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Aus privaten Sammlungen

Netsuke einer Wespe in verrottender Birne Buchsbaum, Japan, spätes 19. Jahrhundert

Dachboden- oder Scheunenfunde haben schon Sensationen zutage gebracht und Auktionsgeschichte geschrieben. Ebenso kann sich auch ein genauer Blick in das Angebot von Altmetallhändlern lohnen – wenn man das geschulte Auge hat. Ein deutscher Sammler verfügte nach vielen Jahren in Indien über den erforderlichen Kennerblick. In Kartons und Kisten wurde er fündig, manches hier verschüttete bedeutende Stück erwarb er zum Kilopreis. Ausstellungen und Publikationen bestätigten allerdings die Qualität seiner Auswahl. So haben zahlreiche dieser Funde nach der zwischenzeitlichen Geringschätzung ihre Anerkennung als hochwertige Bronzen indischer Volks- und Stammeskunst zurück. Viele waren Teil der Ausstellung „Die anderen Götter“ im Kölner Rautenstrauch-Jost Museum 1993 wie der süd-indische Skanda (Lot 11, Schätzpreis € 600 – 800). Besonders ragt ein großer, vielfiguriger Jain-Altar (Lot 7, Schätzpreis € 1500/2000) aus der Sammlung heraus, der auf 1468 datiert ist.

Mit Kisten voller Kunsthandwerk begann auch die Sammlung Michael Müller-Stüler. Sein Großvater brachte darin Anfang des 20. Jahrhunderts Kunsthandwerk aus Japan mit. Später gehörte die Leidenschaft des Sammlers vor allem japanischen Drucken und Holzschnitten aus der Edo-Zeit, in der die bekanntesten, auch in Europa populären Meister der japanischen Kunstgeschichte wirkten wie Hiroshige und Hokusai. Neben Blättern weiterer bedeutender Namen wie Kitagawa Utamaro sind auch von ihm viele Highlights in der Auktion. Fünfzig Lose aus der Sammlung Müller-Stüler werden in der Auktion am 8. Dezember versteigert, weitere sind in der Online-Auktion „Asian Arts Online“ noch bis zum 15. Dezember im Aufruf.

Eine weitere Sammlung japanischer Holzschnitte hat Kurt Meissner zusammengestellt, während er fast sein ganzes Leben beruflich in Japan verbrachte. Sein Spezialgebiet waren dabei die kleinen Surimono, ursprünglich als Grußkarten oder für ähnliche Zwecke geschaffen. In seinem Buch „The genre of surimono“ tauchen einige Beispiele aus seiner Sammlung auf. Neben den 18 Losen der Auktion am 8. Dezember (Lots 251 – 268, Schätzpreise zwischen € 500 und € 5000) werden weitere Blätter der Sammlung Kurt Meissner in der Online-Auktion „Asian Arts Online“ aufgerufen.

Ebenfalls aus Japan stammen Objekte, die ehemals der Kunsthandlung Ernst Fritzsche in der Berliner Wilhelmstraße gehörten. Fritzsche war einer der frühesten Händler, die Kunst aus Japan und China im Berlin Ende des 19. und zu Beginn des beginnenden 20. Jahrhunderts populär machten. An der Spitze steht hier ein Buddha Amida Nyorai (Lot 273, Schätzpreis € 70/90.000), der noch in den 1930er-Jahren in den Räumen dieses Kunstmarkt-Pioniers zu sehen war. Als unverkäufliches Element seines Inventars zog die monumentale Statue zu den verschiedenen Berliner Adressen des Kunsthandels mit um, am 8. Dezember wird er in Köln versteigert. Auch ein Paar Bronze Laternen war lange im Besitz der Kunsthandlung Ernst Fritzsche. Die beidem monumentalen, 152 Zentimeter hohen Stücke stammen aus der Edo-Zeit und folgen dem Schema, das über zwei Jahrhunderte während der Zeit des Shogunats beibehalten wurde.

Das Gegenteil von monumental sind die Netsuke. Als weiteres Highlight des Blicks auf Japan, den diese Auktion bietet, kommen ausgewählte Stücke einer alten deutschen Privatsammlung. Ein kleines Manjū mit fliegender Fledermaus um eine dünne Mondsichel, die den Rand des Objektes bildet, ist in Tokio im späten 19. Jahrhundert entstanden. In der Auktion in Köln ist es auf 2800 bis 3200 Euro geschätzt. Aus gleicher Zeit stammt ein Netsuke aus Buchsbaum, das eine kleine Birne von 4,6 Zentimeter Höhe darstellt. Von einer Seite betrachtet zeigen sich kleine, gestaltete Löcher. Dreht man das Stück um, erscheint der Grund: Eine Wespe labt sich an der Birne, die schon zu einem großen Teil ausgehöhlt ist (Lot 447, Schätzpreis € 4/5000).

Neben den exquisiten Objekten aus Japan, auch mit chinesischem Porzellan überzeugt die hochwertige Auswahl des Kataloges. Die kaiserliche Lotoskumme wurde während der Daoguang-Ära (1820-1850) für den kaiserlichen Sommerpalast Yuanmingyuan gefertigt. Bereits ab 1911 waren sie in der Wiener Sammlung Walter Exner, publiziert durch Herbert Fux 1973 in „Ostasiatische Kunst: Sammlung Exner“. Jetzt gibt es Gelegenheit, das seltene Stück in Köln zu ersteigern (Lot 152, Schätzpreis € 12/15.000).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1235: Asiatische Kunst

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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