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Galerie Bugdahn und Kaimer - Düsseldorf - Robert Barry: Sometimes

Galerie Bugdahn und Kaimer - Düsseldorf - Robert Barry: Sometimes

Robert Barry: Sometimes

vom 05.04.2006 bis 12.05.2006

Galerie Bugdahn und Kaimer

Heinrich-Heine-Allee 19

DE-40213 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)211 32 914-0

Telefax: +49 (0)211 32 914-7

E-Mail: bugdahn.kaimer@t-online.de

URL: www.bugdahnundkaimer.com

Robert Barry (*1936 in New York City) lebt und arbeitet in Teaneck / New Jersey, USA. Nach Wallpiece and New Works (1992), Fellow Workers. Recent ‘Portraits’ from the Art World (1995), Paintings 1988–1994 + Windowpiece 1996 (1999) und Reflection: New Mirrorpieces and a Wallpiece (2002) zeigt die Galerie Bugdahn und Kaimer in der kommenden Ausstellung Some Times neben zwei Mirrorpieces aus 2004 zwei neue Wallpieces aus dunkelroten bzw. ultramarinblauen Acrylspiegelglas-Buchstaben, eine neue Videoarbeit und eine eigens anlässlich der Ausstellung herausgegebene Edition.

Barry gehört zu den Gründerfiguren der Conceptual Art, die in den späten 60er Jahren die Grundlagen und Bedingungen künstlerischer Produktion und vor allem den Werkbegriff kritisch hinterfragten. Die physische Erscheinung, die Konsumierbarkeit des Werkes und seine Verwertbarkeit auf dem Markt wurden zugunsten einer zunehmenden Konzeptualisierung zu sekundären Faktoren, wenn nicht sogar völlig verweigert.
Der Künstler operiert mit den Medien Malerei, Zeichnung, Skulptur, Video und Photographie. Zunächst entstehen eher unsichtbare/immaterielle Arbeiten: Inert Gas Series, Radiation Pieces, Carrier Wave Pieces, Wire Pieces, Slide Projection Pieces und Soundpieces. Es folgen die frühen Textarbeiten, darunter auch die Typewritten Pieces, in denen Barry noch mit ganzen Sätzen operiert, sowie, neben Zeichnungen und Drucken, monochrome Leinwandarbeiten mit Gruppen einzelner Wörter. Die Werkgruppe der Wall- und Windowpieces beginnt im Jahr 1979. Ab 2000 benutzt der Künstler Buchstaben, die dreidimensionalen Charakter und einen höheren stofflichen Eigenwert haben: er arbeitet mit Marmor, Granit, Edelstahl, Spiegel- bzw. Acrylspiegelglas. Im selben Jahr beginnt er mit den Mirrorpieces aus farblosem und in der Masse gefärbtem Spiegelglas mit gesandstrahlten bzw. geätzten Wörtern.

Der Ausstellungstitel Some Times stellt stillschweigend eine Querverbindung zum Marcuse Piece (1970 – heute) her, das ein Zitat aus Herbert Marcuses Versuch über die Befreiuung enthält: Some places to which we can come and for a while “be free to think about what we are going to do.” Gleichzeitig kündigt er zwei der zentralen Aspekte im Werk des Künstlers an: Zeit und Ort.

Für den ersten Raum wurde ein Wallpiece aus ultramarinblauen, 20 cm hohen Acrylspiegelglas-Buchstaben geschaffen, welches nahtlos bis zu den Boden-, Decken- und Seitenkanten einer kompletten Wandfläche reicht. Acht Wörter verwandeln die Wand in eine Bildfläche und spiegeln zugleich Umraum und Betrachter, werden ihrerseits von den sich gegenüber befindenden zwei Mirrorpieces (150 x 150 cm, 2004) reflektiert, die eine Komposition aus jeweils elf Wörtern aufweisen. Während das eine Objekt in der Fläche geätzt ist und die Wörter als klare Spiegelbezirke auftauchen, verhält es sich bei seinem Pendant genau umgekehrt. Der Betrachter erkennt beim Lesen der Wörter gleichzeitig seine eigene visuelle Eingebundenheit, er erfährt seine genaue Verortung im Raum durch die Rahmung, die die blauen Buchstaben des Wallpieces und die Mirrorpieces bilden. Die wechselseitige Spiegelung der Werke umfasst und artikuliert den Realraum. Ein weiteres Wallpiece mit 10 cm hohen Buchstaben aus dunkelrotem Acrylspiegelglas (150 x 150 cm) lässt den Rezipienten sehr genau zwischen dem Raumbezug jener In-situ-Arbeit zu Beginn der Ausstellung und dem stärkeren Bildcharakter dieser Arbeit unterscheiden. Das Thema der “Reflexion”, verkörpert im Auflagenobjekt Reflections aus dunkelroten Acrylspiegelglas-Buchstaben (Format 11 x 85 cm, 9 Exemplare), zielt sowohl auf den physikalischen Tatbestand als auch auf den mentalen Vorgang ab. Angesichts der offenen und gleichzeitig sehr präzisen Konzeption der Arbeiten und der verführerischen Assoziativkraft der Begriffe, die in freier Streuung und verschiedenen Winkeln auf den Flächen angebracht sind, werden nicht nur Wahrnehmungsfähigkeit, sondern auch Emotion und Ratio des Betrachters angesprochen. Für die Realisierung des Werkes ist der individuelle Rezeptionsprozess in Barrys Augen notwendiger Bestandteil. Allerdings geht es ihm dabei weniger um das rein subjektive Projizieren auf ein passives Objekt, sondern um einen adäquaten und konzentrierten Dialog, der in seiner Intensität fordert, aber auch intime Nähe herstellt. Auf diese Weise werden seine Arbeiten nie “klassisch”, da sie immer wieder eine Aktualisierung erfahren, von neuem präsent sind.

In ihrem Kern bewegt sich die künstlerische Aussage von Barry zwischen Perzeption und Konzept, Immaterialität und Materialisierung, Visuellem und Mentalem, Emotion und Vernunft. Die Tendenz der Arbeiten, sich in ihrer Reduktion und radikalen Abkehr von jeglicher Mimesis immer an der Grenze zum Schweigen zu bewegen, schützt sie vor Zugriff und Vereinnahmung. Dies lässt ihnen die notwendige Freiheit, um kraftvoll und verdichtet zu “sprechen”.

Gabriele Wurzel

Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag 13 – 19 Uhr, Samstag 12 – 16 Uhr, und nach Vereinbarun



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Robert Barry

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