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Marwan, Ohne Titel (Der Verhüllte), 1970

Marwan, Ohne Titel (Der Verhüllte), 1970

Öl auf Leinwand. 1970.

130 x 97 cm.

Unten links mit Pinsel in Weiß signiert "MARWAN" und datiert.

Losnummer: 8216


Auf magische Weise schwebt das Tuch vor dem Kopf des Mannes, verhüllt seine Gesichtszüge und lässt nur einen kleinen Teil der Stirn mit Haaransatz offen, so dass wir nur vage die äußeren Konturen des Antlitzes zu erkennen vermögen. Der Dargestellte entzieht sich damit nicht nur unseren Blicken, sondern er verschließt sich auch vor der Welt, er muss selber nach innen blicken und fordert uns heraus. Das frühe Gemälde ist in heller, warmer Farbgebung, in sensibel mit feinen Farbschimmern abgestuften Weiß-, Beige- und Brauntönen gehalten. Der belebte, lockere Pinselduktus in den Körperkonturen, vor allem im Bereich der Ärmel, und die tendenziell eher flächige Gestaltung der Figur weist bereits auf den abstrakten Stil von Marwans späteren Gesichtslandschaften voraus. Das Thema der Verhüllung beschäftigt ihn um 1970 mehrfach: In seiner Kaltnadel "Kopf mit Tuch", 1970 (Merkert 101) nähert der Künstler sich dem Motiv der Verhüllung bereits an, ohne jedoch das Gesicht zu bedecken, in der Arbeit "Der Verhüllte" von 1970 (Merkert 103) setzt er das Motiv ganz ähnlich um wie in unserem Gemälde, und thematisch vergleichbare Verhüllungen finden sich in seinen Radierungen "Der Verdeckte" und "Figur", 1970/71 (Merkert 104 und 110).

Für Marwan war Malen immer schon eine Arbeit an existentiellen Grundfragen. Die Suche nach dem eigenen Ich, nach Identifikation mit der eigenen Biographie und nach einem "möglichen" Abbild vom Menschen, kennzeichnen bereits sein Frühwerk. Von der arabischen Literatur beeinflusst, die Marwan in Damaskus studierte, ist seine Bildsprache seit der Mitte der 1960er Jahre von der islamischen Mystik des Sufismus beeinflusst. Seine Biographie steht bereits früh für Weltoffenheit und Globalisierung: Marwan studierte zunächst Arabische Literatur an der Universität in Damaskus bevor er 1957 nach Berlin kam. Hier besuchte er direkt die Malklasse von Hann Trier an der Hochschule für Bildende Künste. Ab 1963 arbeitete er als freischaffender Maler in Berlin und gehörte zur Avantgarde, zum Kreis um Georg Baselitz und Eugen Schönebeck, und wurde bald von der Galerie Springer entdeckt und bekannt gemacht. Von 1980 bis 2003 war er Professor an der Hochschule der Künste Berlin.

Wir danken Angelika von Schwedes, Berlin, für hilfreiche Auskünfte.



Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


Veranstaltungshinweise:

Am 04.06.2022 119. Auktion: Moderne Kunst Teil I


Schätzpreis: 30.000,-  EURO

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