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Marwan, Ohne Titel, 1988/1989

Marwan, Ohne Titel, 1988/1989

Öl auf Leinwand. 195 x 146 cm. Gerahmt. Rückseitig auf dem Keilrahmen signiert und datiert 'marwan Sep. 88 Jan. 89 April 89'.

Wir danken Angelika von Schwedes, Berlin, für hilfreiche Auskünfte.

Provenienz

Direkt vom Künstler; Privatsammlung, Berlin

Eigentlich möchte Marwan seine in Damaskus begonnenen Studien in Paris fortsetzen und erreicht 1957 Berlin, eine von den Nachwehen des Krieges betroffene, noch deutlich unter den vier Siegermächten aufgeteilte Stadt, jedoch für den angehenden Künstler so bewegend, dass er bleibt und das bis zu seinem Tod 2016. Trier, einer der bedeutenden Vertreter des deutschen Informel und 1957 bis 1980 Professor und später Direktor der Hochschule für bildende Künste in West-Berlin, wird sein Lehrer und hilft Marwan, seine ausdrucksvolle Sprache in Form und Farbe zu finden. Marwan malt Menschenbilder, nicht nur das, auch Stillleben, aber es sind die unerhörten Menschbilder, die dem Betrachter nachhaltig im Gedächtnis bleiben, wie etwa gesehen und damit konfrontiert im „Pavillon der Freuden und Ängste“ im Giardini, dem zentralen Pavillon der vergangenen Biennale di Venezia im Jahr 2017. Ein Raum mit hellem, südlichen Oberlicht mit Porträts, mit Selbstporträts, deren Charakter Jörn Merkert so treffend auf den Punkt bringt: „Der Mensch, das stille Leben der Dinge, die innere Landschaft - aus diesen wenigen, so nahen und ganz einfachen Themen besteht Marwans künstlerischer Kosmos.“ (Jörn Merkert Marwan, Ein syrischer Maler in Berlin, Berlin 2001, S.23). Dabei zielt Marwan auf eine deutlich hervorgehobene Distanz ab zwischen dem Betrachter und dem Porträt, welches Marwan wie hier mit einer konsequenten, informellen Verschleierung inszeniert, um womöglich ein Geheimnis hinter der Gesichtsfassade zu hüten. Die Gesichter sind wie Landschaften, deren Strukturen er zwischen Figurativem und Abstraktem bewegt. Er assoziiert mitunter eine geheimnisvolle Grenzerfahrung etwa mit Bezügen zu dem expressiven, stark farbigen Malstil eines reiferen Chaim Soutine. Auch Zeitgenossen wie Georg Baselitz und Eugen Schönebeck, die nach Jahren der figürlichen Enthaltsamkeit in der Malerei Anfang der 1960er Jahre den Begriff der Gegenständlichkeit provozierend erneuern und damit zu revolutionieren, faszinieren den introvertierten Künstler. Sich selbst zu ergründen oder das Gesicht anderer offensiv in den Mittelpunkt seiner Beschäftigung zu stellen, Erinnerungen und Seelenanalysen Form und Farbe zugeben, mit einem Grundgerüst der Gesichtszüge zwischen zurückhaltenden Farbnuancen und greller Buntheit die Existenz des menschlichen Daseins unausweichlich auszuloten, verbindet Marwan auch mit dem Expressionisten Alexej von Jawlensky, der sich in dieser vielfältigen Weise über einen ähnlich langen Zeitraum mit dem Antlitz des Menschen Jahrzehnte zuvor auseinandersetzt.

Weitere Details:


Provenienz

Direkt vom Künstler; Privatsammlung, Berlin

Eigentlich möchte Marwan seine in Damaskus begonnenen Studien in Paris fortsetzen und erreicht 1957 Berlin, eine von den Nachwehen des Krieges betroffene, noch deutlich unter den vier Siegermächten aufgeteilte Stadt, jedoch für den angehenden Künstler so bewegend, dass er bleibt und das bis zu seinem Tod 2016. Trier, einer der bedeutenden Vertreter des deutschen Informel und 1957 bis 1980 Professor und später Direktor der Hochschule für bildende Künste in West-Berlin, wird sein Lehrer und hilft Marwan, seine ausdrucksvolle Sprache in Form und Farbe zu finden. Marwan malt Menschenbilder, nicht nur das, auch Stillleben, aber es sind die unerhörten Menschbilder, die dem Betrachter nachhaltig im Gedächtnis bleiben, wie etwa gesehen und damit konfrontiert im „Pavillon der Freuden und Ängste“ im Giardini, dem zentralen Pavillon der vergangenen Biennale di Venezia im Jahr 2017. Ein Raum mit hellem, südlichen Oberlicht mit Porträts, mit Selbstporträts, deren Charakter Jörn Merkert so treffend auf den Punkt bringt: „Der Mensch, das stille Leben der Dinge, die innere Landschaft - aus diesen wenigen, so nahen und ganz einfachen Themen besteht Marwans künstlerischer Kosmos.“ (Jörn Merkert Marwan, Ein syrischer Maler in Berlin, Berlin 2001, S.23). Dabei zielt Marwan auf eine deutlich hervorgehobene Distanz ab zwischen dem Betrachter und dem Porträt, welches Marwan wie hier mit einer konsequenten, informellen Verschleierung inszeniert, um womöglich ein Geheimnis hinter der Gesichtsfassade zu hüten. Die Gesichter sind wie Landschaften, deren Strukturen er zwischen Figurativem und Abstraktem bewegt. Er assoziiert mitunter eine geheimnisvolle Grenzerfahrung etwa mit Bezügen zu dem expressiven, stark farbigen Malstil eines reiferen Chaim Soutine. Auch Zeitgenossen wie Georg Baselitz und Eugen Schönebeck, die nach Jahren der figürlichen Enthaltsamkeit in der Malerei Anfang der 1960er Jahre den Begriff der Gegenständlichkeit provozierend erneuern und damit zu revolutionieren, faszinieren den introvertierten Künstler. Sich selbst zu ergründen oder das Gesicht anderer offensiv in den Mittelpunkt seiner Beschäftigung zu stellen, Erinnerungen und Seelenanalysen Form und Farbe zugeben, mit einem Grundgerüst der Gesichtszüge zwischen zurückhaltenden Farbnuancen und greller Buntheit die Existenz des menschlichen Daseins unausweichlich auszuloten, verbindet Marwan auch mit dem Expressionisten Alexej von Jawlensky, der sich in dieser vielfältigen Weise über einen ähnlich langen Zeitraum mit dem Antlitz des Menschen Jahrzehnte zuvor auseinandersetzt.

Preis: 100000-150000 

© Kunsthaus Lempertz KG, Köln 


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