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Herbstauktionen 2014

Psalterium (deutsch/latein.). Straßburg, um 1474

Knapp 800 Lose enthält der Katalog 132 der Herbstauktion 2014 von Venator & Hanstein, der wertvolle alte Bücher, Druckgraphik und Handzeichnungen, Manuskripte und Autographen umfasst.

Das Programm dieser ersten von zwei Auktionen folgt dem traditionellen Schema: Am Vormittag werden Bücher zur Topographie und Geographie, Reiseliteratur und Ansichtenwerke, Städte-. Landschaftsansichten und Landkarten, Dekorative Graphik, Bücher zur Naturwissenschaft und Technik sowie zur Geschichte und Kulturgeschichte versteigert. Die Nachmittagssitzung beginnt mit Graphik Alter Meister bis zu Künstlern des 19. Jahrhunderts; es schließen sich Alte Drucke des 15. und 16. Jahrhunderts an, darauf Manuskripte und Autographen. Über Literatur zur Kunst und Architektur, Buch- und Schriftwesen und Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts spannt sich der Bogen bis zur Literatur des 20. Jahrhunderts mit illustrierten Werken bis 1945.

Gleich zu Beginn muss auf einige Atlanten aufmerksam gemacht werden, darunter ein Sammelatlas aus dem 1. Drittel des 18. Jahrhunderts mit 115 Kupferkarten (Schätzpreis € 14.000) und Schenks „Neuer Sächsischer Atlas“ (15.000). Die gesamte Folge der Merian’schen Topographien in 20 Bänden ist mit € 75.000 taxiert. Ein herausragendes Reisewerk ist Maximilian Prinz zu Wieds „Reise in das innere Nord-America“, erschienen 1839-1842. Die daraus vorliegenden beiden Textbände in prachtvoll gebundener Vorzugsausgabe enthalten sämtliche 33 sogenannten „Vignetten“-Tafeln in kolorierten Aquatintaradierungen auf Velinpapier (20.000). Für die sehr seltene Ansichtenfolge „Das malerische Venedig“ von Fr. Zanotto werden € 6000 erwartet.
Die erste Ausgabe von Keplers Werk über die Naturgesetze der Optik „Ad Vitellionem paralipomena“ ist mit € 7500 bewertet.

Die Altmeistergraphik kann mit einem Spitzenstück der Auktion aufwarten, nämlich der seltenen Folge der Sieben Tugenden von Pieter Bruegel d.Ä., gestochen von Philips Galle, im ersten Druckzustand (45.000).
Eine Holzschnittkarte von Amerika aus der Kosmographie des Sebastian Münster vom Jahr 1561 steht am Anfang der Abteilungen mit Landkarten und Stadtansichten. Auf dieser Karte findet sich erstmals die Bezeichnung „Mare pacificum“ (Pazifik) gedruckt (3600). In etwa 120 Katalognummern werden vorwiegend aus einer belgischen und einer Kölner Privatsammlung Druckgraphiken und einige Aquarelle angeboten. Von besonderem Interesse für Sammler sind Manuskriptkarten. Eine aquarellierte Federzeichnung mit dem Plan der Stadt Bonn und einer Umgebungskarte aus dem Jahr 1703 ist auch wegen des großen Formats (64 x 90 cm) ein beeindruckendes Beispiel (1500).
Die Auflösung einer alten Privatsammlung, die Jahrzehnte unberührt überdauerte, bietet oft für Sammler einmalige Gelegenheiten seltene Objekte zu erwerben. In den Abteilungen mit Druckgraphik Alter Meister und solcher von Künstlern des 18. und 19. Jahrhunderts stammen viele Katalognummern aus einer solchen Sammlung, die vor Jahrzehnten Eduard von Asten angelegt hatte.
Gut vertreten sind niederländische Künstler des 17. Jahrhunderts und deutsche Kleinmeister. Umfangreich ist auch das Angebot mit Graphiken von Albrecht Dürer, darunter der Kupferstich „Die Heilige Anna und Maria mit dem Kinde stehend“ (um 1500) (€ 2000]; „St. Christophorus nach rechts schauend“ (um 1521) (€ 3000); „Der Marktbauer und sein Weib“ (1512) (€ 2400) sowie einige Holzschnitte aus dem „Marienleben“. Von Rembrandt werden 11 Radierungen aufgerufen. Zu nennen sind: „Die Auferweckung des Lazarus“ (um 1632) (€ 2400); „Die große Kreuzabnahme“ (1633) (€ 2400); „Selbstbildnis mit Schärpe um den Hals“ (1633) (€ 3000); „Die Pfannkuchenbäckerin“ (1635) (€ 2400).
Folgende Künstler sind jeweils mit mehreren Arbeiten vertreten: H. Aldegrever, H. S. Beham, Stefano della Bella, Nicolaes de Bruyn, J. Callot, Ch. W. E. Dietrich gen. Dietricy, H. Daumier, G. M. Ghisi, H. Goltzius, F. J. de Goya, Lucas van Leyden, A. van Ostade, G. B. Piranesi, A. Waterloo und Moyses van Wtenbrouck.

Besondere Stücke kann auch die Abteilung der Alten Drucke bieten; unter ihnen die komplette Reihe der fünfzehn frühreformatorischen Flugschriften des Joh. Eberlin von Günzburg, genannt die „15 Bundsgenossen“, hier jeweils in erster Ausgabe und in einem Band vereinigt (10.000). Eine von neun Inkunabeln dieser Auktion, die äußerst seltene Ausgabe der Werke Platos in der Ausgabe des Marsilio Ficino von 1491 mit dessen angebundener „Theologia Platonica“ ist mit € 20.000 geschätzt. Für ein ebenfalls sehr seltenes Exemplar des deutsch/lateinischen Psalters mit den in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ins Deutsche übersetzten Anmerkungen aus der Bibelauslegung des Nicolaus von Lyra werden € 15.000 erwartet. Die Abteilung der Manuskripte wird von einem lateinisch/französ. Livre d’heures aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts eröffnet (9000). Herausragende Autographen sind eine Reihe von 12 seltenen Briefen und Postkarten des Expressionisten August Macke mit Schätzpreisen von 400 bis 2000 €.
Ein Sammelband mit Ansichten römischer Architektur, herausgegeben Ende des 17. Jahrhunderts von de Rossi, ist mit € 3600 bewertet, Schinkels „Sammlung architektonischer Entwürfe“ (1819-40) mit € 3000. Die sechs Bände von J. B. v. Basedows „Elementarwerk“, einem Hauptwerk der pädagogischen Literatur, sind in der erweiterten Auflage 1770-1774 mit einem Schätzpreis von € 3600 vertreten.

Das umfangreiche Angebot der Auktion 133 umfasst moderne und zeitgenössische Graphik und moderne illustrierte Bücher mit Werken u.a. von Marc Chagall, Otto Dix, Max Pechstein über Pablo Picasso, Georges Braque, Joan Miró und Max Ernst bis Joseph Beuys, Dieter Roth und Stefan Wewerka, Günther Uecker, Mel Ramos, Ben Willikens, Thomas Ruff und Gerhard Richter.

Den Auftakt bilden in 38 Losen Zeichnungen von Max Ackermann in verschiedenen Techniken, mit gegenständlichen und abstrakten Motiven, aus unterschiedlichen Schaffensphasen (Taxen von € 400 bis 3000).
Von Gerhard Hoehme kommt in 20 Katalognummern ebenfalls ein umfangreicherer Bestand von Aquarellen und Druckgraphiken zum Aufruf (€ 400 bis 1500).
Der komplette sehr seltene 3. Jahrgang des Mappenwerks "Die Schaffenden" ist ein Höhepunkt der Auktion (€ 25.000). Unter den 40 signierten Graphiken in verschiedenen Techniken von 30 Künstlern stechen Beiträge von Alexander Archipenko, Otto Mueller, Max Pechstein, Albert Gleizes, Louis Marcoussis und Jacques Villon hervor.
Das Angebot der klassischen Moderne wird u.a. durch Otto Muellers Lithographie „Mutter und Kind 2“ aus dem Jahr 1920 in einer Auflage von 30 Exemplaren (€ 6000) sowie eine Bleistiftzeichnung aus dem Jahr 1943 von Otto Dix (€ 2800) ergänzt. Max Pechstein hat 1944/45 eine Postkarte mit einer Tuschfederzeichnung „Wintersonnwende“ versehen (€ 3600).
Die Farbradierung „La Verre d’Absinthe“ nach einem Gemälde von Pablo Picasso kommt mit einer Taxe von € 6000 zum Aufruf und für Ernst Wilhelm Nays „Farbaquatinta 1957-3“ werden € 3500 erwartet. Von Sonia Delaunay-Terk wird eine Gouache von 1924 mit € 4000 angeboten.
Von Paul Wunderlich kommen einige Bronzen in kleinen Auflagen zum Aufruf, darunter die in 6 Exemplaren erschienenen Bronzen „Weiblicher Torso mit Linienzeichnung / Männlicher Torso“ von 1983 (€ 8000). Daneben werden weitere Skulpturen u.a. von Ernst Barlach, Bruno Bruni, Michael Schoenholtz und Hans Steinbrenner angeboten.
Von Yaacov Agam werden mehrere Arbeiten, darunter „Candelabragam“ (€ 3000), ein Mobile-Objekt aus Metall, und „Hope“ (€ 2500), eine Farbserigraphie auf Kunststoff, aufgerufen.
Dieter Roth ist, neben Buchobjekten und Graphiken, mit zwei Schokoladenobjekten, der Gussfigur „Löwenselbst“ von 1969 (€ 4500) und der Pressung „Lauf der Welt“ (€ 2000), vertreten. Mit „Surtsey-Dinner“ (€ 8000) kommt eine Folge von 18 Unikatdrucken von ihm zum Aufruf.
Einen weiteren Höhepunkt bilden die illustrierten Bücher „Les Âmes mortes“ mit 107 Radierungen von Marc Chagall zu Gogols Roman (€ 20.000) sowie „Je travaille comme un jardinier“ und „Quelques Fleurs pour des amis“ von Joan Miró (€ 7000 und 5000). Der 1964 erschienene platonische Dialog „Parmenides“ (€ 7500) ist mit einer Folge von 8 Radierungen von Serge Poliakoff illustriert - dies sind die einzigen Blätter, die Poliakoff zu einem Buch geschaffen hat.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktionen 132/133 - Herbst 2014

www.venator-hanstein.de

Quelle: © Venator & Hanstein

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