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Edvard Munch, Loslösung II (Separation II), 1896

Edvard Munch, Loslösung II (Separation II), 1896

Original-Lithographie auf feinem Japanbütten. 41,4 x 64,2 cm (48 x 66 cm). Unter Glas gerahmt. Unten rechts mit Bleistift signiert 'E Munch'. - Das ungeschnittene Blatt vor allem zu den Rändern minimal gebräunt. Eine punktuelle bräunliche Verfleckung am Unterrand sowie einzelne nach vorn durchschlagende Spuren alter Montierung am Oberrand.

Woll 78 I; Schiefler 68 a

Wir danken Ute Kuhlemann Falck, Munch Museum Oslo, für wissenschaftliche Beratung.

Provenienz

Privatbesitz Rheinland

In seiner Malerei befasst sich Edvard Munch bereits seit den frühen 1890er Jahren mit den existentiellen Fragen menschlichen Daseins, etwa jener Serie von Gemälden, die unter dem von Munch gewählten Titel „Lebensfries“ besondere Berühmtheit erlangen sollte. Das motivisch eng mit unserer Lithographie verwandte, ebenfalls 1896 entstandene Gemälde „Loslösung", heute im Munch Museum Oslo (vgl. Woll Gemälde 393, siehe Vergleichsabb.), zählt zu dieser Werkgruppe.

Mit „Loslösung II" fängt Munch in eindringlicher Weise den Moment der Trennung eines Liebespaares ein: Eine hell gekleidete Frau blickt vom Strand auf die offene See und wendet sich dabei von einem zu Boden blickenden, dunkel gekleideten Mann ab. Zentrale Bedeutung kommt dabei den langen Haaren der Frau zu, die als verbindendes Element den letzten Kontakt zu ihrem männlichen Begleiter verkörpern. In seinen Werken griff Munch auf diese poetische und zugleich sehr persönliche Abschiedsmetapher mehrfach zurück: „Ich fühlte als ob sich unsichtbare Fäden zwischen uns befanden - ich fühlte wie unsichtbare Fäden ihres Haares mich immer noch umspannen - und so als sie dann über die See hinaus ganz verschwand - fühlte ich immer noch, es schmerzte dort, wo mein Herz blutete - weil sich die Fäden nicht abreißen ließen.“ (Zit. nach: Edvard Munch. Liebe, Angst, Tod, Ausst. Kat. Bielefeld/Krefeld/Kaiserslautern 1980/1981, S. 91).

Unser großformatiges Werk gehört zu einer Reihe von Graphiken, die Munch während seines Aufenthalts in Paris 1896-1897 schafft. Wie in seinen Gemälden, so setzt sich der Künstler auch in der Druckgraphik intensiv mit grundlegenden Aspekten des Lebens auseinander: mit der Angst, dem Tod, dem Werden und Vergehen und nicht zuletzt der Liebe. Neben „Loslösung II“ entstanden die Lithographien „Anziehung I und II", „Die Blume der Liebe", „Meer der Liebe"‚ „Eifersucht I und II" und „Loslösung I" (Woll 75, 76, 80, 81, 68, 69 und 77).

Neben dem dramatischen Hell-Dunkel-Kontrast ist es bei unserem Blatt vor allem das tiefdunkle Blau des Drucks, welches der tragischen Melancholie des Trennungsmotivs eindrucksvoll zur Geltung verhilft.

Weitere Details:


In seiner Malerei befasst sich Edvard Munch bereits seit den frühen 1890er Jahren mit den existentiellen Fragen menschlichen Daseins, etwa jener Serie von Gemälden, die unter dem von Munch gewählten Titel „Lebensfries“ besondere Berühmtheit erlangen sollte. Das motivisch eng mit unserer Lithographie verwandte, ebenfalls 1896 entstandene Gemälde „Loslösung", heute im Munch Museum Oslo (vgl. Woll Gemälde 393, siehe Vergleichsabb.), zählt zu dieser Werkgruppe.

Mit „Loslösung II" fängt Munch in eindringlicher Weise den Moment der Trennung eines Liebespaares ein: Eine hell gekleidete Frau blickt vom Strand auf die offene See und wendet sich dabei von einem zu Boden blickenden, dunkel gekleideten Mann ab. Zentrale Bedeutung kommt dabei den langen Haaren der Frau zu, die als verbindendes Element den letzten Kontakt zu ihrem männlichen Begleiter verkörpern. In seinen Werken griff Munch auf diese poetische und zugleich sehr persönliche Abschiedsmetapher mehrfach zurück: „Ich fühlte als ob sich unsichtbare Fäden zwischen uns befanden - ich fühlte wie unsichtbare Fäden ihres Haares mich immer noch umspannen - und so als sie dann über die See hinaus ganz verschwand - fühlte ich immer noch, es schmerzte dort, wo mein Herz blutete - weil sich die Fäden nicht abreißen ließen.“ (Zit. nach: Edvard Munch. Liebe, Angst, Tod, Ausst. Kat. Bielefeld/Krefeld/Kaiserslautern 1980/1981, S. 91).

Unser großformatiges Werk gehört zu einer Reihe von Graphiken, die Munch während seines Aufenthalts in Paris 1896-1897 schafft. Wie in seinen Gemälden, so setzt sich der Künstler auch in der Druckgraphik intensiv mit grundlegenden Aspekten des Lebens auseinander: mit der Angst, dem Tod, dem Werden und Vergehen und nicht zuletzt der Liebe. Neben „Loslösung II“ entstanden die Lithographien „Anziehung I und II", „Die Blume der Liebe", „Meer der Liebe"‚ „Eifersucht I und II" und „Loslösung I" (Woll 75, 76, 80, 81, 68, 69 und 77).

Neben dem dramatischen Hell-Dunkel-Kontrast ist es bei unserem Blatt vor allem das tiefdunkle Blau des Drucks, welches der tragischen Melancholie des Trennungsmotivs eindrucksvoll zur Geltung verhilft.

Preis: 40000-60000 

© Kunsthaus Lempertz KG, Köln 


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