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[DAM]  Berlin - Mark Wilson - Skew R34

[DAM] Berlin - Mark Wilson - Skew R34

The Algorists (Gruppenausstellung)

vom 16.03.2007 bis 14.05.2007

Galerie [DAM]Berlin

Tucholskystraße 37

DE-10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 280 981 35

Telefax: +49 (0)

E-Mail: berlin@dam.org

URL: www.dam-berlin.de

Die Diskussion zum Thema Algorithmen, Codes und den Algorists ruft oft ein Stirnrunzeln oder einen leeren Blick hervor. Am besten versteht man einen Algorithmus als ein Schritt-für-Schritt Verfahren, nach dem sich eine Aufgabe ausführen lässt, ähnlich einer Gesangspartitur. Die Noten, nach denen gesungen wird, entsprechen dem Code. Diese Algorithmen, mit denen wir es hier zu tun haben, sind der Code, geschrieben in einer entsprechenden Computersprache. Bei allen Computerprogrammen, zur Textverarbeitung oder Erstellung von Tabellen, handelt es sich um Algorithmen.
Ein Algorist ist ein Künstler, der eigene Algorithmen schreibt, um seine Kunst hervorzubringen. Revolutionär für die Algorists war damals die Möglichkeit, einen Computer für komplexe Berechnungen einzusetzen, die extrem umfangreiche logische Berechnungen erforderten.

So hatte Roman Verostko, als Künstler wie als Theoretiker, schon früh ein großes Interesse an dieser Revolution und ihren Konsequenzen. 1988, im Rahmen des ersten Internationalen Symposiums der elektronischen Künste in Utrecht, hielt er einen wegweisenden Vortrag, in dem er die Analogien zwischen algorithmischen Form-Generatoren in der Kunst und biologischen Prozessen aufzeigte. Der Untertitel Software als Genotyp beschreibt die Kern-Analogie: der Algorithmus des Künstlers, ähnlich dem biologischen Genotyp, enthält den Code, der das Kunstwerk hervorbringt.

Wenn wir uns das letzte Viertel des 20. Jahrhunderts anschauen, können wir deutlich sehen, dass die algorithmische Revolution geschehen ist. Eine Gruppe von Künstlern hat sich intensiv dem Thema der Entwicklung algorithmischer Verfahren zur Kreation eines individuellen künstlerischen Stils gewidmet. Da die Algorists weitgehend unabhängig von einander arbeiteten, entstanden einzigartige Werkgruppen.

Aufgrund von technischen und ästhetischen Überlegungen entschieden sich Künstler wie Manfred Mohr, Mark Wilson, Hans Dehlinger und Jean-Pierre Hébert für die Tintenstiftzeichnung mit dem Stiftplotter. Ursprünglich wurden diese Zeichenmaschinen für Architekten und Ingenieure entwickelt. Heute sind sie durch Tintenstrahl- und Laserdrucker ersetzt und gänzlich vom Markt verschwunden. Doch einige der Algorists arbeiten nach wie vor mit ihren Plottern, denn der Zeichenarm dieser Maschinen hat eine eigene Nähe zur Hand des Künstlers.


Auszug aus dem Ausstellungskatalog: Roman Verostko - Pearl Park Scriptures von Alice Wagstaff,
Hrsg. [DAM] Berlin, 2005.

Weitere Informationen: www.dam.org/berlin

Weitere Infos:

HANS DEHLINGER, D

wurde 1939 in Stetten/ Remstal geboren. Nach seinem Studium der Architektur an der Universität Stuttgart und an der University of California in Berkley arbeitete er als Planungswissenschaftler und Architekt. Seit seiner Professur 1980 im Fachbereich Produkt-Design an der Universität Kassel, der Einladungen als Gastprofessor nach China, Thailand, Portugal, Großbritannien und Korea folgten, begann er sich künstlerisch mit dem Computer auseinanderzusetzen.
Im Fokus seiner künstlerischen Tätigkeit liegt die Plotterzeichnung. Sein Werk kann der sogenannten Computerkunst ebenso wie der konkreten Kunst zugeordnet werden. Angesteuert mit von Dehlinger selbst entwickelten Programmen, zeichnet der Plotterstift dünne Linien auf Papier, die sich zu Texturen verdichten. Dabei interessieren ihn hauptsächlich zwei Arten von generativen Prozessen, solche, bei denen Zeichnungen in einem „one-shot“ (in einem Zug) – Prozess, also ohne Rückkopplung, generiert werden und solche, bei denen Zeichnungen in einem „composite“ (kompositorischen) – Prozess entstehen.
Sein Werk fand weltweite Beachtung. Ausstellungen führten ihn zuerst durch Europa, später nach Kanada, Russland, Australien, USA, Armenien und China. Zeichnungen von ihm befinden sich in privaten Sammlungen und im Victoria and Albert Museum in London.


JEAN-PIERRE HEBERT, F

wurde 1939 in Calais in Frankreich geboren. Er lebt und arbeitet in Santa Barbara/ USA.
Jean-Pierre Hébert verwendet das Medium Zeichnung sehr vielseitig und produziert ein umfang-reiches Werk auf Papier (Zeichnungen, Radierungen, Computerprints), in Sand und als Installation.
Er ist Gründungsmitglied der Algorists, einer Gruppe von Computerkünstlern, die viele Jahre unabhängig voneinander tätig waren, bevor sie sich seit der SIGGRAPH '95 zu „The Algorist Group“ zusammenschlossen.
Seit den 70er Jahren befaßt sich Hébert mit der Erstellung von konzeptuellen Zeichnungen, die auf einer von ihm entwickelten Software basieren. Sein umfangreiches Werk zeichnet sich durch mannigfache Entwicklungen innerhalb der Plotterzeichnung aus. Doch entwickelte er mit anderen Medien ebenso außergewöhnliche Arbeiten, die auf große Beachtung stießen. Das wohl innovativste digitale Kunstwerk ist 'sand pieces', wo eine Stahlkugel mittels algorithmischer Steuerung auf Sand bewegt wird und die fertige Arbeit an einen Zengarten erinnert.
Seine Arbeiten fanden seit der ersten Ausstellung in Vence/Frankreich 1989, nicht nur in den USA, sondern auch international große Beachtung. In wichtigen Sammlungen wie denen des Brooklyn Museum of Art, Getty Research Institute, New York Drawing Center, Tweed Museum of Art, Victoria and Albert Museum in London ist er vertreten.


MANFRED MOHR, D-USA

wurde 1938 in Pforzheim geboren. Er studierte an der Ecole des Beaux Arts in Paris und kam bereits 1969 mit dem Computer in Berührung. 1971 wurde er mit der weltweit ersten Einzelausstellung im Bereich Digitaler Kunst im ARC, Museé d'Art Moderne de la Ville de Paris vorgestellt. Manfred Mohr entwickelte ein hermetisches Konzept zur Darstellung von Kuben im mehrdimensionalen Raum. Über 30 Jahre lang realisierte er ein Konvolut von Zeichnungen, Gemälden, Reliefs und Objekten ausschließlich in schwarz-weiß. Seit 2000 erweiterte er sein Spektrum in den Farbbereich und kreiert vorrangig Softwarekunst und kleinformatige PC´s. Manfred Mohr ist Träger vieler internationaler Auszeichnungen. Seine Arbeiten sind in wichtigen internationalen Sammlungen wie Musée National d'Art Moderne, Centre Pompidou/ Paris, Sammlung DaimlerChrysler/ Stuttgart, Staatliche Museen Preusischer Kulturbesitz/ Nationalgalerie Berlin, Bibliothèque nationale du Quebec/ Kanada, Wilhelm-Hack-Museum/ Ludwigshafen, The Tel Aviv Museum of Art/ Israel, Louisiana Museum of Modern Art/ Dänemark, Stedelijk Museum/ Amsterdam, Musée des Beaux-Arts und Musée d'Art Contemporain Montréal / Kanada, McCrory Collection/ New York, Musée des Beaux-Arts, Lausanne/ Schweiz, Victoria and Albert Museum/ London, Bibliothèque Nationale/ Paris, Szepmuveszeti Muzeum/ Budapest, Sammlung der Bundesrepublik Deutschland u.a.m. vertreten.


ROMAN VEROSTKO, USA

wurde 1929 in Tarts, Pennsylvania, USA geboren. Er studierte am Art Institute Pittsburgh, in Latrobe (Pennsylvania), in New York und anschließend im Atelier 17 in Paris. Seit 1982 konzentriert er sich auf Plotterzeichnungen. Dabei experimentierte er auch mit Pinseln neben dem üblichen Tintenstift. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich oft mit philosophischen Themen und entwickelt eine eigene Ästhetik. So kreierte er z.B. ein eigenes Alphabet, mit dem er Texte visualisiert.
Roman Verostko unterrichtete an mehreren Universitäten in den USA und in China. Seine Computerkunst fand weltweite Beachtung und wurde bei zahlreichen Anlässen in den USA gezeigt, außerdem in Europa, Australien und Südkorea. Seine Arbeiten sind in internationalen Sammlungen vertreten wie Ars Electronica/ Linz, Museum der Stadt Gladbeck, Slovak National Gallery/ Bratislava, Tama Art University Museum/ Tokyo, Victoria & Albert Museum, London und ZKM Museum, Karlsruhe.


MARK WILSON, USA

wurde 1943 in Cottage Grove, Oregon geboren. 1967 beendete er sein Malereistudium bei Jack Tworkov und Al Held an der Yale Art School in New Haven, Conneticut.
Während der 70er Jahre nahm er an zahlreichen Ausstellungen in New York teil. Seine Arbeiten wiesen eine starke Nähe zu Geometrie und Technik auf. 1980 erwarb er seinen ersten PC und lernte ihn selbst zu programmieren, mit dem Ziel Kunstwerke zu generieren. Diese monochromatischen Werke wurden in zwei Phasen realisiert, zuerst am Bildschirm und dann auf dem Papier. Sie fanden große Beachtung und wurden in Ausstellungen wie den SIGGRAPH art shows, "Computers and Art" in der IBM Gallery in New York sowie im Nokia's Gallerie Atelier E in Zürich gezeigt. Mark Wilson erhielt Stipendien und internationale Preise. Als Dozent war er an der University of California in Santa Barbara, Yale, Carnegie-Mellon und der School of Visual Arts in New York tätig. Seine Arbeiten sind in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, unter ihnen sind Chemical Bank, IBM Corporation, Apple Computer, UniSys Corporation, United Technologies, Mobil Oil, Prudential Insurance, Ziff-Davis Publishing, The Virginia Museum, Museu de Arte Contemporanea/ Sao Paulo, Philip Johnson und Ivan Karp.



Künstlerbiographie(n) und Kunstwerke:
Roman VerostkoManfred MohrJean-Pierre HébertHans Dehlinger


Presseberichte zur Veranstaltung:
Ausstellungseröffnung - The Algorists 15.3.2007 19 UhrAusstellunsgeröffnung 15.3.2007 19 Uhr - The Algorists (Jean-Pierre Hébert , Roman Verostko, Mark Wilson, Hans Dehlinger, Manfred Mohr)

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