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Samuel Andali Jueu, LXXXX dels XI sous III diners venuts per en Samuel andali sastre Jueu de Leyda, 1355

Samuel Andali Jueu, LXXXX dels XI sous III diners venuts per en Samuel andali sastre Jueu de Leyda, 1355

Juden im spanischen Lérida - Verkaufsurkunde des 14. Jahrhunderts

Samuel Andali Jueu. LXXXX dels XI sous III diners venuts per en Samuel andali sastre Jueu de Leyda a mossèn Guillem cagraha pagadors a sant gregori (Regeste). Urkunde in hellbrauner Kanzleischrift auf Pergament. 1 S. 37 Zeilen. Gothica cursiva. Schriftraum: Ca. 29,5 x 62 cm. Format: 37 x 68 cm. Gefaltet und eingelegt in moderne Kunstledermappe. Lérida 1355.

Verkaufsurkunde des katalanischen Schneiders Samuel Andali und seiner Frau Çecri, beide Juden aus der spanischen Provinzhauptstadt Lérida (Lleida) an den Priester Guillelmo Çagraha über eine regelmäßige Erbpacht, die der Geistliche jährlich, jeweils am Tag des Heiligen Georg, dem 12. März, auf ein Haus in Lacuyraçola, im Judenviertel von Lérida zu entrichten hat.

Die umfangreiche Urkunde ist auf den 4. und 6. März 1355 datiert und in hellbrauner, ordentlicher Kanzleischrift, der sog. "Escritura catalana aragonesca" abgefasst. Sie ist eines der bemerkenswert seltenen Beispiele für die spätmittelalterliche Privatwirschaft im katalanischen Spanien - und erlaubt tiefe Einblicke in die schwierige Situation, in der sich die jüdischen Bewohner Léridas befanden, zumal wenn sie mit Christen handelten.
Der Auftraggeber der Urkunde, der Jude Samuel Andali brauchte Geld, will sein Haus jedoch nicht verkaufen, sondern verpachten. Die Gesetze verpflichteten jüdische Bürger zur Abgabe eines Drittels des Verkaufspreises an den königlichen Vogt, den Baiulus, was Andali tunlichst vermeiden will. Auch der christliche Priester Guillelmo Çagraha darf kein Geld gegen Zinsen an Juden verleihen, woraus dann ein überaus komplizierter "Deal" mit dem Hin- und Herschieben von Geldern geschlossen wird, der daher wohl nicht so leicht von den Steuerbeamten nachvollzogen werden kann - und für den sich hier dann ganze fünf Zeugen und ein Notar verbürgen.

"Auch an dem Eigentum der Juden haften Merkmale der Unfreiheit. Die Juden und Sarazenen dürfen ihren Grundbesitz nur mit Zustimmung und Bestätigung des königlichen Baiulus an Christen verkaufen und haben an diesen Beamten den dritten Teil des Kaufpreises zu entrichten. Nun beansprucht allerdings auch sonst ein Grundherr beim Verkauf eines von ihm verliehenen Grundstückes ein Bestätigungsrecht und eine Verkaufsabgabe. Der König aber erhebt diese Ansprüche gegenüber jedwedem Grundbesitz der Ungläubigen, also auch gegenüber nicht von ihm selbst vedrliehenen Gut, als könnten die ungläubigen nur durch seine Hand Grund und Boden erwerben ... Verpflichtet sich nämlich ein Christ einem Juden kontraktlich, so hat der städtische Notar die Urkunde auszustellen; ist aber der Jude der kontraktlich gebundene Teil, so wird die Ausfertigung der Urkunde einem jüdischen Schreiber oder dem Rabbiner überwiesen. Aber diese Gleichstellung wurde 1301 aufgehoben; Jaime II. bestimmte in diesem Jahr auf Wunsch seiner Untertanen, daß bei allen Kontakten zwischen Christen und Ungläubigen die Urkunde immer nur durch einen christlichen Notar ausgestellt werden solle, niemals aber durch einen Juden oder Sarazenen" (Fritz Baer, Studien zur Geschichte der Juden im Königreich Aragonien während des 13. und 14. Jahrhunderts, Berlin 1913, S. 15 und 76f.).

"D’une manière générale, les actes notariés médiévaux de cette ampleur et dans un tel état de conservation sont tout sauf communs. Si l’on ajoute à cela les pertes considérables subies par les juifs d’Espagne avec la peste noire de 1348, les pogroms de 1391 et l’expulsion de 1492, la rareté de ce parchemin se conçoit aisément, d’autant que, en ce qui concerne la communauté de Lérida, dont les deux derniers siècles d’existence ne sont qu’une suite de destructions et de relèvements, on déplore l’absence totale d’archives privées. Le montage financier présenté ici est relativement complexe:

1) Samuel Andali semble avoir besoin de liquidités. Il dispose d’une maison, mais il ne souhaite pas la vendre (s’il la vend à un chrétien, il pourrait se voir contraint de payer au bailli royal une taxe égale au tiers du prix de vente (cf. F. Baer, Studien zur Geschichte der Juden im Königreich Aragonien, Berlin, 1913, p. 15 ; Die Juden im christlichen Spanien, I, 1, Berlin, 1929, p. 1035).

2) Un chrétien n’a pas le droit de prêter avec intérêt, et un juif n’a pas le droit de prêter avec intérêt à un autre juif. Samuel Andali 'vend' donc à Guillelmo Çagraha une redevance emphytéotique annuelle de 11 sous et 3 deniers (= 135 deniers) assise sur sa maison, moyennant la somme de 6 livres et 15 sous (=135 sous). Cela revient, pour Samuel Andali, à emprunter au denier douze, et pour Guillelmo Çagraha, à se constituer une rente au taux de 8 1/3 pour 100. Mais étant donné le net contraste entre la modicité des sommes en jeu d’une part, le grand nombre des intervenants (5 témoins, outre le fidejussor) et la qualité matérielle de la copie d’autre part, on est amené à se demander si la transaction n’a pas porté sur des sommes plus importantes, soustraites à la vigilance du fisc. Peut-être s’agit-il aussi d’une sorte d’assurance destinée à protéger le domicile et les personnes de Samuel Andali et de sa femme Çecri, juifs débiteurs d’un prêtre qui possède une solide option sur leur maison?

L’acte est rédigé en latin conformément à la loi de 1301 par laquelle le roi Jaume II ordonne que tous les contrats liant un chrétien à un non-chrétien soient rédigés par un notaire chrétien (F.Baer, Studien, p. 76-77; Die Juden im ch. S., I, 1, p. 1028 et 1056). Carsten Wilke nous a expliqué l’expression peu commune caçuba et matanalot (ligne 28), transcription de l’hébreu ketûbbâh ûmattânâh lehûdsignifiant 'contrat de mariage et donation sé-parée', dont il a trouvé 6 occurrences significatives dans le Global Jewish Database: The Responsa Project, Bar Ilan University, Ramat Gan (Israel), CD-ROM, version 13, 2005. Il y a donctout lieu de croire que la maison dont il est question dans l’acte figurait au contrat de mariage de Çecri.Nous sommes redevable à Germàn Colón de la lecture des phrases en catalan (verso)" (Jean Letrouit, Un nouveau document sur les Juifs de Lérida au milieu du XIVe siècle, in: Estudis romànics. Revista fundada par R. Aramon i Serra, Vol. XXXI, Barcelona 2009, S. 273-277).

Vgl. auch: David Romano, Els jueus de Lleida, Colloqui d’Història dels Jueus a la Corona d’Aragó, I, 2, 1991, S. 99-138; Prim Bertran Roigé, 'Els jueus de la ciutat de Lleida: alguns aspectes', Anuari de Filologia: Secció E, Estudishebreus i arameus (Barcelona), 24-25 (2002), S. 49-67. – Verso mit neuerer Regeste, wenige Pergamentbräunungen, minimal knittrig, der Text sehr sauber und extrem gut lesbar, auf der weißeren Fleischseite des Pergaments kontrastreich und frisch, kaum mit Abreibungen.

English: Sale certificate from the Catalan tailor Samuel Andali and his wife Çecri, a Jewish couple from the provincial capital Lérida, to the priest Guillelmo Çagraha about a regular building lease, which annually have to be payed to the clergy for their house in Lacuyraçola each 12th of March, Saint George's Day.
The voluminous certificate is dated 4th and 6th of March and it is written sepia ink and regular chancery script, also known as "Escritura catalana aragonesca". It is one of the most notably rare examples for the private sector in late medieval Catalan Spain.

Verso with new regesta, vellum slightly browed, minimally creased, the text is very clean and legible, rich in contrast and fresh on the flesh-side of the vellum, short abrasions. Folded and inserted in a modern portfolio in leather imitation.

Weitere Details:


Verkaufsurkunde des katalanischen Schneiders Samuel Andali und seiner Frau Çecri, beide Juden aus der spanischen Provinzhauptstadt Lérida (Lleida) an den Priester Guillelmo Çagraha über eine regelmäßige Erbpacht, die der Geistliche jährlich, jeweils am Tag des Heiligen Georg, dem 12. März, auf ein Haus in Lacuyraçola, im Judenviertel von Lérida zu entrichten hat.

Die umfangreiche Urkunde ist auf den 4. und 6. März 1355 datiert und in hellbrauner, ordentlicher Kanzleischrift, der sog. "Escritura catalana aragonesca" abgefasst. Sie ist eines der bemerkenswert seltenen Beispiele für die spätmittelalterliche Privatwirschaft im katalanischen Spanien - und erlaubt tiefe Einblicke in die schwierige Situation, in der sich die jüdischen Bewohner Léridas befanden, zumal wenn sie mit Christen handelten.
Der Auftraggeber der Urkunde, der Jude Samuel Andali brauchte Geld, will sein Haus jedoch nicht verkaufen, sondern verpachten. Die Gesetze verpflichteten jüdische Bürger zur Abgabe eines Drittels des Verkaufspreises an den königlichen Vogt, den Baiulus, was Andali tunlichst vermeiden will. Auch der christliche Priester Guillelmo Çagraha darf kein Geld gegen Zinsen an Juden verleihen, woraus dann ein überaus komplizierter "Deal" mit dem Hin- und Herschieben von Geldern geschlossen wird, der daher wohl nicht so leicht von den Steuerbeamten nachvollzogen werden kann - und für den sich hier dann ganze fünf Zeugen und ein Notar verbürgen.

"Auch an dem Eigentum der Juden haften Merkmale der Unfreiheit. Die Juden und Sarazenen dürfen ihren Grundbesitz nur mit Zustimmung und Bestätigung des königlichen Baiulus an Christen verkaufen und haben an diesen Beamten den dritten Teil des Kaufpreises zu entrichten. Nun beansprucht allerdings auch sonst ein Grundherr beim Verkauf eines von ihm verliehenen Grundstückes ein Bestätigungsrecht und eine Verkaufsabgabe. Der König aber erhebt diese Ansprüche gegenüber jedwedem Grundbesitz der Ungläubigen, also auch gegenüber nicht von ihm selbst vedrliehenen Gut, als könnten die ungläubigen nur durch seine Hand Grund und Boden erwerben ... Verpflichtet sich nämlich ein Christ einem Juden kontraktlich, so hat der städtische Notar die Urkunde auszustellen; ist aber der Jude der kontraktlich gebundene Teil, so wird die Ausfertigung der Urkunde einem jüdischen Schreiber oder dem Rabbiner überwiesen. Aber diese Gleichstellung wurde 1301 aufgehoben; Jaime II. bestimmte in diesem Jahr auf Wunsch seiner Untertanen, daß bei allen Kontakten zwischen Christen und Ungläubigen die Urkunde immer nur durch einen christlichen Notar ausgestellt werden solle, niemals aber durch einen Juden oder Sarazenen" (Fritz Baer, Studien zur Geschichte der Juden im Königreich Aragonien während des 13. und 14. Jahrhunderts, Berlin 1913, S. 15 und 76f.).

"D’une manière générale, les actes notariés médiévaux de cette ampleur et dans un tel état de conservation sont tout sauf communs. Si l’on ajoute à cela les pertes considérables subies par les juifs d’Espagne avec la peste noire de 1348, les pogroms de 1391 et l’expulsion de 1492, la rareté de ce parchemin se conçoit aisément, d’autant que, en ce qui concerne la communauté de Lérida, dont les deux derniers siècles d’existence ne sont qu’une suite de destructions et de relèvements, on déplore l’absence totale d’archives privées. Le montage financier présenté ici est relativement complexe:

1) Samuel Andali semble avoir besoin de liquidités. Il dispose d’une maison, mais il ne souhaite pas la vendre (s’il la vend à un chrétien, il pourrait se voir contraint de payer au bailli royal une taxe égale au tiers du prix de vente (cf. F. Baer, Studien zur Geschichte der Juden im Königreich Aragonien, Berlin, 1913, p. 15 ; Die Juden im christlichen Spanien, I, 1, Berlin, 1929, p. 1035).

2) Un chrétien n’a pas le droit de prêter avec intérêt, et un juif n’a pas le droit de prêter avec intérêt à un autre juif. Samuel Andali 'vend' donc à Guillelmo Çagraha une redevance emphytéotique annuelle de 11 sous et 3 deniers (= 135 deniers) assise sur sa maison, moyennant la somme de 6 livres et 15 sous (=135 sous). Cela revient, pour Samuel Andali, à emprunter au denier douze, et pour Guillelmo Çagraha, à se constituer une rente au taux de 8 1/3 pour 100. Mais étant donné le net contraste entre la modicité des sommes en jeu d’une part, le grand nombre des intervenants (5 témoins, outre le fidejussor) et la qualité matérielle de la copie d’autre part, on est amené à se demander si la transaction n’a pas porté sur des sommes plus importantes, soustraites à la vigilance du fisc. Peut-être s’agit-il aussi d’une sorte d’assurance destinée à protéger le domicile et les personnes de Samuel Andali et de sa femme Çecri, juifs débiteurs d’un prêtre qui possède une solide option sur leur maison?

L’acte est rédigé en latin conformément à la loi de 1301 par laquelle le roi Jaume II ordonne que tous les contrats liant un chrétien à un non-chrétien soient rédigés par un notaire chrétien (F.Baer, Studien, p. 76-77; Die Juden im ch. S., I, 1, p. 1028 et 1056). Carsten Wilke nous a expliqué l’expression peu commune caçuba et matanalot (ligne 28), transcription de l’hébreu ketûbbâh ûmattânâh lehûdsignifiant 'contrat de mariage et donation sé-parée', dont il a trouvé 6 occurrences significatives dans le Global Jewish Database: The Responsa Project, Bar Ilan University, Ramat Gan (Israel), CD-ROM, version 13, 2005. Il y a donctout lieu de croire que la maison dont il est question dans l’acte figurait au contrat de mariage de Çecri.Nous sommes redevable à Germàn Colón de la lecture des phrases en catalan (verso)" (Jean Letrouit, Un nouveau document sur les Juifs de Lérida au milieu du XIVe siècle, in: Estudis romànics. Revista fundada par R. Aramon i Serra, Vol. XXXI, Barcelona 2009, S. 273-277).

Vgl. auch: David Romano, Els jueus de Lleida, Colloqui d’Història dels Jueus a la Corona d’Aragó, I, 2, 1991, S. 99-138; Prim Bertran Roigé, 'Els jueus de la ciutat de Lleida: alguns aspectes', Anuari de Filologia: Secció E, Estudishebreus i arameus (Barcelona), 24-25 (2002), S. 49-67. – Verso mit neuerer Regeste, wenige Pergamentbräunungen, minimal knittrig, der Text sehr sauber und extrem gut lesbar, auf der weißeren Fleischseite des Pergaments kontrastreich und frisch, kaum mit Abreibungen.

English: Sale certificate from the Catalan tailor Samuel Andali and his wife Çecri, a Jewish couple from the provincial capital Lérida, to the priest Guillelmo Çagraha about a regular building lease, which annually have to be payed to the clergy for their house in Lacuyraçola each 12th of March, Saint George's Day.
The voluminous certificate is dated 4th and 6th of March and it is written sepia ink and regular chancery script, also known as "Escritura catalana aragonesca". It is one of the most notably rare examples for the private sector in late medieval Catalan Spain.

Verso with new regesta, vellum slightly browed, minimally creased, the text is very clean and legible, rich in contrast and fresh on the flesh-side of the vellum, short abrasions. Folded and inserted in a modern portfolio in leather imitation.

Preis: 2600 

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