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Ansel Adams,

Ansel Adams, "Sierra Nevada from Lone Pine, California", 1944

Silbergelatine-Abzug aufgezogen auf Trägerkarton. Späterer Abzug, 1962.

Abzug 40 x 47,8 cm; Träger 56 x 63,5 cm.

Rechts unterhalb des Bildes auf Trägerkarton voll signiert. Verso Photographenstempel mit Adresse "Route 1, Box 181, Carmel, California", eigenhändig bezeichnet.


Literatur:
- Ansel Adams. Yosemite and the Range of Light. Boston, 1979 (Abb. Tafel 99).
- Ansel Adams. Examples. The Making of 40 Photographs. Boston, 1983 (S. 162).
- Ansel Adams. An Autobiography, with Mary Street Alinder. London, 1985 (Abb. S. 262; hier betitelt "Winter Sunrise, The Sierra Nevada, from Lone Pine, California, 1944").
- Alexander Lee Nyerges. In Praise of Nature. Ansel Adams and Photographers of the American West. Ausstellungskatalog, The Dayton Art Institute, Dayton, Ohio, 30.10.1999-2.01.2000, u.a. Dayton, 1999 (Abb. Cover, S. 171).

Provenienz:
- Vor einigen Jahren im Handel erworben.
- Sammlung Frankreich.

Die Mount Whitney-Gruppe ist eine über 500 km lange Bergkette, die mit 4421m oberhalb der kleinen Stadt Lone Pine im Owens Valley ihren höchsten Punkt hat. Die Gegend zeichnet sich durch ihr ausgedörrtes Land, ihre Steppen und Wüsten, überschattet von der prachtvollen, zumeist schneebedeckten Bergkette aus. Ursprünglich führten aufgrund der Schneeschmelze zahlreiche Bäche und Flüsse durch die Sierra, die Landwirtschaft im Tal florierte. Das Verlangen nach Wasser seitens der expandierenden Stadt Los Angeles und deren Randgebiete war längerfristig jedoch nicht mehr zu decken. Also wurden die schillernden Bäche der Sierra in Aquädukte gefasst und über Rohrleitungen abgeleitet. Heutzutage fliesst praktisch das gesamte Wasser aus der Region in die Haushalte der stetig wachsenden Grossstadt.

Mit seiner Frau Virginia verbrachte Adams im Winter 1944 zwei Wochen in Manzanar. Sie standen jeweils morgens sehr früh auf, um den Sonnenaufgang über der Sierra photographieren zu können, waren aber aufgrund der schweren Wolken, die die Berge umhüllten, erfolglos. Erst beim fünften Anlauf hatten die beiden Glück und konnten den prachtvollen, strahlenden Sonnenaufgang einfangen, der sich durch die von Südosten her kommenden Wolken brach, die auf die Wiese und die dunklen Hügel Schatten warfen.

"Ich parkte den Wagen an einer Stelle nahe der Pferdeweide, die meinem Gefühl nach einen sehr günstigen Kamerastandpunkt darstellte, und baute meine Kamera auf der Plattform des Wagens auf. Es war sehr kalt, so um minus 20° C, und ich wartete fröstelnd auf einen Sonnenstrahl über den fernen Bäumen. Auf der reifbedeckten Weide graste ein einsames Pferd, wandte mir jedoch stur das Hinterteil zu. Ich machte mehrere Aufnahmen vom Spiel des Lichtes und der Schatten, doch das Pferd blieb bei seiner Haltung und spielte nicht mit: Es sah aus wie ein hässlicher alter Baumstumpf. Wieder glitt ein Strahlen über die Berge; und da endlich drehte das Pferd sich um, zeigte Profil. Minuten später war das ganze Tal von Sonnenlicht überflutet, das Schauspiel war vorüber." (Ansel Adams. Meisterphotos. Entstehung, Technik, Gestaltung der 40 berühmtesten Bilder. München 1984 (=Deutsche Ausgabe von Adams 1983), S. 174).

Adams glaubte stark an die Verbindung zwischen Mensch und Natur. Er war der Meinung, die Natur sollte unverändert erhalten bleiben. In seinen Bildern wollte er die Erhabenheit, Pracht und das Potential der Natur aufzeigen. (vgl. Nyerges, 1999, S. 170). Umso besser versteht man diese Anschauung, wenn man ein Zitat Adams betrachtet, in dem deutlich wird, welchen Stellenwert die Natur für ihn und sein Schaffen einnahm: "Unternehmenslustige Jugendliche der Lone Pine High School sind einmal in die Felswände der Alabama Hills gestiegen und haben für aller Augen ein grosses weisses "LP" auf die Felsen geschmiert. Es ist eine Beleidigung, eine schreckliche Narbe mitten in einer der schönsten Aussichten unserers Landes. Auf jeder Photographie ist es sichtbar. Ich habe es, so gut es ging, auf dem Negativ entfernt und auf dem Positiv die restlichen Spuren ausgefleckt." (Adams, 1984, S. 175). Dies handelte ihm einige Kritik ein, doch der Photograph wollte sich "die ungewöhnliche Schönheit dieses Bildes" nicht durch so ein "Schandmal" verderben lassen. Für ihn spiegelt diese Photographie einen Abglanz der schönen Vergangenheit wider und mahnt zugleich, wenn wir wieder Ehrfurcht vor der Natur hätten, könnten viele Teile dieser Welt wieder so aussehen.

"Another of my best-known photographs was made while I worked at Manzanar - Winter, Sunrise, The Sierra Nevada, From Lone Pine, California. I had come to know the Owens Valley well and felt there was a photograph of the Sierra and Mount Whitney to be made near the little town of Lone Pine, some fifteen miles south of Manzanar. I made a number of efforts at different times of the day, but did not achieve the desired image deciding it must be made at sunrise." (Adams, 1985 S. 261-262).

Weitere Details:


Die Mount Whitney-Gruppe ist eine über 500 km lange Bergkette, die mit 4421m oberhalb der kleinen Stadt Lone Pine im Owens Valley ihren höchsten Punkt hat. Die Gegend zeichnet sich durch ihr ausgedörrtes Land, ihre Steppen und Wüsten, überschattet von der prachtvollen, zumeist schneebedeckten Bergkette aus. Ursprünglich führten aufgrund der Schneeschmelze zahlreiche Bäche und Flüsse durch die Sierra, die Landwirtschaft im Tal florierte. Das Verlangen nach Wasser seitens der expandierenden Stadt Los Angeles und deren Randgebiete war längerfristig jedoch nicht mehr zu decken. Also wurden die schillernden Bäche der Sierra in Aquädukte gefasst und über Rohrleitungen abgeleitet. Heutzutage fliesst praktisch das gesamte Wasser aus der Region in die Haushalte der stetig wachsenden Grossstadt.

Mit seiner Frau Virginia verbrachte Adams im Winter 1944 zwei Wochen in Manzanar. Sie standen jeweils morgens sehr früh auf, um den Sonnenaufgang über der Sierra photographieren zu können, waren aber aufgrund der schweren Wolken, die die Berge umhüllten, erfolglos. Erst beim fünften Anlauf hatten die beiden Glück und konnten den prachtvollen, strahlenden Sonnenaufgang einfangen, der sich durch die von Südosten her kommenden Wolken brach, die auf die Wiese und die dunklen Hügel Schatten warfen.

"Ich parkte den Wagen an einer Stelle nahe der Pferdeweide, die meinem Gefühl nach einen sehr günstigen Kamerastandpunkt darstellte, und baute meine Kamera auf der Plattform des Wagens auf. Es war sehr kalt, so um minus 20° C, und ich wartete fröstelnd auf einen Sonnenstrahl über den fernen Bäumen. Auf der reifbedeckten Weide graste ein einsames Pferd, wandte mir jedoch stur das Hinterteil zu. Ich machte mehrere Aufnahmen vom Spiel des Lichtes und der Schatten, doch das Pferd blieb bei seiner Haltung und spielte nicht mit: Es sah aus wie ein hässlicher alter Baumstumpf. Wieder glitt ein Strahlen über die Berge; und da endlich drehte das Pferd sich um, zeigte Profil. Minuten später war das ganze Tal von Sonnenlicht überflutet, das Schauspiel war vorüber." (Ansel Adams. Meisterphotos. Entstehung, Technik, Gestaltung der 40 berühmtesten Bilder. München 1984 (=Deutsche Ausgabe von Adams 1983), S. 174).

Adams glaubte stark an die Verbindung zwischen Mensch und Natur. Er war der Meinung, die Natur sollte unverändert erhalten bleiben. In seinen Bildern wollte er die Erhabenheit, Pracht und das Potential der Natur aufzeigen. (vgl. Nyerges, 1999, S. 170). Umso besser versteht man diese Anschauung, wenn man ein Zitat Adams betrachtet, in dem deutlich wird, welchen Stellenwert die Natur für ihn und sein Schaffen einnahm: "Unternehmenslustige Jugendliche der Lone Pine High School sind einmal in die Felswände der Alabama Hills gestiegen und haben für aller Augen ein grosses weisses "LP" auf die Felsen geschmiert. Es ist eine Beleidigung, eine schreckliche Narbe mitten in einer der schönsten Aussichten unserers Landes. Auf jeder Photographie ist es sichtbar. Ich habe es, so gut es ging, auf dem Negativ entfernt und auf dem Positiv die restlichen Spuren ausgefleckt." (Adams, 1984, S. 175). Dies handelte ihm einige Kritik ein, doch der Photograph wollte sich "die ungewöhnliche Schönheit dieses Bildes" nicht durch so ein "Schandmal" verderben lassen. Für ihn spiegelt diese Photographie einen Abglanz der schönen Vergangenheit wider und mahnt zugleich, wenn wir wieder Ehrfurcht vor der Natur hätten, könnten viele Teile dieser Welt wieder so aussehen.

"Another of my best-known photographs was made while I worked at Manzanar - Winter, Sunrise, The Sierra Nevada, From Lone Pine, California. I had come to know the Owens Valley well and felt there was a photograph of the Sierra and Mount Whitney to be made near the little town of Lone Pine, some fifteen miles south of Manzanar. I made a number of efforts at different times of the day, but did not achieve the desired image deciding it must be made at sunrise." (Adams, 1985 S. 261-262).

Preis: 24000-36000 

© Koller Auktionen AG, Zürich 


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