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Thomas Zander - Ausstellung-Friedlander-Christenberry

Thomas Zander - Ausstellung-Friedlander-Christenberry

Lee Friedlander "New Work" und William Christenberry "Photography, Drawing, Sculpture"

vom 29.09.2003 bis 25.11.2003

Galerie Thomas Zander

Schönhauserstr. 8

DE-50968 Köln

Telefon: +49 (0)221 93 488-56

Telefax: +49 (0)221 93 488-58

E-Mail: mail@galeriezander.com

URL: www.galeriezander.com

Mit der hochkarätigen Doppelausstellung "Lee Friedlander / William Christenberry" setzt die Galerie Thomas Zander zum Saisonstart 2003 ihr ambitioniertes Ausstellungsprogramm amerikanischer Künstler fort.
Reiner Fotokünstler der eine, Maler, Bildhauer, Zeichner und Fotograf der andere, haben die beiden langjährigen Freunde und Künstlerkollegen in ihren jeweiligen Medien höchst markante und für die Geschichte der amerikanischen Kunst bedeutende Positionen definiert. In ihren großzügigen Räumen stellt die Galerie die neuesten Fotografien von Lee Friedlander Zeichnungen, Skulpturen und Fotografien von William Christenberry gegenüber.

Lee Friedlander (geb. 1934) gehört seit den 1960er Jahren neben Walker Evans und Robert Frank zu den bedeutenden amerikanischen Vertretern einer fotografischen Haltung, die der direkten, unmanipulierten Wiedergabe der Realität verpflichtet ist und sich gleichzeitig als individuelle Sichtweise zu erkennen gibt.
Seit den 1970er Jahren arbeitet er in Themengruppen wie Landschaft, Fabrikarbeit, Portrait, Akt, Stillleben und Selbstportrait. In seinen genau komponierten Bildern, die zum Teil wie Montagen wirken, arbeitet Friedlander bevorzugt mit extremen Anschnitten, verwirrenden Perspektiven, Spiegelungen oder dem "Bild-im-Bild"- Motiv und bricht dabei radikal mit ästhetischen Konventionen. Seine Fotografien zeugen im übrigen nicht nur von seiner Vorliebe für komplexe Bildkonstruktionen, sondern reflektieren auch gesellschaftliche Entwicklungen. Charakteristisch für seine Aufnahmen ist eine kühle Emotionslosigkeit; er selbst bezeichnete seine Arbeit einmal als "American social landscape and its conditions".

Die in dieser Ausstellung erstmals in Europa gezeigten Aufnahmen entstammen dem in den letzten Monaten entstandenen, noch unbetitelten Werkkomplex "New Work". Thematisch setzt Friedlander darin seine Auseinandersetzung mit Landschaft, städtischen Strukturen sowie Stillleben fort. Zu allen drei Themenbereichen schuf er Bilder mit den für ihn typischen komplexen wie stringenten Kompositionen. Bei den Landschaftsaufnahmen gibt das Auto die Perspektive vor und drängt sich mit seinen weich gerundeten Armaturen, den gebogenen Fensterprofilen und dem gepolsterten Innenleben mit pseudo-organischer Dominaz vor die Linse des Fotografen. Industrie und Natur, Enge und Weite, Landschaft und Stillleben beziehungsweise Skulptur gehen in diesen Bildern eine höchst eigenwillige und suggestive Liaison ein. In den Aufnahmen städtischer Architekturen beziehungsweise urbaner Situationen mit Straßen und Gebäuden schaltet Friedlander atmosphärische Stimmungen aus. Mit der ihm eigenen Lakonik organisiert er mit der Kamera Gebäude, Masten, Zäune und Wege zu fotografischen Bildwelten, die sich in ihrer starken visuellen Präsenz jeglicher narrativen Lesart verweigern.

Das Oeuvre von William Christenberry (geb. 1936) spiegelt die fortwährende Beschäftigung mit den sichtbaren Lebensspuren und Zeichensetzungen im ländlich besiedelten Raum seiner Heimat Alabama im Süden der USA. In den Fußstapfen von Walker Evans, der Mitte der 30er Jahre als erster (wenn auch unter anderem Vorzeichen) diese von Armut geprägte Gegend dokumentierte, verfolgt Christenberry Spuren sozialer Kommunikation, sucht nach bescheidenen und gemeinhin übersehenen visuellen Codes. Werbetafeln und Fassaden sind seine Lieblingsmotive. Angeregt hierzu hat ihn Walker Evans' gemeinsam mit James Agee 1941 veröffentlichter Fotoband "Let Us Praise Now Famous Men". Wobei es sich Christenberry keineswegs zur Aufgabe gemacht hat, jene kritische Dokumentation über die unter Dürre und Armut leidende Landbevölkerung fortzusetzen und sich etwa mit dem gleichen Impetus den aktuellen Problemen am Ende des 20. Jahrhunderts zu widmen. Die Fotografien von Walker Evans haben dem studierten Maler vielmehr die Augen geöffnet für etwas anderes, das neben und mit dem Elend der Menschen seiner Heimat vorhanden war und ist: Ärmliche Architekturen, behelfsmäßige Grabdekorationen, karge Kirchenbauten, Hinweisschilder in der Landschaft. Elemente, die in ihrer Klarheit und gestalterischen Kraft so überzeugend waren, dass er sie in seinen Bildern der subjektiven Geste des malerischen Ausdrucks entgegensetzen konnte.

Dabei ging es ihm zunächst weniger um das Sujet, als vielmehr um dessen formale Struktur, die seinen Gemälden Rückgrat gab. Und die sich auch in die dritten Dimension entfalten konnte, denn bald entstanden auch Skulpturen als minutiöse Nachbauten im Kleinformat. Als Fotograf gehört Christenberry zu den "Pionieren" der amerikanischen Farbfotografie vom Kaliber eines William Eggleston oder Stephen Shore. Christenberry fotografierte die Häuser, Schilder, Gräber und Kirchen mit dem Auge des Malers und des Bildhauers: frontal, isoliert, konzentriert auf einfache Formen, starke Farbkonstellationen sowie strukturelle Details. Die zumeist als Serien über Jahre hinweg angelegten Dokumentationen vermitteln die Dimension von Zeit und der Geschichtlichkeit des Ortes. Dabei sind die Aufnahmen mehr als Mittel zum Zweck, also keine reinen Vorlagen für spätere künstlerische Ausformulierungen in einem anderen Medium. Sie sind vielmehr integraler Teil dieses einzigartigen künstlerischen Gesamtwerks, in dem die historisch-dokumentarische Ebene mit der ästhetischen verschmilzt.

Bereits im Jahr 2000 präsentierte die Photographische Sammlung SK Stiftung Kultur auf ihrer Sonderschau im Rahmen der ART COLOGNE eine Doppelausstellung beider Künstler. Im Jahre 2002 folgte dann die große Retrospektive von William Christenberry, die den Amerikaner hierzulande erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte. In diesem Herbst (Eröffnung: Do., 25.9.) zeigt das Institut unter dem Titel "At Work" Lee Friedlanders über Jahre entstandene fotografische Auseinandersetzung mit der Welt industrieller Arbeit.

Weitere Infos:

Öffnungszeiten: Di - Fr, 12-18 Uhr, Sa, 11-16 Uhr und nach Vereinbarung



Künstlerbiographie(n) und Kunstwerke:
William ChristenberryLee Friedlander

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Processing, Memphis, Tennesse, 1966, © William Christenberry

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 Christenberry,
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 1971, © William
 Christenberry

William Christenberry, Coleman's Cafe, 1971, © William Christenberry


Bilder zur Veranstaltung:


 Ausstellung-Friedlander-Christenberry

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