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Galerie Thomas München - Max Ernst - Deux Assistants

Galerie Thomas München - Max Ernst - Deux Assistants

Die Galerie Thomas auf der Art Cologne 2005

vom 27.10.2005 bis 01.11.2005

DE-50679 Köln


Auf der diesjährigen Art Cologne ist die Galerie Thomas mit einer grossen Auswahl an herausragenden Werken der Klassischen Moderne, des Deutschen Expressionismus, der Kunst nach 1945 und der zeitgenössischen Kunst vertreten. Zu den Spitzenwerken des Angebotes zählen u.a. Gemälde von Alexej Jawlensky, Fernand Léger, und Max Ernst, sowie Skulpturen von Joan Miró und Max Ernst und Zeichnungen von Pablo Picasso.

Alexej Jawlenskys Gemälde "Helene" entstanden um 1913, das seine Geliebte und die Mutter seines Sohnes Andreas (geb. 1902), Helene Nesnakomoff (1881-1965) zeigt, stammt aus einer für den Künstler entscheidenden Phase. Hatten in seinem Oeuvre bisher Landschaften, Stilleben und Porträt gleichwertig nebeneinander gestanden, so rückt nun das menschliche Gesicht in den Vordergrund seines Schaffens – die Thematik, die sein Werk fortan bestimmen sollte.
Monumental, farbgewaltig und sinnlich, sind die in dieser frühen Periode entstandenen “Köpfe” ein erster künstlerischer Höhepunkt im Schaffen des Malers. Im Mittelpunkt stehen bereits die gewaltigen Kontraste großer Farbflächen, welche die Ausdrucksfähigkeit der eigentlich naturbezogenen Bilder steigern.
Das Bild setzt also an einem Punkt ein, wo Jawlensky einen für einen konservativen Porträtbegriff hohen Abstraktionsgrad erreicht hat. Die Vereinfachung der Form in gegenständlicher Formelhaftigkeit von Kopf und Gesicht sowie das kraftvolle Austarieren der Dissonanzen teils komplementärer Farben haben sich zur eigentlichen Thematik des Bildes verselbständigt.

Fernand Léger malte das Bild "Composition aux deux papillons (La femme aux papillons)" 1943 in den USA, wo er von 1940 bis 1945 eine Professur an der Yale University innehatte und am Mills College lehrte. Amerika hat seine Arbeit kaum beeinflusst, er war bereits fast 60 Jahre alt und sein Stil so ausgereift, dass er keinerlei externer Stimuli mehr bedurfte. Auch der zu dieser Zeit in Europa tobende Zweite Weltkrieg hinterließ keine Spuren in seiner Malerei.
In den vielfigurigen Kompositionen seines Spätwerkes schildert Léger eine Welt, die von Lebenslust und Freude erfüllt ist. Der karge strenge Stil, der die Bilder der dreißiger Jahre prägte, in denen er die Technik und die Arbeitswelt darstellte, weicht einer Fröhlichkeit, deren Ausgelassenheit nur durch die wahrhaftige Anwendung der Mittel in Zaum gehalten wird.
Er verteilt großzügig Figuren mit wechselnden Objekten. Dabei belässt er es jedoch nicht bei einer wahllosen Darstellung, sondern erzählt etwas über sie. Es sind einfache, sofort erkennbare Geschichten, in einfachen Linien und klaren Farben dargestellt.

Das Bild von Max Ernst "Mishnongovi" entstand in 1948. 1946 heiratet Max Ernst die Malerin Dorothea Tanning und beide übersiedeln nach Sedona in Arizona. Aus dieser Zeit stammt das Tryptichon "Mishnongovi", das von Ernst so konzipiert wurde, dass es sämtliche wichtigen Elemente seines bisherigen Schaffens vereint. Links der Wald als Verweis auf das Männliche, rechts das "weibliche" Element, das die Reminiszenz an den surrealistischen Raum spüren lässt. Im Mittelteil steht dann die Synthese der linken und rechten Seite, deren Aufbau, Formensprache und Farbigkeit starke Assoziationen zur Kultur der Ureinwohner Arizonas - der Hopi-Indianer - trägt, wie auch der Titel "Mishnongovi" auf ihre Sprache verweist.

Die Skulptur von Joan Miró "Tête au croissant" von 1977 folgt dem Prinzip der Materialcollage, bei dem der vielseitige Künstler seit den 40er Jahren in weitgehend frei aus Ton modellierte Formen seine "objets trouvés", also etwa Blechdosen, Geräteschaften, Draht, Holzstücke etc. einmontierte. Schon im Gipsabdruck und erst recht im anschliessenden Bronzeguss verwischen sich die Grenzen zwischen realen und phantastischen Partien zugunsten eines einheitlichen Gesamteindrucks, der den Charakter als eigenständiges Kunstwerk unterstreicht.

Die Skulptur von Max Ernst "Deux Assistants" entstand 1967 und wurde noch während seiner Lebzeit 1976 gegossen. Mit seinen verschmitzten, wasserspeienden Phantasiegebilden zwischen Mensch und Frosch versucht der Künstler die sichtbare Welt zu überwinden und aus dem surrealen Bereich des Unbewussten neue, imaginäre Bilder zu schöpfen. Die Figur der "Deux assistants" ist die kleinere und verdoppelte Fassung des "Grand assistant". Max Ernst integrierte die wunderlichen, kleinen Wesen auch in seine beiden Brunnen-Ensembles von Amboise, 1968 und Brühl, 1971. Die Verdoppelung der Assistenten bezieht sich in Amboise auf die Widmung des Brunnens an Leonardo da Vinci, dessen Schriften seitenverkehrt geschrieben sind und nur mit einem Spiegel entziffert werden können.

Die Tuschezeichnung "Tête de femme" von Pablo Picasso aus dem Jahr 1923 entstammt einer Serie von Zeichnungen aus dem Skizzenbuch Nr. 067 von 1923, das in Cap d'Antibes an der Französischen Riviera entstanden ist. Diese Zeichnung ist ein Porträt von Sara Murphy, die Tochter eines sehr reichen amerikanischen Industriellen. Ihr Mann, Gerald, Sohn des Besitzers des berühmten Lederwarengeschäftes Mark Cross in New York, war ein aufstrebender Maler, dessen Werke in der Avantgarde Aufsehen erregten. Picasso hatte das Paar in Paris 1922 kennengelernt. Die beiden waren ein strahlendes Paar, das in den Cafés der Bohème genauso zu Hause war wie in den Salons der Oberschicht. Sie sind ein typisches Beispiel der "Lost Generation", sie kommen in den Memoiren von Ernest Hemingway vor und waren Vorbilder für Dick und Nicole Diver in F. Scott Fitzgeralds "Tender is the Night". Picasso war von der Schönheit Saras sofort angezogen, möglicherweise war er auch verliebt in sie. Den Sommer 1923 verbringen die Murphys in Cap d'Antibes. Auch Picasso reist dorthin, zusammen mit seiner Frau Olga, dem Sohn Paulo und seiner Mutter und er zeichnet Sara in der klassischen Manier griechischer Vasenmalerei.

Für weitere Presseauskünfte und Rückfragen:

GALERIE THOMAS
Giannina Spargnapani
Maximilianstraße 25  80539 München
Telefon 089/29 000 812  Fax 089 / 29 000 888
info@galerie-thomas.de - www.galerie-thomas.de

oder direkt auf der Messe
Halle 9.1 - Stand A 40/B41
Telefon +49-221/284 41 17 - Fax +49-221/284 58 42

Weitere Informationen: www.art-cologne.de

Weitere Infos:

Abbildung:

Ernst, Max
(Brühl 1891-1976 Paris)
"Deux Assistants"
Bronze, grüne Patina
Gips von 1967, Bronzeguß von 1976
37,5 x 41,5 x 41,5 cm
mit Signatur
mit Gießerstempel 'Susse Fondeur, Paris'
Auflage 12 Exemplare
Die Auflage setzt sich wie folgt zusammen: 0/VI-VI/VI und 2 Exemplare ohne
Nummer, davon eines für die Stadt Brühl (Brunnenfigur) und eines für eine
Privatsammlung in Köln, sowie 1/3-3/3 (posthume Güsse). Der Gips befindet sich
im Besitz der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Exemplare in öffentlichen Sammlungen:
Max Ernst Museum, Brühl
Stadt Brühl (als Brunnen)
Amboise, Frankreich (als Brunnen)
Provenienz
Privatsammlung, Köln
Privatsammlung, Schweiz
Ausstellungen
anderer Exemplare
Cavaliero Fine Arts, New York; The Capricorn Trust, 1987. Max Ernst, Sculpture
1934 - 1974. Nr. 52, S. 40, mit Abb.
Museo d'Arte Contemporanea, Castello di Rivoli, 1996. Max Ernst Sculture -
Sculptures. S. 192, Abb. S. 181
Stadtgalerie, Klagenfurt, 1997. Max Ernst, Skulpturen. S. 181, Abb. S. 141
Centre Georges Pompidou, Paris; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen,
Düsseldorf, 1998. Max Ernst, Skulpturen, Häuser, Landschaften. Nr. 122, Abb. S.
206 (Gips)
Fondacao Arpad Szenes - Viera da Silva, Lissabon, 1999/2000. Max Ernst,
esculpturas, sculptures. S. 87, Abb. S. 74
Literatur
Spies, W. Max Ernst - Skulpturen Häuser Landschaften. Köln 1998. S. 319, Nr.
122, Abb. S. 206 (Gips) und 209 (Brunnenfigur in Brühl).
Spies, W. und Wilhelm, J. Von der Kunst, mit den Augen zu trinken. Das Max Ernst
Museum Brühl. Köln 2005 S. 45 mit Farbabb.
Pech, J. Max Ernst Plastische Werke. Köln 2005. S. 190 mit Farbabb.
Mit seinen verschmitzten, wasserspeienden Phantasiegebilden zwischen Mensch und
Frosch versucht Max Ernst die sichtbare Welt zu überwinden und aus dem
surrealen Bereich des Unbewußten neue, imaginäre Bilder zu schöpfen.

Die Figur der "Deux assistants" ist die kleinere und verdoppelte Fassung des "Grand
assistant". Max Ernst integrierte die wunderlichen, kleinen Wesen auch in seine
beiden Brunnen-Ensembles von Amboise, 1968 und Brühl, 1971.

Die Verdoppelung der Assistenten bezieht sich in Amboise auf die Widmung des
Brunnens an Leonardo da Vinci, dessen Schriften seitenverkehrt geschrieben sind
und nur mit einem Spiegel entziffert werden können.



Künstlerbiographie(n) und Kunstwerke:
Joan MiróAlexej von JawlenskyMax ErnstPablo Picasso


Presseberichte zur Veranstaltung:
40 Jahre Galerie Thomas - Art Cologne 2005

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Bilder zur Veranstaltung:

 Max Ernst - Deux
 Assistants

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