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Julius Exter, Sommer

Julius Exter, Sommer

Blühende Wiese am Flußufer mit zwei weiblichen Akten. R. u. signiert. Öl auf Lwd. 222 x 174 cm. Rest. Rahmen.

Anfang Mai 1891 brach Julius Exter zu seiner Studienreise nach Italien auf. Dabei machte er Station in Venedig, Florenz und Rom. Danach reiste er in den Süden, im August korrespondierte er mit seiner Mutter aus Ischia. "In Venedig bewunderte der Künstler das Schwelgen in den Farben der großen venezianischen Maler, in Florenz den tiefen Ernst in der Kunst, die Vornehmheit, das Gewaltige in der Linie, ob Skulptur oder Malerei. Das antike Rom, der Vatikan und die moderne Großstadt hinterließen Eindrücke, die mit Begeisterung, aber auch mit Erstaunen aufgenommen wurden." (Schmid 1998, s. u., S. 20). Das vorliegende Gemälde sollte noch vor der Italienreise entstanden sein, da es bereits im Sommer 1891 im Münchener Glaspalast gezeigt wurde. Das Interesse des Künstlers an Kolorit, Monumentalität aber auch der Kontur als konstituierendes Element der Malerei, was auf seiner Italienreise so deutlich befriedigt wurde, zeigt sich bereits beim vorliegenden Gemälde. Zudem ist sehr deutlich der Einfluss des europäischen Symbolismus zu erkennen, mit welchem sich Julius Exter um 1890 intensiver befasste. Auch der französische Japonismus, vor allem die Werke der "Nabis", prägten das frühe Schaffen des Künstlers (vgl. Schmid 2011, s. u., S. 35).

In München protestierte seit Beginn der 1890er-Jahre die fortschrittliche Künstlerschaft mit zunehmender Vehemenz gegen die Dominanz der Künstlergenossenschaft und die damit einhergehenden engen künstlerischen Vorgaben. Der vorherrschende, altmeisterliche geprägte Historismus sollte abgelöst werden. Die Gründung einer alternativen Künstlervereinigung war nicht aufzuhalten und so schlossen sich die progressiven Künstler 1892 in der Münchener Secession zusammen. Diese gilt als das "erste und wichtigste Instrument der Streiter für ein neues Kunstideal" (Best, s. u., S. 9). Julius Exter zählte zu den Gründungsmitgliedern der Secession.

Literatur: Illustrierter Katalog der Münchener Jahres-Ausstellung [...] im Kgl. Glaspalaste 1891. 2. Aufl. München 1891, S. 27. Nr. 407: Das Gemälde "Sommer" von Julius Exter. - Bruckmanns Lexikon der Münchner Kunst. Münchner Maler im 19. Jahrhunderts. Bd. 1. München 1981, S. 309, Abb. 454 "Frauenakt". - Schmid, Elmar D., Julius Exter - Aufbruch in die Moderne. Ausst.-Kat. Bayerische Landesbank, München, 2. Juli - 13. September 1998. München / Berlin 1998, S. 233, Nr. 6 und Farbtafel S. 78: mit irrtümlicher Maßangabe 198 x 160 cm. - Ders., Julis Exter und Harada Naojiro - Studienfreunde in München, in: Salmen, Brigitte (Hg.), Die Maler des "Blauen Reiter" und Japan. Ausst.-Kat. Murnau, Schlossmuseum, 21. Juli - 6. November 2001. Murnau 2011, S. 29-40, besonders S. 37: Abbildung des vorliegenden Gemäldes.
Vgl. Best, Bettina, Die Geschichte der Münchener Sezession bis 1938. Eine Chronologie, in: Meister, Jochen (Hg.), Münchner Sezession. Geschichte und Gegenwart. München 2007, S. 8-27.

Provenienz: Laut Notiz Julius Exters in seinem Nachlass (Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen) an den Frankfurter Architekten Ravenstein (wohl Simon Ravenstein, 1844 Frankfurt a. M. - 1933 Baden-Baden), verkauft. Dort auch Nennung des Entstehungsjahres 1891. - Hotel Schwan, Frankfurt a. M., Steinweg (vor 1990). - Auktion Arnold, Frankfurt a. M., 8. September 1990. - Süddeutscher Privatbesitz.

Wir danken Dr. Elmar D. Schmid, Gauting, für seine freundliche Unterstützung im Rahmen der Katalogisierung.

Weitere Details:


Anfang Mai 1891 brach Julius Exter zu seiner Studienreise nach Italien auf. Dabei machte er Station in Venedig, Florenz und Rom. Danach reiste er in den Süden, im August korrespondierte er mit seiner Mutter aus Ischia. "In Venedig bewunderte der Künstler das Schwelgen in den Farben der großen venezianischen Maler, in Florenz den tiefen Ernst in der Kunst, die Vornehmheit, das Gewaltige in der Linie, ob Skulptur oder Malerei. Das antike Rom, der Vatikan und die moderne Großstadt hinterließen Eindrücke, die mit Begeisterung, aber auch mit Erstaunen aufgenommen wurden." (Schmid 1998, s. u., S. 20). Das vorliegende Gemälde sollte noch vor der Italienreise entstanden sein, da es bereits im Sommer 1891 im Münchener Glaspalast gezeigt wurde. Das Interesse des Künstlers an Kolorit, Monumentalität aber auch der Kontur als konstituierendes Element der Malerei, was auf seiner Italienreise so deutlich befriedigt wurde, zeigt sich bereits beim vorliegenden Gemälde. Zudem ist sehr deutlich der Einfluss des europäischen Symbolismus zu erkennen, mit welchem sich Julius Exter um 1890 intensiver befasste. Auch der französische Japonismus, vor allem die Werke der "Nabis", prägten das frühe Schaffen des Künstlers (vgl. Schmid 2011, s. u., S. 35).

In München protestierte seit Beginn der 1890er-Jahre die fortschrittliche Künstlerschaft mit zunehmender Vehemenz gegen die Dominanz der Künstlergenossenschaft und die damit einhergehenden engen künstlerischen Vorgaben. Der vorherrschende, altmeisterliche geprägte Historismus sollte abgelöst werden. Die Gründung einer alternativen Künstlervereinigung war nicht aufzuhalten und so schlossen sich die progressiven Künstler 1892 in der Münchener Secession zusammen. Diese gilt als das "erste und wichtigste Instrument der Streiter für ein neues Kunstideal" (Best, s. u., S. 9). Julius Exter zählte zu den Gründungsmitgliedern der Secession.

Literatur: Illustrierter Katalog der Münchener Jahres-Ausstellung [...] im Kgl. Glaspalaste 1891. 2. Aufl. München 1891, S. 27. Nr. 407: Das Gemälde "Sommer" von Julius Exter. - Bruckmanns Lexikon der Münchner Kunst. Münchner Maler im 19. Jahrhunderts. Bd. 1. München 1981, S. 309, Abb. 454 "Frauenakt". - Schmid, Elmar D., Julius Exter - Aufbruch in die Moderne. Ausst.-Kat. Bayerische Landesbank, München, 2. Juli - 13. September 1998. München / Berlin 1998, S. 233, Nr. 6 und Farbtafel S. 78: mit irrtümlicher Maßangabe 198 x 160 cm. - Ders., Julis Exter und Harada Naojiro - Studienfreunde in München, in: Salmen, Brigitte (Hg.), Die Maler des "Blauen Reiter" und Japan. Ausst.-Kat. Murnau, Schlossmuseum, 21. Juli - 6. November 2001. Murnau 2011, S. 29-40, besonders S. 37: Abbildung des vorliegenden Gemäldes.
Vgl. Best, Bettina, Die Geschichte der Münchener Sezession bis 1938. Eine Chronologie, in: Meister, Jochen (Hg.), Münchner Sezession. Geschichte und Gegenwart. München 2007, S. 8-27.

Provenienz: Laut Notiz Julius Exters in seinem Nachlass (Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen) an den Frankfurter Architekten Ravenstein (wohl Simon Ravenstein, 1844 Frankfurt a. M. - 1933 Baden-Baden), verkauft. Dort auch Nennung des Entstehungsjahres 1891. - Hotel Schwan, Frankfurt a. M., Steinweg (vor 1990). - Auktion Arnold, Frankfurt a. M., 8. September 1990. - Süddeutscher Privatbesitz.

Wir danken Dr. Elmar D. Schmid, Gauting, für seine freundliche Unterstützung im Rahmen der Katalogisierung.

Preis: 25000-30000 

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