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Vorbericht Auktion 290: "Glassammlung Reidel" und Europäisches Glas & Studioglas"

Musealer Deckelbecher, Schlesien, Hermsdorf, Friedrich Winter, um 1700

Das neue Auktionsjahr startet mit alten Bekannten unseres Hauses: Marlene Reidel, Malerin und Kinderbuchautorin, und ihr Mann Karl Reidel, Bildhauer und bekannt für seine figürlichen Bronzeplastiken, verfielen schon in jungen Jahren der Materie Glas und sammelten über Jahrzehnte hinweg. Bereits 2010 wurde das Herzstück der Glassammlung der Familie Reidel über unser Haus äußerst erfolgreich versteigert. Das Sammler- und zugleich Künstlerpaar sammelte tausende Erzeugnisse von römischen Bodenfunden bis hin zu Jugendstilvasen. Nun werden am 18. März in einer Sonderauktion weitere 500 erlesene Stücke der Sammlung des zwischenzeitlich verstorbenen Paares angeboten. Kernstück der nun zur Versteigerung angebotenen Offerte bilden dabei Form- und Gebrauchsgläser, Farbgläser des bayerisch-böhmischen Raumes sowie böhmisches Jugendstilglas mit dem Schwerpunkt der Manufaktur Loetz Wwe. aus Klostermühle. Hier zeigt sich die ganze Vielfalt und Bandbreite an Dekoren und Formen und gibt einen wunderschönen Überblick über das Schaffensspektrum dieser Glasmanufaktur. Ein Highlight dabei ist die „Argus“-Vase, die als herausragendes Beispiel einen für Loetz typischen Dekor trägt. Technisch ausgefeilt werden Fäden und Tupfen aufgeschmolzen und verzogen um im vorliegenden Fall den als „Argus“ betitelten Dekor zu kreieren. Die 1902 entstandene Vase wird für den moderaten Schätzpreis von 2.500 bis 3.500 Euro aufgerufen. Sicherlich werden die Fülle und das Spektrum der Glassammlung Reidel auf reges Interesse stoßen.

Den Auftakt am Samstag, den 19. März, bildet ebenfalls eine erlesene Sammlung von 190 Gläsern mit ganz anderem Schwerpunkt. Der aus Belgien stammende Sammler verfiel ganz den Formschönheiten der Facon de Venise Gläser sowie erlesenen Schnittgläsern aus den Niederlanden, Frankreich und dem deutschsprachigen Raum des 17. und 18. Jahrhunderts. Beispielhaft ist ein im 17. Jahrhundert aufwendig gearbeitetes Flügelglas mit im ornamental geformten Schaft eingeschmolzenen Spiralfäden in Rot, Weiß und Gelb. Das im venezianischen Stil gearbeitete Glas ist Deutschland oder den Niederlanden als Entstehungsraum zuzuordnen, in einem perfekten Zustand und wird in der Auktion mit 3.500 bis 5.000 Euro angeboten. Das Highlight der Sammlung und gleichzeitig auch eines der höchst taxierten Stücke des Auktionsangebotes ist eine absolute Rarität: ein Deckelbecher aus der Graveurhand von Friedrich Winter. Es ist ein seltenes Belegstück für dessen meisterliches Können im Bereich der Hochschnitttechnik, die flächenfüllend bis ins kleinste Detail fein ausgeführt ist und dabei einen dreidimensionalen Raum auf der Glasoberfläche auftut. Als Kastellan des Grafen Christoph Leopold Schaffgotsch in Hermsdorf (1623-1703) leitete Winter die Schleifmühle, die den für schlesische Gläser typischen Hochschnitt perfektionierte. So schuf er unter der Schaffgotschen Schirmherrschaft spannende Gläser des Barock, darunter unseren Deckelbecher mit dem Schaffgotschen Wappen. Das über 300 Jahre alte Stück wird mit 25.000 Euro aufgerufen.

Im alten Bereich unseres regulären Auktionsangebotes sticht ebenfalls ein Wappenglas hervor. Das in Emailmalerei ausgeführte Passglas mit dem Wappen der Adligen Reuß entstand in Thüringen oder Franken um 1700 und ist auf 2.000 bis 3.000 Euro taxiert.

Die Sparte des Jugendstilglases wartet mit einem besonders starken Angebot französischer Raritäten aus einer norddeutschen Privatsammlung auf. Neben aufwendigen Vasen mit feinstem Schnittdekor aus dem Hause Daum Frères sind es gleich mehrere Vasen von Emile Gallé, die äußerst selten auf dem Markt zu finden sind: Beispielhaft ist eine schlanke, zylindrische Vase ausgeführt in der sogenannten Marqueterie-sur-Verre-Technik, welche als der Höhepunkt im Schaffen von Gallé betrachtet wird. In dieser äußerst aufwendigen und diffizilen von Gallé patentierten Technik werden heiße Glasplättchen in die Oberfläche eingeschmolzen und durch Reliefgravur oder Tiefschnitt veredelt. Hier sind es Akeleiblüten und Blätter, die die Oberfläche der Vase aus dem Jahr 1898 zieren (Schätzpreis: 12.000 bis 16.000 Euro). Ein weiteres Highlight ist eine ähnlich zwischen 1898 und 1900 datierte Vase mit Edelweiß. Der sehr fein in Hoch- und Tiefschnitt modellierte Dekor der Edelweiß-Pflanze in einem dezenten Farbschema ist äußerst selten auf dem Markt zu finden. Diese Harmonie aus dem Hause Gallé schlägt sich folgerichtig in der Taxierung von 25.000 bis 35.000 Euro nieder.

Im Bereich des Studioglases liegt der Schwerpunkt auf herausragenden Objekten tschechischer Künstler wie Pavel Hlava, Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová, Vladimíra Klumpar, Bretislav Novák Jr., Dana Vachtová und Vladimír Procházka.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 290 "Glassammlung Reidel" und "Europäisches Glas & Studioglas"

www.auctions-fischer.de

Quelle: © Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn

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