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Im Giardino Colonna di Roma

Friedrich Preller d. J.

Im Giardino Colonna di Roma, 1859


Im Giardino Colonna di Roma
Friedrich Preller d. J. 1838 Weimar – Dresden-Blasewitz 1901
Bleistift auf Papier; monogrammiert u. bezeichnet links unten: „Giardino Colonna Roma Apr FP 59“; 37,5 x 27,2 cm

Maße:37,5 x 27,2 cm


Kunstsparte:: Zeichnung
Material/Medium/Technik:: Bleistift auf Papier


Weitere Details:


In den Jahren 1859 bis 1862 begleitete Friedrich Preller seinen Vater, den Maler und Radierer Friedrich Preller d. Ä. (1804 Eisenach – 1878 Weimar), nach Italien. Unter dem Eindruck dieser und einer weiteren Italienreise 1864/66 entwickelte er sich zum Landschaftsmaler. Nachdem er 1866 nach Dresden gezogen war, schuf er hier unter anderem programmatische Wandmalereien, zum Beispiel für die Semperoper und das Albertinum sowie für die Albrechtsburg in Meißen. Zunächst stand Preller noch unter dem Einfluß seines Vaters, ehe er sich der Auffassung des Dresdner Malers Heinrich Dreber (1822 Dresden – 1875 Anticoli di Campagna), genannt Franz-Dreber, annäherte. Die vorliegende Zeichnung, die der Einundzwanzigjährige in Rom schuf, ist ein wunderbares Beispiel für die frühe, von der Romantik durchflossene Zeichenkunst, die er von seinem Vater vermittelt bekam. Durch die liebevolle Nahsicht auf einen engen Bildausschnitt zeigt uns Preller einen Weg mit einem Geländer, der an einer kleinen Böschung entlang aus einem Wald führt. Von dort kommt über einige flache Stufen hinab eine Mutter mit einem Kind auf dem Arm. Die Zweige und die Stufen bilden einen nach rechts geöffneten Bogen, der die junge Frau zu umfangen scheint. Der Vordergrund links und der Hintergrund rechts sind nur zart angedeutet, selbst die Figuren sind eher weich skizziert, so daß das grob gezimmerte Geländer, die Baumstämme und das Laubwerk der Bäume im Mittelgrund im Sonnenlicht plastisch hervortreten. Preller zeichnete das Motiv, wie aus der Beschriftung hervorgeht, im Giardino Colonna in Rom. Dieser prächtige Garten gehörte zu dem römischen Palazzo Colonna und ist mehrmals in Kupferstichen dargestellt worden. Obwohl der Zeichner sich dort auch prominenteren Motiven mit einem gewissen Wiedererkennungswert hätte zuwenden können, wählte er ein bescheidenes Motiv am Wegesrand, das überall sein könnte. In dem künstlich angelegten Garten fand er einen stillen Ort, der die Geborgenheit des Menschen in der südlichen Natur nachempfinden läßt.

signiert, datiert


Biographie und Kunstwerke: Friedrich Preller d. J.


Preis: 4.900 Euro

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