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Ketterer versteigert Buch-Raritäten - Für EUR 100.000 um die Welt

Carondelet-Stundenbuch, Flandern. Um 1500. Schätzung: EUR 250.000

Hamburg, 30. März 2012 (kk) - Von allergrößter Seltenheit ist das mit einem Schätzpreis von EUR 100.000 zum Aufruf kommende, altkolorierte Exemplar einer holländischen Reisebeschreibung von Jan Huygen van Linschoten, die am 21./22. Mai bei Ketterer Kunst in der Auktion Wertvolle Bücher in Hamburg zum Aufruf kommt.

Das Werk „Itinerario, Voyage ofte Shipvaert“ war von größtem Einfluss auf die niederländische Expansion in Asien, vor allem durch die sechs Kupferkarten, die den Weg nach Ostindien weisen bzw. ihn erst allgemein zugänglich machten. Diese Karten konnte van Linschoten nur mit Hilfe von Seekarten erstellen, die die Portugiesen über ein Jahrhundert lang geheim gehalten hatten.

Ganz an der Spitze der Auktion steht das mit EUR 250.000 bewertete Carondelet-Stundenbuch. Das ausgezeichnet erhaltene Manuskript mit 22 ganzseitigen und sechs kleineren Miniaturen stammt aus dem Besitz des Burgundischen Kanzlers Jean II. Carondelet und dessen Nachkommen (eine separate Pressemeldung folgt).

Ein weiteres Rarissimum ist der Probedruck des Hortus Eystettensis. Das große botanische Meisterwerk von Basilius Besler kommt mit einem Schätzpreis von EUR 120.000 zum Aufruf. Die in einem Band zusammengefassten vier Teile enthalten 367 Kupfertafeln (neun davon sind koloriert) sowie ein Porträt des Autors. Das Buch erschien 1712, wohl als Probedruck zu der für das Folgejahr geplanten, dann jedoch erst 1750 fertiggestellten Jubiläumsausgabe des botanischen Prachtwerkes. Die Existenz dieses Vorabdrucks erschließt sich zum einen aus der zeitgenössischen Korrespondenz und zum anderen aus einer Abbildung des mit 1712 datierten Titelblattes des einzigen der Literatur bekannten und inzwischen verschollenen Exemplars der Bayerischen Staatsbibliothek. Der Schätzpreis liegt bei EUR 120.000.

Vielleicht schon für die Taxe von EUR 50.000 könnte ein weiteres bedeutendes, barockes Pflanzen- und Blumenwerk zu haben sein: Johann Wilhelm Weinmanns „Phytanthoza iconographia“ erschien 1737-45 in vier Bänden. Den Grundstock dieses Werkes bildete die umfangreiche Sammlung von Pflanzendarstellungen des
Regensburger Apothekers Weinmann. Doch nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form sind bemerkenswert, fand hier doch erstmals in einem botanischen Werk der sogenannte englische Farbdruck Anwendung.

Abgerundet wird die Offerte neben der für einen Buchdeckel gefertigten Limoger Emailarbeit „Die Thronende Maria mit dem Christuskind“ (1190-1220, Taxe: EUR 25.000) und Conrad Felixmüllers indviduell koloriertem Bilderbuch „ABC. Ein geschütteltes, geknütteltes Alphabet in Bildern mit Versen“ (Taxe: EUR 8.000) von einem Pergament-Druck der Cranach-Presse (Taxe: EUR 12.000) sowie von Markus Elieser Blochs „Oeconomische Naturgeschichte der Fische“. Letzere kommt mit einer Schätzung von EUR 18.000 zum Aufruf und stellt nicht nur ein ichthyologisches Hauptwerk des 18. Jahrhunderts dar, sondern ist gleichzeitig auch ein monumentales Abbildungswerk, das einen äußerst wichtigen Beitrag in der Ikonographie der Fischkunde leistet.

Nicht zu vergessen ist zudem ein seltenes Stammbuchblatt mit einer eigenhändigen Eintragung von Friedrich Hölderlin aus dem Jahr 1839. Das in der späten Lebensphase des Lyrikers entstandene Autograph dürfte besonders gesucht sein, da es in den sogenannten Jahren im Tübinger Turm entstand, die Hölderlin bereits in geistiger Verwirrung verbrachte. Die Schätzung liegt bei EUR 15.000.

Neben Wertvollen Büchern, Manuskripten, Autographen und Dekorativer Graphik werden Arbeiten der Maritimen und Norddeutschen Kunst angeboten. Während letztere u.a. mit Werken von Louis Gurlitt und Thomas Herbst aufwartet, kommen im Bereich der Maritimen Kunst interessante Arbeiten u.a. von John Henry Mohrmann und Hans Bohrdt zum Aufruf. Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf Johannes Holsts Ölgemälde „Segelschiff 'Herzogin Cecilie'“. 1963 entstanden, kommt das 80 x 120 cm große Werk mit einer Taxe von EUR 6.000 zum Aufruf.

Vorbesichtigung
10.-11. Mai von 11-17 Uhr
14.-16. Mai von 11-17 Uhr
18. Mai von 11-17 Uhr
20. Mai nach Vereinbarung
bei Ketterer Kunst, Holstenwall 5, Hamburg

Auktion
Wertvolle Bücher – Manuskripte – Autographen – Dekorative Graphik sowie Maritime und Norddeutsche Kunst
am 21. und 22. Mai
bei Ketterer Kunst, Holstenwall 5, Hamburg


Ketterer Kunst hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1954 als einer der wichtigsten Kunst- und Buchversteigerer mit dem Stammsitz in München und einer Dependance in Hamburg etabliert. Galerieräume in Berlin und Repräsentanzen in Heidelberg und Krefeld tragen entscheidend zum Geschäftserfolg bei. Außerdem finden immer wieder Ausstellungen, Sonder- und Benefizauktionen sowie Online-Auktionen statt.


Kontakt:

Allgemein/für die Abteilung Wertvolle Bücher

Ketterer Kunst
Brahms Kontor
Holstenwall 5
20355 Hamburg

Christoph Calaminus
Telefon: +49-(0)40-374961-11, Fax:-66
E-Mail: c.calaminus@kettererkunst.de


Für die Presse:

Ketterer Kunst
Joseph-Wild-Str. 18
81829 München

Michaela Derra M.A.
Telefon: +49-(0)89-55244-152 (Fax: -177)
E-Mail: m.derra@kettererkunst.de

Veranstaltungen zum Bericht:
390. Auktion - Kunst nach 1945

www.kettererkunst.de

Quelle: © Ketterer Kunst Auktionen

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