Die Kunst, online zu lesen.

Home



Ludwig Richter, Am Golf von Neapel. Blick über das Castel dell'ovo auf den Vesuv

Ludwig Richter, Am Golf von Neapel. Blick über das Castel dell'ovo auf den Vesuv

Öl auf Leinwand. 41 x 51 cm.

Verso auf der Leinwand wohl vom Künstler signiert: Ludwig Richter pinx. Dazu schreibt Neidhardt in seinem Gutachten: „Ob die verso auf der Leinwand angebrachte Bezeichnung eine eigenhändige Signatur darstellt, ist anzunehmen, aber aus folgenden Gründen als ungewöhnlich zu betrachten: In keiner bekannten Signatur Richters kommt ein „Sütterlin-t“ vor. Der Künstler signierte immer „Richter“ mit „lateinischem t“. Ungewöhnlich ist auch der ausgeschriebene Vorname und der Zusatz „pinx“. Dennoch könnte Richter als alter Mann den Schriftzug - vielleicht auf besondere Veranlassung - angebracht haben.“
Ludwig Richter, 1803 in Dresden als Sohn eines Kupferstechers geboren, tritt 1823 im Alter von 20 Jahren die von ihm lange ersehnte Reise nach Italien an. Drei Jahre bleibt der Künstler im „Land, wo die Zitronen blühn“ und fertigt hier eine Fülle von Zeichnungen an, auf deren Grundlage auch nach seiner Rückkehr nach Dresden zahlreiche Ölgemälde italienischer Landschaften entstehen. Die vorliegende Ansicht des „Golfs von Neapel“ ist eine dieser charakteristischen Italienveduten. Sie ist bereits dem Spätwerk des Künstlers zuzuordnen und wurde von Hans Joachim Neidhardt auf die Zeit um 1850/60 datiert: „Damals begann Richter vereinzelt erneut italienische Motive zu verarbeiten, bzw. wieder aufzunehmen.“ Auch unser Gemälde dürfte letztlich auf die Reiseskizzen des jungen Künstlers zurückgehen. Im Frühjahr 1825 begab sich Richter zusammen mit einigen Künstlerfreunden auf eine Wanderung von Rom nach Neapel. In seinen Lebensbeschreibungen vermittelte er später den ersten Eindruck, den er von der Stadt hatte: „In Neapel schloß sich nun eine neue Zauberwelt auf, recht eigentlich ein Paradies für den Landschaftsmaler.“ (vgl. Ludwig Richter: Lebenserinnerungen eines deutschen Malers, Selbstbiographie nebst Tagebuchniederschriften und Briefen, hrsg. v. Heinrich Richter, Leipzig 1909, S. 237).
In unserem Gemälde führt der Blick von einer sitzenden jungen Hirtin im Vordergrund, deren Melancholie-Gestus sich als Motiv bis auf Dürers Melencolia-Darstellung zurückführen lässt, über die ruhige Wasserfläche der Bucht von Neapel bis hin zum Castel dell'ovo und dem Vesuv, den Wahrzeichen Neapels, die in reizvoller Lichtregie schemenhaft im Hintergrund zu erkennen sind.

Zertifikat

Dr. Hans Joachim Neidhardt, Dresden, 18.1.1992.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung. – 690. Lempertz-Auktion, Köln, 15.5.1993, Lot 1574. - Westfälische Privatsammlung.

Weitere Details:


Verso auf der Leinwand wohl vom Künstler signiert: Ludwig Richter pinx. Dazu schreibt Neidhardt in seinem Gutachten: „Ob die verso auf der Leinwand angebrachte Bezeichnung eine eigenhändige Signatur darstellt, ist anzunehmen, aber aus folgenden Gründen als ungewöhnlich zu betrachten: In keiner bekannten Signatur Richters kommt ein „Sütterlin-t“ vor. Der Künstler signierte immer „Richter“ mit „lateinischem t“. Ungewöhnlich ist auch der ausgeschriebene Vorname und der Zusatz „pinx“. Dennoch könnte Richter als alter Mann den Schriftzug - vielleicht auf besondere Veranlassung - angebracht haben.“
Ludwig Richter, 1803 in Dresden als Sohn eines Kupferstechers geboren, tritt 1823 im Alter von 20 Jahren die von ihm lange ersehnte Reise nach Italien an. Drei Jahre bleibt der Künstler im „Land, wo die Zitronen blühn“ und fertigt hier eine Fülle von Zeichnungen an, auf deren Grundlage auch nach seiner Rückkehr nach Dresden zahlreiche Ölgemälde italienischer Landschaften entstehen. Die vorliegende Ansicht des „Golfs von Neapel“ ist eine dieser charakteristischen Italienveduten. Sie ist bereits dem Spätwerk des Künstlers zuzuordnen und wurde von Hans Joachim Neidhardt auf die Zeit um 1850/60 datiert: „Damals begann Richter vereinzelt erneut italienische Motive zu verarbeiten, bzw. wieder aufzunehmen.“ Auch unser Gemälde dürfte letztlich auf die Reiseskizzen des jungen Künstlers zurückgehen. Im Frühjahr 1825 begab sich Richter zusammen mit einigen Künstlerfreunden auf eine Wanderung von Rom nach Neapel. In seinen Lebensbeschreibungen vermittelte er später den ersten Eindruck, den er von der Stadt hatte: „In Neapel schloß sich nun eine neue Zauberwelt auf, recht eigentlich ein Paradies für den Landschaftsmaler.“ (vgl. Ludwig Richter: Lebenserinnerungen eines deutschen Malers, Selbstbiographie nebst Tagebuchniederschriften und Briefen, hrsg. v. Heinrich Richter, Leipzig 1909, S. 237).
In unserem Gemälde führt der Blick von einer sitzenden jungen Hirtin im Vordergrund, deren Melancholie-Gestus sich als Motiv bis auf Dürers Melencolia-Darstellung zurückführen lässt, über die ruhige Wasserfläche der Bucht von Neapel bis hin zum Castel dell'ovo und dem Vesuv, den Wahrzeichen Neapels, die in reizvoller Lichtregie schemenhaft im Hintergrund zu erkennen sind.

Zertifikat

Dr. Hans Joachim Neidhardt, Dresden, 18.1.1992.

Provenienz

Westdeutsche Privatsammlung. – 690. Lempertz-Auktion, Köln, 15.5.1993, Lot 1574. - Westfälische Privatsammlung.

Preis: 35000-40000 

© Kunsthaus Lempertz KG, Köln 


Zurück




Kunsthaus Lempertz

English Site Kunsthaus Lempertz

News

English Site News

Termine

English Site Termine

Highlights








Copyright © '99-'2021
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum



Zum Seitenanfang Auktionen

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce