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Eröffnung mit Performance „Atropos“ - Nezaket Ekici, Double Bind

Eröffnung mit Performance „Atropos“ - Nezaket Ekici, Double Bind

Eröffnung: 02. Dezember 2006, 19h mit der Performance „Atropos“
Ausstellungsdauer: 02.12.2006 – 21.01.2007
Öffnungszeiten: Di – Fr 14 –19h, Sa 11 – 19h

Die Einzelausstellung findet parallel zur Teilnahme der Künstlerin an der Ausstellung “Into Me / Out of Me” in den Kunst-Werken Berlin, Auguststrasse 69, statt.

In der Ausstellung "Double Bind" stellt Nezaket Ekici vier Arbeiten vor, die in einem inneren Zusammenhang zueinander stehen. In einer „Double Bind“-Situation haben zwei oder mehrere Personen eine intensive Beziehung zueinander, die mindestens für einen der Partner physisch und/oder psychisch lebenswichtig ist. Eine solche Beziehung stellt immer ein unaufkündbares Abhängigkeitsmuster dar, das den Einzelnen in paradoxe Kommunikation verwickelt.

In diesem Sinne präsentiert sich die Künstlerin in allen vier Arbeiten virtuell und real in einer Beziehung zu sich selbst. Sie kopiert die „Double Bind"-Situation sozusagen in sich hinein und bringt diese in mehreren spiegelähnlichen Perspektiven zum Ausdruck. Dabei werden in der Ausstellung insbesondere die Videoinstallationen gezeigt, die auf die Performances Ekicis Bezug nehmen. Die Künstlerin kommuniziert mit sich selbst auf vier je unterschiedliche Arten, die in sich paradox strukturiert sind. In den Projektionen von sich selbst spiegelt sie eine Realität vor, die doch nur virtuell ist. Dennoch verschwimmt für den Betrachter nach längerem Beobachten die klare Linie zwischen realer und virtueller Realität.

So ahmt die Künstlerin in der Performance „Daydream“ ihre eigenen Bewegungen eins zu eins nach, während sie auf einer Bank sitzt und auf einen Monitor schaut, der sie im Film auf genau derselben Bank zeigt. In der Ausstellung ist nun nur noch die Bank zu sehen, die vor dem Monitor steht. An den Betrachter wird nonverbal appelliert, den Platz der Künstlerin einzunehmen und die „Double Bind“-Situation am eigenen Leib zu erfahren.

In einer anderen Arbeit singt die Künstlerin die deutsche und die türkische Nationalhymne ineinander verschränkt, so dass man den deutschen Text zu der Melodie der türkischen Hymne hört, und vice versa. In der Präsentation ist die Künstlerin in zwei großformatigen Projektionen auf gegenüberliegenden Wänden zu sehen. Es scheinen sich dabei in ihr zwei kulturelle Paradigmen zu spiegeln und in eins zu kulminieren.

In der Performance „Zeitgeist" läuft die Künstlerin sich selbst hinterher, d.h. sich selbst in einer Projektion, die ihren aus der Egoshooter-Perspektive aufgenommenen Lauf durch Istanbul/ Türkei zeigt. Zwar sieht der Betrachter in der Ausstellung nur die Projektion des Laufs durch Istanbul, jedoch kann er hier beobachten, was die Künstlerin beobachtet, während sie läuft.

In der vierten Performance, „Atropos", stellt die Künstlerin einen Akt der Selbst-Befreiung dar, indem sie sich mit einer Schere von ihren mit Hilfe langer Seile an der Decke befestigten Haaren befreit. Sie schneidet einen Teil ihrer Haare ab und dissoziiert sich somit von einem Stück ihrer selbst. Diese Arbeit ist eine existentielle Auseinandersetzung mit der Einheit der eigenen Person, zumal Haare schlechthin als Symbol des Lebens gelten können.

Der Name der Performance-Installation „Atropos“ spielt auf die gleichnamige griechische Schicksalsgöttin an, die mit einer Schere die Schicksalsfäden des Lebens durchtrennt. In gewissem Sinne vereint diese Arbeit die Aspekte der anderen Arbeiten auf sich und übersteigt dabei zusätzlich das Schema der „Double Bind“-Situation. Sie zeigt mit der radikalen Handlung des Haarschneidens einen Ausweg aus der paradoxen Selbstkommunikation auf, die Doppelbindungen mit sich bringt. Zumindest kann der Akt des Schneidens als ein Versuch der Befreiung von der eigenen Abhängigkeit gewertet werden.

Abbildung:
Nezaket Ekici
2006
Performance Atropos at Sinopale 1. Sinop Biennale, Sinop Turkey
Photo by Umut Südüak

Künstlerbiographie(n) und Kunstwerke:
Nezaket Ekici

www.dna-galerie.de

Quelle: © DNA – Die Neue Aktionsgalerie - Berlin

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