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Eduard von Grützner, Falstaff: Edelmann mit Weinglas, 1919

Eduard von Grützner, Falstaff: Edelmann mit Weinglas, 1919

Öl auf Holz. 25,2 x 20,2 cm. Oben links signiert und datiert "E. Grützner / 1919".

Ausgebildet in München, übernimmt Grützner zwar den feinmalerischer Detailrealismus seines Lehrers Carl Theodor von Piloty, verhält sich motivisch jedoch konträr zu diesem und kümmert sich nicht um staatstragende Historienmalerei. Grützners Markenzeichen war vor allem das Genre des Wein oder Bier trinkenden heiteren Zeitgenossen. Seine Gemälde erfreuten sich schon zu Lebzeiten großer Beliebtheit und fanden sich in zahlreichen großbürgerlichen Sammlungen wieder. Da Grützner mit Vorliebe Mönche darstellte, die dem asketischen, klösterlichen Leben durch leibliches Wohlergehen, wie den Genuss von Wein, Bier und Wurst entflohen, war sein Spitzname auch „Mönchsmaler“. Aber auch der sogenannte „Falstaff“, wie Grützner in hier zeigt, gehört ab den 1870er Jahren zu seinem Repertoire. Die fiktive Person stammt aus Shakespeares Stück „Heinrich IV“ und kommt später auch in „Die Lustigen Weiber von Windsor" vor. Sir John Falstaff wird als ein wohlbeleibter Angeber und Genießer beschrieben. „Falstaff war ein Thema, das dem Künstler [Grützner] in seinen späteren Jahren zum Freund und Begleiter wurde […]. Den Zechkumpan porträtierte er nach dem früheren Rekrutenmusterungs-Gemälde […] in allen Lebenslagen. Er schuf den denkbar besten, geradezu idealen klassischen Falstafftypus. Den alten Schlemmer, der allerhand Ungehöriges und Ungezogenes anstellte, sich ständig auf Sauftouren befand, weiberte, log und auch noch feige war, behandelte er mit Nachsicht. Sein Held hatte zwar eine Glatze, aber Grützner zeigte ihn mit netten weißen Locken um die Ohren. Aus dem rötlichen Gesicht ließ er lustig blinzelnde Augen herausblicken. Sein Mondgesicht versah er mit Schnurr- und Knebelbart, wodurch er recht schneidig aussah. Trotz des großen, dicken Bauches malte er ihn gut proportioniert. Also mit einem Wort, Falstaff sah recht wohlgefällig aus und hatte etwas Einnehmendes. Man konnte ihm nicht böse sein.“ (László Balogh, Eduard von Grützner. 1846-1925. Ein Münchner Genremaler der Gründerzeit, Mainburg 1991, S. 104ff.).
Stellte Grützner den Falstaff in verschiedensten Varianten dar, am Tisch sitzend, ganzfigurig mit Dolch und Schwert oder umgeben von anderen Wirtshausgästen und ihn umgarnenden Frauen, so fokussiert sich der Maler hier ganz auf die Nahaufnahme, das Porträt des Zechkumpans. Ganz und gar naturalistisch gemalt, blickt uns der Falstaff mit seinen weinseeligen Augen und roten Wangen selbstzufrieden entgegen. Vorliegendes Gemälde darf hinsichtlich seiner Qualität als auch der Unmittelbarkeit des Dargestellten sicherlich zu Grützners meisterhaftesten und zeitlosesten Falstaffbildern zählen.

Provenienz: Kunsthandlung Gustav Gerstenberger, Chemnitz.
Sammlung Hugo Truppel, Chemnitz (erworben 1927 von vorigem, Korrepondenz und Quittung in Kopie vorhanden).
Österreichische Privatsammlung.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.

Weitere Details:


Ausgebildet in München, übernimmt Grützner zwar den feinmalerischer Detailrealismus seines Lehrers Carl Theodor von Piloty, verhält sich motivisch jedoch konträr zu diesem und kümmert sich nicht um staatstragende Historienmalerei. Grützners Markenzeichen war vor allem das Genre des Wein oder Bier trinkenden heiteren Zeitgenossen. Seine Gemälde erfreuten sich schon zu Lebzeiten großer Beliebtheit und fanden sich in zahlreichen großbürgerlichen Sammlungen wieder. Da Grützner mit Vorliebe Mönche darstellte, die dem asketischen, klösterlichen Leben durch leibliches Wohlergehen, wie den Genuss von Wein, Bier und Wurst entflohen, war sein Spitzname auch „Mönchsmaler“. Aber auch der sogenannte „Falstaff“, wie Grützner in hier zeigt, gehört ab den 1870er Jahren zu seinem Repertoire. Die fiktive Person stammt aus Shakespeares Stück „Heinrich IV“ und kommt später auch in „Die Lustigen Weiber von Windsor" vor. Sir John Falstaff wird als ein wohlbeleibter Angeber und Genießer beschrieben. „Falstaff war ein Thema, das dem Künstler [Grützner] in seinen späteren Jahren zum Freund und Begleiter wurde […]. Den Zechkumpan porträtierte er nach dem früheren Rekrutenmusterungs-Gemälde […] in allen Lebenslagen. Er schuf den denkbar besten, geradezu idealen klassischen Falstafftypus. Den alten Schlemmer, der allerhand Ungehöriges und Ungezogenes anstellte, sich ständig auf Sauftouren befand, weiberte, log und auch noch feige war, behandelte er mit Nachsicht. Sein Held hatte zwar eine Glatze, aber Grützner zeigte ihn mit netten weißen Locken um die Ohren. Aus dem rötlichen Gesicht ließ er lustig blinzelnde Augen herausblicken. Sein Mondgesicht versah er mit Schnurr- und Knebelbart, wodurch er recht schneidig aussah. Trotz des großen, dicken Bauches malte er ihn gut proportioniert. Also mit einem Wort, Falstaff sah recht wohlgefällig aus und hatte etwas Einnehmendes. Man konnte ihm nicht böse sein.“ (László Balogh, Eduard von Grützner. 1846-1925. Ein Münchner Genremaler der Gründerzeit, Mainburg 1991, S. 104ff.).
Stellte Grützner den Falstaff in verschiedensten Varianten dar, am Tisch sitzend, ganzfigurig mit Dolch und Schwert oder umgeben von anderen Wirtshausgästen und ihn umgarnenden Frauen, so fokussiert sich der Maler hier ganz auf die Nahaufnahme, das Porträt des Zechkumpans. Ganz und gar naturalistisch gemalt, blickt uns der Falstaff mit seinen weinseeligen Augen und roten Wangen selbstzufrieden entgegen. Vorliegendes Gemälde darf hinsichtlich seiner Qualität als auch der Unmittelbarkeit des Dargestellten sicherlich zu Grützners meisterhaftesten und zeitlosesten Falstaffbildern zählen.

Provenienz: Kunsthandlung Gustav Gerstenberger, Chemnitz.
Sammlung Hugo Truppel, Chemnitz (erworben 1927 von vorigem, Korrepondenz und Quittung in Kopie vorhanden).
Österreichische Privatsammlung.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.

Preis: 15000 

© Galerie Bassenge KG, Berlin 


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