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Wilhelm Leibl, Selbstbildnis mit schwarzem Hut

Wilhelm Leibl, Selbstbildnis mit schwarzem Hut

Öl auf Leinwand. 33 x 27 cm. Oben links in Rot signiert "W. Leibl".

Losnummer: 6122


Der aus Köln gebürtige Wilhelm Leibl ist einer der wichtigsten Vertreter des Realismus im 19. Jahrhundert. Nach wenigen Lehrjahren in seiner Heimatstadt bei Hermann Becker, wechselte er 1864 an die Kunstakademie nach München. Mit den Malern Theodor Alt, Rudolf Hirth du Frênes und Johann Sperl teilte er sich ab 1869 ein Atelier. Schon als Student hatte Leibl einen bewunderten Fürsprecher: Gustave Courbet. Der französische Realist zeigte sich von Leibls "Bildnis der Frau Gedon" (1868/69) tief beeindruckt. Auf Empfehlung Courbets begab sich der Maler nach Paris, wo er nicht nur die dortige Künstlerszene näher kennenlernte, sondern im Salon für sein Gemälde eine Goldmedaille erhielt. Leibl machte die einfachen Menschen aus dem Alltag, Interieurs aus seiner Umgebung, also Bauernstuben und Bauernküchen, zum Gegenstand seiner Kunst, wobei es ihm immer um die Authentizität der Sache ging. Insbesondere bei seinen Portraits lag ihm an der Wahrheit und Angemessenheit des Dargestellten. Sich selbst hat der Künstler in einer Reihe von Selbstbildnissen festgehalten, die aus unterschiedlichen Schaffensphasen stammen. Unser Portrait, das Leibl mit schwarzem Hut, Jackett und weißem Hemd zeigt, erinnert die Kleidung betreffend an die beiden gezeichneten Selbstportraits aus dem Jahr 1891 (Zürich, Kunsthaus und München, Staatliche Graphische Sammlung). Diese zeigen den Künstler frontal und bereits mit einigen Falten auf der Stirn. Auf unserer Darstellung, die den Künstler im Dreiviertelportrait mit leicht zum Betrachter geneigtem Kopf zeigt, wirkt der Maler jünger, der Bart noch nicht von weißen Härchen durchwirkt, die Gesichtshaut glatt. Über das Gesicht fällt der von der Hutkrempe ausgehende Schatten, still, konzentriert blickt der Maler uns an. Das Wahre war stets das, wonach Leibl künstlerisch gesucht hatte. Hier in diesem Selbstportrait gelingt ihm der Blick auf die Seelenessenz der Figur jenseits von Inszenierung und Stilisierung.

Provenienz: Sotheby's, Amsterdam, Auktion am 19. Oktober 2004, Los 88.


Veranstaltungshinweise:

Am 04.06.2020 115. Auktion: Gemälde Alter und Neuerer Meister. Portraitminiaturen


Schätzpreis: 15.000,-  EURO

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