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Nina Stoelting, "Mythos Wald"

Rindenbilder

MYTHOS WALD – NINA STOELTING in der Galerie DRAHEIM

Vom 15. Oktober bis 20.November 2010 zeigt die Galerie Draheim erstmalig die jüngsten, von Bäumen und Wäldern geprägten Arbeiten der Künstlerin Nina Stoelting.

Das Thema Struktur bildet den roten Faden im Werk der 1966 geborenen Künstlerin. Nach sehr umfassender akademischer Ausbildung und Promotion setzt Nina Stoelting ihre Schwerpunkte in der Malerei sowie an der Schnittstelle von Architektur und Kunst.
Ihre meist als große Zyklen konzipierten Werke wurden bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland sehr erfolgreich vorgestellt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Die Natur, in ihrem unendlichen Kreislauf, das Werden und Vergehen fasziniert Nina Stoelting, die darin jedoch nicht nur sinnlich ästhetische Eindrücke sieht sondern vielmehr auch eine wissenschaftlich philosophische Dimension, einen Weg der Erkenntnis.
Jahre hat Stoelting mit der genauen Beobachtung der Bäume und dem Wald zugebracht: Das Individuum Baum als spezifischer Ausdruck seiner Art einerseits, das räumliche Verhältnis der Bäume zueinander im Wald andererseits und die Formationen unterschiedlicher Waldböden sind das Thema dieser Ausstellung, die sich folgerichtig in drei Serien gliedert:

BAUMBILDER (Rinden)

Diese Tafelbilder könnten auch als Objekte gelten, denn sie bestehen mit 180 x 40 x 6 cm nicht nur aus einer frontalen Fläche, sondern auch aus bemalten Seitenansichten. Auf der eigentlichen Bildfläche sind maßstabsgetreu als Relief die Rinden einzelner Bäume dargestellt, auf den Seitenfläche unter der Stärke der Rinde die angeschnittene Holzfläche.

Das Thema der Baumbilder sind Rindenstrukturen. In ihrem Format und der detaillierten Ausführung wirkend sie irritierend, der Natur so täuschend ähnlich, dass für den Betrachter die Grenze zwischen natürlichem oder künstlichen Objekt in Frage gestellt ist.
Trotz aller Ähnlichkeit mit der Natur, die dargestellten Rinden gibt es dort nicht. Sie sind das idealtypische „Muster“ einer Eiche, Linde, Birke… Durch das Herauslösen aus ihrem natürlichen Kontext entsteht eine Eigenständigkeit und Abstraktion, in der es nicht mehr um das einzelne Individuum eines tatsächlichen Baumes geht, sondern um eine spezifische Struktur. Voraussetzung ist, seinen Bauplan zu be-„greifen“. Die Lust des Haptischen steht dabei mindestens gleichwertig neben dem allgemein sinnlichen und intellektuellen Erfassen.

WALDZEICHNUNGEN

Im Wald selbst sind alle diese Kohlezeichnungen auf Papier entstanden. Die Schwarz-Weiß-Grafik unterstützt die durch Abstraktion hervorgerufene Reduktion auf den dargestellten Raum. Unwissend könnte man diese Zeichnungen für informelle Kunst halten, doch geht es ganz gegenständlich um charakteristische Waldräume. Mit wenigen Strichen visualisiert die Künstlerin Räume und kann dabei Ihre Nähe zur Architektur nicht verbergen.
Grundsätzlich dominiert die Vertikale, was dem Wesen der Bäume entspricht und sich auch im Format niederschlägt. Faszinierend jedoch wie sich mit einer Distanzvergrößerung die Strenge der spezifischen Baum-/Blattgeometrien auflöst und einer amorphen Erscheinung weicht.
Das botanisch geübte Auge wird dabei sofort den Buchenhochwald von der Anmutung der Erlen am Wasser oder dem Gerüst eines Fichtenzweiges unterscheiden – dem freien Auge stehen diese Räume für Interpretationen offen.

WALDBÖDEN

Das authentische Material des Waldes ist in diese modernen Collagen eingearbeitet. Technisch komplex, mit viel Steinmehl als Verstärkung sind Ausschnitte aus Ansichten auf Waldböden dargestellt, die verstärkt durch ihre Farbgebung Jahreszeiten, Vergänglichkeit, den Wandel und Verfall aufzeigen.
Das horizontale Format betont das „Liegen“ der Böden, deren Schwere und archaischer Charakter durch Eisenrahmen – gleichfalls ein Material aus dem Boden – betont wird.
In der vertrauten Wahrnehmung sind Waldböden eine waagerechte Ebene, die achtlos betreten wird. Der veränderte Kontext, die Drehung der Bildebene und der im Vergleich zur natürlichen Situation kleine Ausschnitt der Bilder lenken die Aufmerksamkeit auf die feinen Details der Natur, ihre Schönheit – doch gleichzeitig stellt sich die Frage nach der zeitlichen Dimension, der Vergänglichkeit: Hält das überhaupt? Oder übertragen: Hat die Kunst überhaupt Bestand, hält sie für die Ewigkeit? Solche Fragen beschäftigen Nina Stoelting, die dieses Material dem Kreislauf der Natur entrissen hat, es „künstlich“ behandelt, um sich dem Lauf der Zeit entgegenzustellen

Veranstaltungen zum Bericht:
Nina Stoelting, "Mythos Wald"

www.kunsthandel-draheim.de

Quelle: © Kunsthandel Michael Draheim - Wiesbaden

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