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AUSSTELLUNG OCCUPIED TERRITORIES mit Tina Bara und G.R.A.M

Bara - G.R.A.M - Eröffnung

Die Vernissage der Ausstellung OCCUPIED TERRITORIES findet statt am 24. November 2005, 19-21 Uhr

Die Ausstellung mit Fotografie und Video von Tina Bara und G.R.A.M ist bis 14. Jan. 2006 zu sehen.

Tina Bara macht sich mit ihrem Sohn auf zu Orten des Gedenkens, des Kriegs, zu den oft phallusartig aufragenden Kriegerdenkmälern der kleinen Gemeinden ihrer österreichischen Zweitheimat, wo andere kulturelle Konventionen gelten als in ihrem eigentlichen Wohnort Berlin. Es ist einerseits das Forschen nach der Bedeutung solcher Orte in der heutigen Zeit, wo vielen Kinder die Geschichten um die Gefallenen der beiden Weltkriege aus dem Familienkreis oft nicht mehr gegenwärtig sind, aber es ist auch eine Auseinandersetzung mit der männlich konnotierten Symbolik des öffentlichen Raums. Beim ersten Hinsehen unterscheiden sich die Bilder kaum von Amateurfotos, sei wirken wie Erinnerungsfotos vor einem Urlaubsmotiv. Während Tina Bara eher eine Pose der Neutralität im „männlichen“ Hosenanzug einnimmt, wählt der Sohn spontan die Gesten, empfindet die bereisten Orte zunehmend als bedrückend. Erst in der Zusammenschau wird der Dokumentarcharakter der Fotos in Frage gestellt.
Auch auf den Fotografien von „Bereister Nachbarschaft“ begegnen uns Kriegsreflektionen - Aufnahmen von zerschossenen und verlassenen Häusern während einer Fahrt von Tina Bara 2001 an die Adriaküste durch das ehemalige Kriegsgebiet Kroatien. Die Häuser sind wie Solitäre ins Bild gesetzt, verhelfen ihnen zu einer fast skulpturalen Präsenz. Zwie-spältigkeit der Gefühle stellt sich erst ein bei der Konfrontation mit dem Video von der fröhlichen Ankunft bei der kroatischen Gastfamilie, findet eine formale und inhaltliche Verknüpfung von abstraktem Leid mit privatem Glück statt, wird die Ambivalenz zwischen zerstörtem Außenraum und schützendem Interieur, zwischen Distanz und Nähe offenbar.

Wie auch Tina Bara nutzen G.R.A.M. die Selbstinszenierung für Ihre Fotos, doch hier geht es um das Nachforschen nach den repräsentativen Darstellungen von Staatsmännern und um das Entlarven von körperlicher Rhetorik und Posen, wie sie Diktatoren wie Hitler oder Lenin einsetzten. G.R.A.M.’s Hauptstrategie ist die Rekonstruktion von Aktionen bzw. von Bildrepräsentationen anderer Autoren aus einer anderen Zeit, sie erforschen die Problemfelder Authentizität, Originalität, Zeitverschiebung und Dokumentation. Es handelt sich um ein „gefährliches Spiel mit Authentizität – die Wiederholung und Rückkehr von Bildern, die gleichzeitig zu ihrer Entleerung führt. Aber es bietet sich zugleich eine zweite paradoxe Möglichkeit: größere und kleinere Abweichungen und Karikierungen der Vorlage können den ursprünglichen Anlass ... retten, neu aufladen und sich gefährlich nahe an der Grenze der kurzzeitigen Aktualität bewegen. Die Wiederholung des Wiederholten hält einem extrem den Spiegel vor – der ständigen Veränderung, dem ständigen Zustrom neuer Bilder, die unsere Gegenwart mit einem unaufhaltsamen Wirbel neuer Bildeindrücke füllen. G.R.A.M. repräsentiert dieses Paradox.“(J.Sevcik/J. Sevcikova)

Künstlerbiographie(n) und Kunstwerke:
Tina Bara G.R.A.M

Veranstaltungen zum Bericht:
OCCUPIED TERRITORIES - Tina Bara und G.R.A.M

Quelle: © Galerie Christa Burger - München

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