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Johann Baptist Lampi, Portrait des Johann Philipp Graf Cobenzl

Johann Baptist Lampi, Portrait des Johann Philipp Graf Cobenzl

Öl auf Leinwand (doubliert). 83,5 x 65,5 cm.

Das Portrait zeigt den österreichischen Staatsmann Johann Philipp Graf Cobenzl (1741-1810) in Halbfigur, frontal zum Betrachter schauend und mit der rechten Hand gestikulierend, so als sei er im Gespräch mit einem Gegenüber. Vor einer weich fallenden, samtig-grünen Draperie, die lediglich einen kleinen Ausblick auf eine graugrüne Wand freilässt, präsentiert sich der Dargestellte mit gepuderter Perücke und in kostbarer Kleidung: über dem Spitzenhemd trägt er einen violetten Samtrock, darüber ein leuchtend rotes Ordensband. Besondere Sorgfalt gilt der Wiedergabe des Ordensschmucks: Als wichtigster Orden kann der vom Goldenen Vlies gelten, den Cobenzl 1792 erhielt und den er hier an der charakteristischen Collane trägt. Darunter ist das Abzeichen des erst 1808 durch Kaiser Franz I. gestifteten Leopold-Ordens zu erkennen. Zu diesem Orden gehören auch das rote Schulterband und der obere der beiden Bruststerne, ein achteckiges, rot emailliertes Kreuz mit der Ordensdevise „Integritati et Merito“. Der darunter angebrachte Bruststern mit dem „Grand Aigle“ bezeichnet die Mitgliedschaft in der 1802 auf Vorschlag von Napoléon Bonaparte, dem Ersten Konsul der Französischen Republik, ins Leben gerufenen Ehrenlegion, zu der Napoleon zwei Jahre später als Kaiser auch entsprechende Insignien stiftete.
Johann Philipp Graf Cobenzl durchlief ein wechselvolle Karriere am Habsburger Kaiserhof. Von 1779 bis 1792 amtierte er als österreichischer Vizekanzler, danach für knapp ein Jahr zusätzlich als Außenminister. Als österreichischer Gesandter war Graf Cobenzl von 1801 bis 1805 in Paris tätig, also zur Zeit von Napoleons Aufstieg zum Kaiser, was die Aufnahme in die Ehrenlegion erklären mag.
Johann Baptist Lampi war einer der erfolgreichsten Portraitmaler des mittel- und osteuropäischen Hochadels im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Der in Südtirol geborene Künstler arbeitete zunächst über zwei Jahrzehnte in zahlreichen verschiedenen Städten, u.a. in Wien, Salzburg, Verona und Warschau, bevor er sich nach einem fünfjährigen Aufenthalt in St. Petersburg als Hofmaler der russischen Zarin Katharina II. 1797 in Wien niederließ, wo er den Rest seines Lebens verbringen sollte. „Bei seiner Rückkehr nach Österreich hatte Lampi Ehrungen und Würdigungen im Gepäck, die nur wenige andere Künstler in Europa vorweisen konnten“ (Roberto Pancheri: Johann Baptist Lampi d. Ä. und die Porträtmalerei in Wien zwischen Ancien Régime und Vormärz, in: Ausst.-Kat. „Europa in Wien. Der Wiener Kongress 1814/15“, Wien, Belvedere 2015, S. 156-65, hier S. 157). In Wien, wo Lampi u. a. den Kaiser und weitere Mitglieder der kaiserlichen Familie porträtierte, dürfte auch unser eindrucksvolles Charakterbildnis entstanden sein.
Wir danken Dr. Roberto Pancheri, Trento, für die Bestätigung der Eigenhändigkeit von Johann Baptist Lampi.

Weitere Details:


Das Portrait zeigt den österreichischen Staatsmann Johann Philipp Graf Cobenzl (1741-1810) in Halbfigur, frontal zum Betrachter schauend und mit der rechten Hand gestikulierend, so als sei er im Gespräch mit einem Gegenüber. Vor einer weich fallenden, samtig-grünen Draperie, die lediglich einen kleinen Ausblick auf eine graugrüne Wand freilässt, präsentiert sich der Dargestellte mit gepuderter Perücke und in kostbarer Kleidung: über dem Spitzenhemd trägt er einen violetten Samtrock, darüber ein leuchtend rotes Ordensband. Besondere Sorgfalt gilt der Wiedergabe des Ordensschmucks: Als wichtigster Orden kann der vom Goldenen Vlies gelten, den Cobenzl 1792 erhielt und den er hier an der charakteristischen Collane trägt. Darunter ist das Abzeichen des erst 1808 durch Kaiser Franz I. gestifteten Leopold-Ordens zu erkennen. Zu diesem Orden gehören auch das rote Schulterband und der obere der beiden Bruststerne, ein achteckiges, rot emailliertes Kreuz mit der Ordensdevise „Integritati et Merito“. Der darunter angebrachte Bruststern mit dem „Grand Aigle“ bezeichnet die Mitgliedschaft in der 1802 auf Vorschlag von Napoléon Bonaparte, dem Ersten Konsul der Französischen Republik, ins Leben gerufenen Ehrenlegion, zu der Napoleon zwei Jahre später als Kaiser auch entsprechende Insignien stiftete.
Johann Philipp Graf Cobenzl durchlief ein wechselvolle Karriere am Habsburger Kaiserhof. Von 1779 bis 1792 amtierte er als österreichischer Vizekanzler, danach für knapp ein Jahr zusätzlich als Außenminister. Als österreichischer Gesandter war Graf Cobenzl von 1801 bis 1805 in Paris tätig, also zur Zeit von Napoleons Aufstieg zum Kaiser, was die Aufnahme in die Ehrenlegion erklären mag.
Johann Baptist Lampi war einer der erfolgreichsten Portraitmaler des mittel- und osteuropäischen Hochadels im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Der in Südtirol geborene Künstler arbeitete zunächst über zwei Jahrzehnte in zahlreichen verschiedenen Städten, u.a. in Wien, Salzburg, Verona und Warschau, bevor er sich nach einem fünfjährigen Aufenthalt in St. Petersburg als Hofmaler der russischen Zarin Katharina II. 1797 in Wien niederließ, wo er den Rest seines Lebens verbringen sollte. „Bei seiner Rückkehr nach Österreich hatte Lampi Ehrungen und Würdigungen im Gepäck, die nur wenige andere Künstler in Europa vorweisen konnten“ (Roberto Pancheri: Johann Baptist Lampi d. Ä. und die Porträtmalerei in Wien zwischen Ancien Régime und Vormärz, in: Ausst.-Kat. „Europa in Wien. Der Wiener Kongress 1814/15“, Wien, Belvedere 2015, S. 156-65, hier S. 157). In Wien, wo Lampi u. a. den Kaiser und weitere Mitglieder der kaiserlichen Familie porträtierte, dürfte auch unser eindrucksvolles Charakterbildnis entstanden sein.
Wir danken Dr. Roberto Pancheri, Trento, für die Bestätigung der Eigenhändigkeit von Johann Baptist Lampi.

Preis: 65000-70000 

© Kunsthaus Lempertz KG, Köln 


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