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Vom Mittelalter bis zur Gegenwart

Michael von Aitzing, De leone Belgico, 1583

Die Frühjahrsauktion 162 am 19. März 2021 umfasst über 350 Katalognummern aus den Bereichen Bücher, Graphik, Manuskripte und Autographen. Die Versteigerung beginnt um 14.30 Uhr.

Die Auktion startet mit dem Ausruf des Werkes von Michael von Aitzing „De leone Belgico“ von 1583. Darin enthalten ist die berühmte Karte mit dem belgischen Löwen, die nach Aitzings Entwurf von Hogenberg gestochen wurde. Diese Karte ist wohl das schönste und berühmteste Beispiel der manieristischen Experimente der Kartographen des 16. Jahrhunderts (Taxe 12.000 €).

Seeatlanten und Navigationshandbücher gehören zu den seltensten und teuersten Objekten im Antiquariat und in Buchauktionen. Das liegt wohl daran, dass die Auflagen klein waren und die Bücher ‚verbraucht’ wurden. 1620 erschien in Amsterdam von W. J. Blaeu „Le Flambeau de la Navigation“ mit 42 großformatigen Kupferkarten. Ein komplettes Exemplar mit allen drehbaren Teilen bei den Holzschnittdiagrammen ist mit 50.000 € taxiert.

Die wohl genaueste der frühen Beschreibungen Chinas stammt von Jean-Baptiste Du Halde. Im Programm der Versteigerung findet sich die zweite französische Ausgabe von 1736 in vier Bänden (9000 €). Ein großformatiger „Atlas nouveau“ von A. H. Jaillot aus dem Jahr 1696 mit 61 kolorierten Kupferkarten von Sanson ist auf 10.000 € geschätzt.

„In Stich und Kolorit zu den Spitzenleistungen des späten Kupferstichs“ (Nissen) gehört die mit 132 kolorierten Kupfertafeln illustrierte „Teutsche Ornithologie“ von Johann Conrad Susemihl. Im Angebot ist die zweite Ausgabe von 1837 (7500 €).

1507 erschien auf der Privatpresse von Ulrich Pinder in Nürnberg mit dem „Speculum passionis“ ein mit 77 Holzschnitten reich illustrierter Passionstraktat. Die Holzschnitte, hergestellt in der Dürer-Werkstatt, stammen von Hans Schäufelein, Hans Baldung Grien und Hans Süß von Kulmbach. Das Buch entstand während Dürers Venedigreise und ist als eigenständiges Produkt der Künstler seiner Werkstatt zu sehen (18.000 €).

Eine sehr seltene Sammelwerk mit den Dialogen von Papst Gregorius I. und weiteren Schriften in deutscher Übersetzung wurde im Jahr 1473 in der Augsburger Offizin von St. Ulrich und Afra gedruckt (24.000 €). Außergewöhnlich reichhaltig sind Heiligenleben und Heiligenlegenden im Angebot vertreten, meist in reich illustrierten deutschsprachigen Ausgaben des frühen 16. Jahrhunderts.

Das älteste Stück im Angebot dieser Auktion ist eine historisierte Initiale „F“ aus einer Bibelausgabe aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, die wohl in Südwestdeutschland entstanden ist und für deren Ausstattung sich in dieser Form bislang keine Parallele gefunden hat. Dargestellt ist die Salbung Davids durch Samuel (Taxe 20.000 €). Eine schöne Miniatur aus dem Umkreis des Maître Honoré vom Ende des 13. Jahrhunderts aus einem Choralbuch stellt die Entsendung der Apostel durch Christus dar (6000 €).

Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), der maßgebliche Architekt und Leiter aller staatlichen Bauvorhaben im Königreich Preußen unter Friedrich Wilhelm III., wurde mit seinen symbolischen Bühnenbildentwürfen ab 1815 zum Erneuerer der Bühnendekoration und zum Wegbereiter moderner Theaterdekoration. Bis 1832 schuf er am Königlichen Theater Bühnenbilder für 42 Stücke, wovon die Bilder zur Zauberflöte bis heute Meilensteine der Bühnendekoration geblieben sind. Im Angebot ist die komplette Sammlung der Theaterdekorationen Schinkels, die ab 1819 bis 1862 in verschiedenen Auflagen und Varianten erschienen sind. 29 der 35 Aquatintatafeln stammen aus der sehr seltenen Vorzugsausgabe und sind mit reichem Handkolorit versehen (Taxe 10.000 €).

Die Herstellung umfangreicher Galeriewerke war ein aufwendiges und kostspieliges Unterfangen und manches Werk wurde nicht zu Ende geführt. Von 1817 bis 1836 erschien im renommierten und kapitalkräftigen Verlag Cotta die Sammlung der Gemälde der Münchener Pinakothek in Lithographien von den besten Künstlern der Zeit. Das großformatige Prachtwerk mit 204 Tafeln ist auf 5000 € geschätzt.

Wesentlich kleiner im Format ist ein Sammelband mit 41 Ornamentstichen in fünf verschiedenen Folgen von drei verschiedenen Künstlern. Die Kupferstiche erschienen zum Ende des 16. Jahrhunderts und sollten wohl als Vorlagen für Goldschmiede dienen. Die unikale Sammlung war schon 1963 im 25. Auktionskatalog der Venator KG vertreten, kam dann in die Sammlung Otto Schäfer und wird jetzt zum Schätzpreis von 25.000 € angeboten.

Einer der wichtigsten und einflussreichsten Romane der Weltliteratur ist ‚Robinson Crusoe’ von Daniel Defoe. Der Titelheld wurde zum Namensgeber einer Literaturgattung, die von Anfang an Schriftsteller und Künstler beeinflusst und zu Nachahmungen angeregt hat. Bis heute erscheinen Robinsonaden in allen Kunstformen. Im Auktionskatalog sind in über 50 Katalognummern von 1720 bis ins 20. Jahrhundert verzeichnet, die einen Eindruck von der anregenden Kraft des Robinsonstoffes vermitteln.

Höhepunkte der in der Auktion vertretenen Altmeistergraphik stellen der Kupferstich „Der Dudelsackpfeifer“ (5000 €) von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1514 sowie der Holzschnitt „Die Anbetung der Könige“ (3600 €) aus dem „Marienleben“ in der lateinischen Textausgabe von 1511 dar. Von Rembrandt werden das „Selbstbildnis am Fenster, zeichnend“ (5000 €) aus dem Jahr 1648, „Die Kreuzabnahme bei Fackelschein“ (3600 €) von 1654 sowie die Radierung „Die Kreuzigung (kleine Platte)“ (5000 €) aus der Sammlung Friedrich Koch angeboten.

In 18 Losen kommen Kupferstiche von Heinrich Aldegrever zum Aufruf, darunter das seltene „Selbstbildnis, große Büste nach links gedreht, im Alter von 35 Jahren“, welches 1537 entstanden ist (1500 €). Daneben werden unter anderem der „Lautenspieler mit seiner Geliebten“ aus den Sammlungen Georg Hamminger und Hans von und zu Aufsess (360 €), der „Entwurf für zwei Löffel und eine Hundepfeife“ (400 €) von 1539, weitere Ornamententwürfe sowie Kupferstiche aus allegorischen und biblischen Folgen angeboten.

Die komplette Folge „Venationis, piscationis et avcvpii typi“ (7500 €) mit Titel und 47 Kupferstichen nach Hans Bol, die vollständig sehr selten ist, zeigt Szenen der Jagd auf Elefanten, der Wildschwein- und Fuchsjagd, der Löwenjagd, der Jagd auf Strauße und Enten sowie verschiedene Formen der Vogeljagd und des Vogelfangs, aber auch des Einfangens von Bienenschwärmen oder der Jagd auf Schildkröten. Auch von Antonio Tempesta kann eine Folge mit Jagdszenen (1200 €) in 16 Kupferstichen offeriert werden.

Neben Graphiken und Büchern stellen zwei Sonnenuhren eine attraktive Abwechslung dar: von Johann Nepomuk Schrettegger kommt eine um 1800 entstandene äquatoriale Reisesonnenuhr (1800 €) zum Aufruf, gefolgt von einer Klappsonnenuhr von J. G. Kleininger, Nürnberg (500 €).

Unter den topographischen Werken sticht aus dem Nachlassbestand der Druckerei Gutacker in Bonn die „Collection de cinquante vues du Rhin les plus intéressantes et les plus pittoresques depuis Spire jusqu’à Dusseldorf dessinées sur les lieux d’après nature/ Fünfzig malerische Ansichten des Rhein-Stromes von Speyer bis Düsseldorf nach der Natur gezeichnet“ (Wien: Artaria 1798) von Laurenz Janscha und Johann Ziegler hervor. 1932 erwarb Hans Gutacker vom Verlag Artaria in Wien die Originaldruckplatten. Bis zum Ende des letzten Jahrtausends wurden Abzüge hergestellt und im Kunsthandel und Antiquariat vertrieben. Neben 51 Originalkupferdruckplatten sind 64 kolorierte Abzüge und 875 Abzüge in Schwarz/Weiß sowie Textblätter in dem hier angebotenen Bestand enthalten (12.000 €). - Komplette und gut erhaltene Exemplare des gedruckten Werkes aus dem Artaria Verlag sind sehr selten.

Die knapp 563 Lose umfassende Frühjahrsauktion 163 „Moderne und zeitgenössische Graphik · Moderne Bücher“ am 20. März 2021 beginnt um 10.30 Uhr.

Einen ersten Höhepunkt bilden drei Graphiken von Otto Dix: ein Probedruck der seltenen Kaltnadelradierung „Artisten“ (8000 €) sowie die Farblithographien „Hemmenhofen“ (5000 €) aus dem Jahr 1954 und sein ein Jahr später entstandener Probedruck der „Hofkirche Dresden“ (4000 €). Die beiden Farblithographien von Otto Dix stammen aus der Sammlung Pachen, aus der in unserer Auktion in 95 Losnummern über 100 Werke zum Aufruf kommen.

Das Ehepaar Heinz und Hella Pachen hat eine umfangreiche Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst zusammengetragen, aus der schließlich das „Museum Pachen“ in Rockenhausen hervorging. Unser Angebot aus der mit großer Leidenschaft aufgebauten Sammlung umfasst Zeichnungen, Druckgraphiken, Gemälde und Skulpturen, unter anderem von Alexander Camaro, Rolf Cavael, Otto Heribert Hajek, Hans Jaenisch, Ida Kerkovius, Käthe Kollwitz, Hermann Max Pechstein, Emy Roeder, Bernard Schultze, Gustav Seitz und Hans Steinbrenner.

Unter den Papierarbeiten der Sammlung sind exemplarisch drei Tempera-Werke aus dem Jahr 1958 von Hermann Glöckner (jeweils 2000 €), ein „Stillleben mit Maske“ in Gouache von Max Kaus (2000 €) und der Handdruck des 1920 entstandenen Holzschnitts „5 Uhr der Stadt“ (800 €) von Arnold Topp zu nennen. Von Josef Hegenbarth werden neben einigen Tuschezeichnungen eine „sich wälzende Hyäne“ und ein „laufendes Huhn“ (jeweils 2000 €), beide um 1950 in Leimfarbe ausgeführt, angeboten. Aus dem Sammlungsbestand können zudem gleich drei herausragende Bronzen von Emil Cimiotti offeriert werden: die zwei frühen Werke „Vegetatives Motiv III“ von 1964/65 (Taxe 5000 €) und „Kleine Blume“ (4000 €), wohl um 1962-65 entstanden, sowie die bemalte Bronze „Hügel III“ (5000 €) von 1988.

Neben zahlreichen weiteren Plastiken unterschiedlicher Künstler umfasst das Angebot aus der Sammlung Pachen die Bronze „Kleine Sitzfigur“ von Bernhard Heiliger (Taxe 3000 €), von Richard Scheibe die Terrakotta „Orang-Utan“ (2000 €), von Waldemar Grzimek „Geschwister I“ von 1957 (3000 €) sowie mehrere Werke in Aluminium, Polyester und Bronze von Wilhelm Loth, darunter „Büste 1/57 >>in memoriam Egon Vietta<<“ (3000 €), die „Plastik 3/57 – Kopfstudie“ (2000 €) sowie das „Relief 35/70 - Mit schweren Brüsten“ (2000 €).

Einen weiteren Höhepunkt bildet Joan Mirós Farblithographie „La femme au miroir“ von 1956, die neben weiteren Werken, zugunsten der Düsseldorfer Volksbühne e.V. versteigert wird (12.000 €). Von Pablo Picasso werden die Radierung „Femme nue à la jambe pliée“ (4500 €) aus der Suite Vollard und der farbig gefasste Steingut-Teller „Visage No. 46“ (3500 €) angeboten. Ein seltener Bronzeguss kommt mit Ewald Matarés „Hl. Joseph als Erzieher des Jesusknaben“ von 1938 zum Aufruf (6000 €).

Erich Heckel ist unter anderem mit einem Aquarell „Bergkuppe“ (4000 €) aus dem Jahr 1961, welches das Appenzeller Land darstellt, vertreten, und mit einer Kreidezeichnung von 1948, welche den Blick auf den Untersee und das gegenüberliegende schweizerische Ufer zeigt (2000 €) sowie mit dem 1929 entstandenen Holzschnitt „Am Strand“ (2000 €).

Weitere Werke in Öl und Tempera ergänzen das umfangreiche Angebot der Kunst der klassischen Moderne, so beispielsweise die „Lehrtafel: Camera-Obscura“ (3000 €) von Gottfried Brockmann, in den Jahren 1925/31 in Tempera ausgeführt und Max Ackermanns „Horizontal Bewegtes“ (3000 €), eine Mischtechnik mit Öl und Kreide aus dem Jahr 1951. Für das große Ölgemälde „Dünen in Dänemark“ von Eberhard Viegener werden 2500 € erwartet.

Die Kunst der 1960er-1970er Jahre ist unter anderem mit Dieter Roths Pressung „Kleine Landschaft“ (3000 €) in Schmelzkäse auf Sandpapier, Sol Lewitts „Postage Stamps“ (5000 €), einem Bogen mit 40 Briefmarken von 1967, und Ana Mendietas Chromogendruck „Silueta Works in Iowa“ (5000 €) vertreten. Von Hans-Peter Feldmann können eine Serie von 5 handkolorierten Fotokopien in Künstlerrahmen „Kinderfotos“ (5000 €) von 1977 sowie die Sammlung von Offsetreproduktionen in 24 kartonierten Heften „Bilder“ (6000 €) aus den Jahren 1969-73 offeriert werden. Beide Werke weisen mit der Galerie Liliane et Michel Durand-Dessert in Paris eine hervorragende Provenienz auf.

Ein weiteres Highlight bilden unterschiedlich gestaltete Pappboxen von Robert Filliou aus den Jahren 1972 bis 1975, darunter die mit Bleistift, Kreide, Collage mit farbigem Papier und Formatvorlage überarbeiteten Kartons „Drunken horse“ (5000 €) sowie „With Love from Cromagnon“ (5000 €) , deren Ober- und Unterteil mit einer Fotografie bzw. Transparentpapier collagiert und in Blei- und Farbstift überarbeitet sind.

Von Günther Uecker kommt unter anderem das „Nagelobjekt II (oval)“ (4000 €) zum Aufruf. Das um 1973 in einer 50er Auflage der Edition Rosenthal entstandene Wandobjekt besteht aus einem Nagel in einer Porzellantasse auf einem zerbrochenen Gedeck. Von Antoni Tàpies kann die Farbradierung mit Relief und Grattage „Cobert de roig“ (2500 €) von 1984 angeboten werden und von Klaus Fußmann ein großes Aquarell mit Gouache „Blumen (Gelting)“ (5000 €) aus dem Jahr 1980. Zwei in den Jahren 1993 und 1994 entstandene Werke in Acryl auf Leinwand mit den Titeln „Kampf der Vögel“ (4000 €) und „Der Herbst Wuppertal“ (2000 €) vom südkoreanischen Künstler Nam Tchun-Mo runden das Angebot der zeitgenössischen Kunst ab.

Unter den angebotenen Büchern ist etwa zu nennen die von 1982 bis 1990 in kleiner Auflage für Subskribenten erschienene Reihe „Krater und Wolke“. Die hier vertretene komplette Folge von sieben Bänden wurde herausgegeben von A. R. Penck unter seinem bürgerlichen Namen Ralf Winkler und enthält 25 originalgraphische Arbeiten von Baselitz, Immendorf, Kirkey, Lüpertz und Penck (2000 €).

Quelle: © Venator & Hanstein

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