätzpreis: 300.000 - 400.000  EURO

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